Corona-Tagebuch

begonnen am 7.4.2020



Januar 2020

Aus dem Rundfunk (RTI) erhalte ich die ersten Nachrichten über eine mysteriöse neue Krankheit, die im Dezember in China ausgebrochen ist.



Anfang Februar 2020

Der erste Corona-Virus-Befall in Deutschland. Ein Mitarbeiter der Firma Webasto bringt die neue Seuche aus China mit und infiziert zahlreiche Arbeitskollegen. Noch scheint die Ausbreitung in Deutschland gering und es lohnt sich Kontaktpersonen der Infizierten zu ermitteln.



Mitte Februar 2020

In Heinsberg (NRW, westlich von Düsseldorf) infiziert ein Geschäftsmann aus China einen Ortsansässigen, der auf einer Karnevalssitzung Dutzende weitere Personen ansteckt. Von da an hat das Virus sämtliche Dämme gebrochen und verteilt sich, auch unter Mithilfe aus Ischgl (Tirol), wo die Viren in einer Après-Ski-Bar grassierten, rückkehrender Skiurlauber, munter über die gesamte Republik.

März 2020

Die Zahl der offiziellen Infektionen in Deutschland steigt von etwa 100 auf wenige Tausend, es gibt erste Todesopfer. Das Durchschnittsalter der am Virus Verstorbenen liegt in NRW bei 80 Jahren - zwei Drittel davon Männer, bei denen die Lebenserwartung eh nur bei etwa 78 Jahren liegt! Die Mortalität bezogen auf die Gesamtzahl der offiziell Infizierten liegt in NRW zwischen 1 und 2 Prozent - ungefähr im Bereich der Grippe.

12. März 2020

Mein vorerst letzter Tanzabend in Herne, wovon ich noch nichts weiß. Die Leute sind aber schon sehr vorsichtig und deshalb die Veranstaltungen relativ schwach besucht - und man unterhält sich über das Problem.

13. März 2020 (Freitag natürlich!)

Dies ist der Tag der Absagen kultureller Veranstaltungen, ein wahrer Trauertag! Die Musikveranstaltung im Wohnzimmer- abgesagt! Das Schauspielhaus Bochum sagt vorerst auch alle Termine ab, was A. hart trifft.

14. März 2020

Wir besuchen noch einmal den Zoo in Münster - und vergewissern uns auf dessen Website zuvor, dass der auch noch geöffnet hat. Zwei Tage später schließt der Zoo!

15. März (Sonntag)

Wir wollen auch noch in den Bochumer Tierpark und besuchen deshalb erst einmal dessen Website.

Kein Hinweis auf eine Nichtöffnung, also fahren wir hin! Als wir ankommen eine Überraschung an der verschlossenen Eingangstür: Der Zoo ist seuchenbedingt geschlossen!

Wir spazieren stattdessen im Stadtpark.

22. März 2020

das ab dem darauffolgenden Tag geltende Kontaktverbot im öffentlichen Raum von Gruppen über 2 Personen (mit Ausnahme von im gleichen Haushalt lebenden Familienverbänden), sowie die Schließung sämtlicher nicht systemerforderlicher Läden und Betriebe, sofern da Gruppen von mehr als 2 Personen miteinander in Kontakt treten. Kleingewerbe mit sehr intensivem Kundenkontakt, wie Friseure z.B. muss ebenfalls schließen.

Die Schüler und Studenten wurden schon vor einer Woche vorzeitig in die Ferien geschickt. Die Studenten können seither gar nichts mehr machen, weil natürlich selbst die Bibliotheken geschlossen sind.

2/3 der Studenten jobben eigentlich nebenher, weil's Geld nicht reicht - und lediglich 13 Prozent bekommen überhaupt BAFÖG! - Nur: Weil seit dem 23. März auch Restaurants, Kneipen und v.a. die "Systemgastronomie" geschlossen haben, verliert die Mehrheit der Studenten ihren lebensnotwendigen Nebenjob! Dass der Bund zeitgleich beschließt, dass kein Mieter während der Krise seine Wohnung verlieren soll, wenn er sie stunden lassen muss, hilft da nur bedingt, da sich so der Schuldenberg nur weiter auftürmt. Die Studenten gehören zu dem Teil der Bevölkerung, die von den Hilfsangeboten des Staates, die aber ohnehin zumeist nur in Kreditform gewährt werden, nicht profitieren können!



Ende März bei einer Lidl-Filiale:

Um einen Sicherheitsabstand zu den Mitmenschen einzuhalten, darf man den Lidl nur noch mit Einkaufswagen betreten - auch bei Kleinsteinkäufen!

Das geht dann so: Man muss also den, von anderen vielleicht mit Schnodder versifften, Griff des Einkaufswagens anfassen und schiebt diesen zum Eingang der Filiale. Dort wird dann endlich der Griff desinfiziert. Auf meinen Wunsch desinfiziert der Mitarbeiter dann auch noch meine Hände, anders wäre die Standardbehandlung, die dann hygienisch aber völlig sinnlos wäre.

Bei Hornbach (Baumarkt) läuft es so:

Am Eingang steht ein Mitarbeiter, der gelbe Zutrittszettel an die Kunden verteilt und beim Verlassen wieder einsammelt. Solange Zutrittszettel da sind, dürfen neue Kunden rein - auch ohne Einkaufswagen, die beim Kauf kleiner Teile auch eher hinderlich sind. Soweit ist das hygienisch noch einigermaßen OK (bis auf den laminierten Zettel, den jeder anfasst).

Wenn der Kunde etwas kauft, dann muss er - ob bar oder unbar - erst einmal selbst den Barcode Scanner anfassen (den jeder Kunde anfasst) und anschließend bezahlen, indem er entweder das Kartenterminal bedient, den Geldannahmeautomaten mit Bargeld füttert oder vielleicht kontaktlos (RFID) bezahlt. Hygienisch wird das Risiko einfach vom Personal auf den Kunden verschoben!





April 2020

7. April, Karwoche!

Kurz nach 14.00 Uhr, Aldi-Süd auf der Bebelstraße: Ich möchte auf dem Weg zum Garten nur ein Brot einkaufen. Eine lange Schlange aus Kunden mit Einkaufswagen vor dem Laden, die auf Einlass warten. Eine Stunde warten für ein Brot? Das ist mir etwas zu viel! Ich fahre weiter, komme ja noch beim Bäcker Kühnen vorbei. Der hat allerdings noch eine Stunde Mittagspause und öffnet erst wieder 15.00 Uhr. Also diesmal im Garten kein Brot zum Kaffee, sondern Spekulatius und Lebkuchen aus der Vor-Corona-Zeit! Hoffe mal, dass sich der Hamstersturm bis zum Abend des Tages noch legt!

8. April

Die Meinung, die Seuche lasse sich eindämmen vor Erreichen einer Herdenimmunisierung ( durch Infektion von rund 2/3 der Bevölkerung), ist offensichtlich selbst unter Journalisten - und sogar welchen mit naturwissenschaftlicher Grundausbildung - immer noch weit verbreitet: Gestern noch hörte ich im ORF ein Interview mit einer Virologin, in dem der Interviewer diese allen Ernstes fragte, ob man denn schon bald damit rechnen könne, dass die Zahl der Neuinfektionen sinke und die Replikationsquote der Infektionen unter 1 sinke.

Ein Kommentar in den ARD-Tagesthemen, von einer Physikerin (!), die bald Ranga Yogeshwar in dem Wissenschaftsmagazin "Quarks" nachfolgt, blies ins gleiche Horn: Man solle unbedingt Versuchen, die Pandemie einzudämmen weit vor Erreichen der Herdenimmunisierung. Dabei könnten "neue wissenschaftliche Erkenntnisse" helfen. Die Entwicklung eines Impfstoffs? Das scheint mir doch allzu optimistisch. Wie lange soll die Wirtschaft darauf warten? Den Herrn Ingo Zamperoni, Moderator der Tagesthemen, scheint das ja nicht zu stören. Der ist mit seinem Posten sehr gut versorgt und sitzt fest im Sattel.

Die Pandemie ist mittlerweile völlig außer Kontrolle geraten und angesichts von 100.000 Infizierten ist es wohl ein frommer Wunsch, da noch "Infektionsketten nachvollziehen" zu wollen. Das, was die Kommentatorin in den Tagesthemen vorschlug, mag noch zu Beginn der Pandemie klappen - danach funktioniert das höchstens noch in einem totalitären Staat Orwell'schen Ausmaßes. Was sind das für Physker (die Kommentatorin und Bankenzinsluder)? Können die nicht logisch denken oder glauben die, die Seuche ließe sich rein über physikalische Randbedingungen steuern - ohne gesellschaftliche Einflüsse?

Bei dem gegenwärtigen geringen Tempo der Neuinfektionsverdopplungen (derzeit etwa 12,5 Tage bei aktuell 100.000 Infizierten) würde es noch weitere 3 Monate dauern, bis die Herdenimmunisierung erreicht wäre und dann die Replikationsquote unter 1 sänke. Möchte man den Prozess noch mehr verzögern, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, dann dauert die Durchseuchung eben entsprechend länger. Der Höhepunkt der Pandemie ist in jedem Fall im Sommer zu erwarten. Zur Verfügung stehen bundesweit ca. 30.000 Intensivpflegeplätze in den Krankenhäusern. Wenn in der Spitze etwa 10 Mio. Personen zeitgleich die Krankheit durchleben und davon 5 Prozent im Krankenhaus betreut werden müssen, bräuchten wir 500.000 Pflegeplätze, bei nur 1 Mio. 50.000. Bei 3 Mio. zeitgleich Infizierten schon 150.000. Wenn man bedenkt, dass diese schweren Fälle sicher mehrere Wochen beatmet werden müssen, dann sind 150.000 erforderliche Intensivpflegeplätze nicht allzu pessimistisch.

Somit müsste sich die Anzahl der Intensivpflegeplätze mindestens verfünffachen! Das muss unsere Bundesregierung schnellstens in die Wege leiten!

Gestern im Magazin "Fakt" und auch in der WAZ ist angeklungen, dass immer noch - gut 2 Monate nach dem Beginn der Pandemie - viel zu wenig auf das Vorhandensein des Virus getestet wird. Selbst Verdachtsfälle werden - bei nicht allzu schwerem Verlauf - generell eigentlich nicht getestet. Das entlastet zwar das Gesundheitswesen scheinbar, führt andererseits aber dazu, dass der Staat überhaupt keinen Überblick darüber hat, wie weit die Durchseuchung der Bevölkerung überhaupt vorangeschritten ist. Nicht einmal die tatsächliche Mortalität lässt sich so ermitteln, da die leichten Fälle so unter den Tisch fallen.

Wie soll die Bundesregierung da den Überblick über den Verlauf der Pandemie behalten und die richtigen Entscheidungen treffen, wenn sie nicht weiß, was los ist? Das müsste Herr Spahn (Bundesminister für Gesundheit) längst organisiert haben! Aber der war bislang bestimmt nur mit den Belangen für seine homosexuellen Mitmenschen beschäftigt anstatt mit solchen "Lappalien".

Stattdessen gibt es jetzt beim Robert-Koch-Institut eine ziemlich sinnlose App, die aufgrund der fehlenden statistischen Erfassung aller Infizierten gar nicht funktionieren kann - Volksverarschung!

Lokalzeit Ruhr (WDR):

In Herne werden derzeit täglich 25 Personen auf das Virus untersucht. Wow, das ist nicht einmal eine Person von 6000! Bei dieser Quote würde es nur 16 Jahre dauern, bis alle Einwohner untersucht sind!

Ein Virologe in der Lokalzeit vermutet dann auch, dass die Infektions-Dunkelziffer 10- bis 20-fach höher liegen wird als die amtlich festgestellten Infektionen. Dies wiederum könnte bedeuten, dass die reale Mortalität von Covid19 nur zwischen 1 und 2 Promille läge - bedeutend niedriger als bei der Grippe! Angesichts dieser Verhältnisse scheinen die aktuell mindestens bestehenden Kontaktverbote reichlich übertrieben und keinesfalls verhältnismäßig.



8. April (Gründonnerstag)

Ein Feldforscher, der die Infektionsverläufe in Heinsberg, dem zweiten Brennpunkt der Corona-Pandemie in Deutschland, untersucht (Dr. Hendrik Streeck), meldet eine Mortalität von 3,7 Promille, was jedoch - aufgrund der statistisch relativ kleinen Gesamtheit der untersuchten Personen - eigentlich nur die Größenordnung der Mortalität darstellen kann.

In Radio und Fernsehen höre ich jetzt ständig, das sei ja alles nicht so schlimm mit den Kontaktsperren. Mit der Oma (so noch vorhanden) könne man ja skypen und ohnehin würde ja sowieso die Mehrheit der Bevölkerung am liebsten seichte Netflix-Serien sehen, gamen oder sich vor dem Fernseher berieseln lassen. Aber erstens kommt die "Oma" zumeist mit der modernen Technik nicht zurecht - sehr viele alte Leute haben weder Internet noch Smartphone! - und zweitens mag das zwar auf die Mehrheit der Bevölkerung zutreffen, auf mich aber nicht. Ich vermisse die sozialen Kontakte und die körperliche Berührung schon arg, insbesondere die beim Tanzen, wozu ich vor Corona gut zweimal wöchentlich Gelegenheit hatte.

Kein Tanzen mehr, keine Open-Air-Musikfeste, keine Kulturveranstaltungen, Kontaktverbot, am Ende noch die Maskenpflicht in Supermärkten. Wie soll man da nur überhaupt mal flirten, noch jemanden kennenlernen? So stelle ich mir die Verhältnisse in Saudi-Arabien vor.

Der Ministerpräsident von Bayern, Markus Söder, hat mit Unternehmern die Produktion von Masken vereinbart. Mitte August "schon" sollen welche verfügbar sein. Wie lange soll dann dieser Wahnsinn noch dauern? Wenn das so schleppend weitergeht, dann ist die Herdenimmunisierung nicht vor der nächsten Grippewelle hergestellt. Und wenn dann einer beides bekommt, dann stirbt er wahrscheinlich wirklich daran, toll!



Osterdienstag, 14. April

Entgegen den Vorhersagen und Empfehlungen, den Karsamstag beim Einkauf zu meiden, war an diesem Tag der Aufenthalt auf dem Markt in Buer (Ente besorgt) und im Lidl auf der Vinckestraße um die Mittagszeit sehr entspannt.

Auch heute, am frühen Nachmittag bei Aldi, wo ich die nun billigeren Osterartikel einkaufte (leider kein ungefülltes Edelmarzipan mehr vorhanden!), war es recht ruhig. Waffeleier und 2 Präsenteier zum um 1/3 reduzierten Preis hatten sie noch, sonst fast nur billige Vollmilchartikel und Fondant. Bei Lidl kam ich zuvor sogar ohne Einkaufswagen rein, wofür ich aber nach dem Verlassen einen Rüffel bekam. Jedoch war am Eingang selbst nichts von einer Einkaufswagenpflicht zu erkennen. Wäre aber auch Blödsinn gewesen - für nur 2 Artikel! Da könnte ich ja demnächst auch gleich mit dem LKW einkaufen kommen.

Bei unseren Ausflügen über Ostern ist uns aufgefallen, dass die Autobahnen so leer waren wie seit der Ölkrise in den 70er Jahren nicht mehr. Keine Staus, keine Behinderungen. Dabei ist der Sprit nun - trotz zwischenzeitlich mehrmaliger üppiger Steuererhöhungen - so billig wie seit rund 17 Jahren nicht mehr. Super für rund 1,17 EUR/Liter. Dabei haben sich die Lebenshaltungskosten seither allgemein bestimmt verdoppelt.

Das Dogma, dass man die Seuche totlaufen lassen könne, bevor die Herdenimmunität erreicht ist, scheint fortzubestehen: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Reproduktionsrate des Virus unter 1 gerät." (Caren Miosga sinngemäß in den heutigen Tagesthemen"). Ein entsprechender Artikel in der aktuellen C't bestätigt diese mutmaßliche Strategie der Bundesregierung, die offensichtlich darauf hofft, dass spätestens in einem Jahr ein Impfstoff entwickelt ist. Da allerdings praktisch alle Fachleute einen Impfstoff frühestens im Frühjahr 2021 erwarten - seriöse Quellen rechnen eher mit vollen 2 Jahren, scheint diese Strategie äußerst optimistisch. Wenn dann die Wirtschaft bis dahin praktisch still steht und doch auf absehbare Zeit kein Impfstoff gefunden wird, man also aufs falsche Pferd gesetzt hat, dann wird das Gezeter angesichts des immensen Schadens trotz fehlenden gesundheitspolitischen Erfolgs groß sein. Es bahnt sich ein Desaster an!



Donnerstag, 16. April

Nach den gestrigen Zahlen ist das Infektionsverdopplungsintervall nun auf rund 30 Tage gestiegen. Unter Einbeziehung einer rund 10-fachen Dunkelziffer würde es nun also rund 9 Monate dauern, bis eine Herdenimmunität hergestellt wäre. Das wäre zwar schon extrem lang, aber selbst unter optimistischsten Prognosen bezüglich der Entwicklung eines Impfstoffes viel zu kurz. Die Dauer der Maßnahmen würde aber auch so schon sicher die Wirtschaft völlig ruinieren. Nur wenn man annähme, dass die Dunkelziffer der Infektionen viel kleiner sei, bestünde Hoffnung, dass man einen Impfstoff vor Durchseuchung des Gros der Bevölkerung fände. Das kann man jedoch wegen der absolut unzureichenden Virentest-Situation ernsthaft nicht annehmen. Man spricht von 300.000 Virentests wöchentlich, was bedeuten würde, dass es beim derzeitigen Tempo gut 5 Jahre dauern würde, bis alle Bürger getestet wären. Nicht berücksichtigt sind in dieser Rechnung Mehrfachtests an einer Person! Bis zum 14. April wurden bundesweit etwa 1.3 Mio.Tests durchgeführt - in der Regel nur und ausschließlich bei extremen Verdachtsfällen, also schweren Erkrankungen mit sehr typischer Symptomatik: Trockener Husten, Kopfschmerzen, Fieber und v.a. wohl Lungenentzündung.

Wie man anhand so dürftiger Daten auch noch Infektionsketten nachvollziehen möchte, das ist mir ein Rätsel.

Kurzum: Die Regierenden können so eigentlich nicht einmal ahnen, in welcher Ausbreitungsphase sich das Virus momentan überhaupt befindet.

Das kürzlich untersuchte Gebiet in Heinsberg kann andererseits für die infektiologische Durchdringung des Virus in der Bevölkerung nicht repräsentativ sein, da hier die Seuche in NRW ihren Ausgang nahm und erst danach die öffentlichen Kontaktsperren eingeführt wurden. Für Heinsberg wurde eine Durchseuchung von 15 Prozent ermittelt, im Rest der Republik wird sie wohl vor Ostern etwas niedriger gewesen sein.

Gestern wurde in der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, dass die Kontaktverbote mindestens bis zum 3. Mai fortbestehen sollen. Großveranstaltungen soll es bundesweit bis Ende August nicht geben. Damit ist auch das TFF in Rudolstadt nun in diesem Jahr gestorben. Wenn der Seuchenfortschritt weiter so langsam und noch gemächlicher sich entwickelt, wird es damit möglicherweise auch im kommenden Jahr nichts mehr, toll!



20. April 2020

Bei 2458 derzeit gemeldeten Neuinfektionen je Tag und einer Reproduktionsrate von 1 würde es nun über 50 Jahre (!) dauern, bis eine Herdenimmunisierung erreicht wäre. Eher wäre höchstvermutlich die Entwicklung eines Impfserums erreicht, das aber, das bestätigt auch eine Virologin im Deutschlandfunk, wiederum - ähnlich wie bei der Grippe - mutationsbedingt nur einen Teilschutz bieten könnte. Schöne Aussichten: Da warten wir nun alle - bei stärksten Einschränkungen der Freiheit - auch der Ausübung von beruflichen Tätigkeiten - gut 2 Jahre unseres Lebens auf das "goldene Kalb" Corona-Impfserum, auf dass sich dann herausstellt, dass das neuentwickelte Impfserum dann womöglich nur kurzzeitig überhaupt wirksam ist.

Eine Ausrottung durch Totlaufen des Virus hielt auch die interviewte Virologin für letztendlich nicht durchführbar, scheinen einige wirre Politiker (und schlecht aufgeklärte Journalisten wie Ingo Zamperoni) wohl aber noch anzustreben. Derzeit wird die Reproduktionsrate auf nur 0,8 geschätzt. Da wir aber im vereinten Europa leben und die Grenzen zwischen den einzelnen Staaten schon durch den innereuropäischen Güterverkehr alles andere als menschendicht sind - auch die Waren werden von Menschen bewegt! - kann und wird das Corona-Virus sich nicht mehr regional eingrenzen lassen, dafür ist es einfach - mit nun rund 140.000 Infektionen (offiziell) einfach zu weit verbreitet!

22. April 2020

Herr Söder (Ministerpräsident von Bayern) hat sich mit dem Münchener OB darauf geeinigt, das diesjährige Oktoberfest abzusagen.

Die Reproduktionsrate des Virus liegt zur Zeit bei 0,9 und wenigen Tausend Neuinfektionen (2-3) täglich. Die Länder im Süden und einige im Osten haben sich auf eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften geeinigt. In einigen Kommunen von NRW gilt eine solche außerdem.

Herr Söder kommuniziert recht deutlich, dass die Restriktionen zumindest in Bayern so lange bleiben werden, bis ein Impfstoff entwickelt ist. Herr Laschet (MP von NRW) scheint realistischerweise eher eine allmähliche Herdenimmunisierung anzustreben. Es fragt sich, ob er diesen Kurs gegen die Südländer hinreichend zügig fahren kann. Dazu müsste die Zahl der Neuinfektionen beträchtlich steigen und die Krankenhauskapazitäten ordentlich ausgebaut werden.

Nach nicht einmal 6 Wochen wirtschaftlicher Beschränkungen zeichnet sich jetzt schon eine Rezession mir noch nicht erlebten Ausmaßes ab:

- Gut die Hälfte der öffentlichen Plakatierungsflächen konnten offensichtlich nicht mehr vermietet werden und bleiben weiß! Der große Rest wird zu mindestens der Hälfte von der Zigarettenindustrie genutzt. Beim Rauchen gibt es offensichtlich keine signifikanten Rückgänge - ebensowenig wie beim privaten Alkoholkonsum. Naja, wenn man den Leuten sonst sämtliche Lebensfreuden nimmt, ist das wohl kein Wunder:

Seit ungefähr einem Monat gibt es kein Bundesliga-Fußballspiel mehr zu sehen, kein Theater, kein Kino, kein Tanz, kein Museumsbesuch, kein Besuch im Zoo, kein Konzertbesuch. Bis Ende August sind schon jetzt alle Großveranstaltungen abgesagt. Dies wird der Sommer der Unkultur! Und der Sommer 2021 wird voraussichtlicht genauso,

weil bis dahin, bei diesem Tempo, die Herdenimmunität eben nicht hergestellt sein wird - und das Impfserum noch nicht gefunden.

Ein Pathologe hat in Hamburg sämtliche Corona-Toten untersucht und kam (Heute-Journal vom 21.4.) zu einem sehr eindeutigen Ergebnis: Sämtliche Opfer hatten schwere Vorerkrankungen, welche sie ohnehin schon an den Rand des Grabes gebracht hatten. Das Corona-Virus hatte ihnen eben nur den letzten Rest gegeben. Dieser Befund wird durch die Altersstatistiken der Todesopfer (vgl. Einträge der Vortage) im Grunde nur bestätigt.



27. April

Der erste Tag mit Gesichtsschutzmaskenpflicht für Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel in NRW!

Gleich auf der Hinfahrt zum Garten sah ich einige derartig maskierte Frauen am Steuer mir entgegenkommender PKW. Das ist nach wie vor am Steuer nicht zulässig und sollte mal verstärkt von der Polizei kontrolliert werden! Werde diese mal hierüber informieren. Allerdings ist es natürlich hygienisch nicht unproblematisch, wenn man sich vor und nach dem Aufsetzen der Maske im Zusammenhang mit dem Zutritt zu einem Discounter nicht einmal die Hände waschen kann. Mir ist kein Einzelhändler bekannt, der dem Kunden die Gelegenheit zum Händewaschen böte! Schon vor wenigen Jahren ist mir sehr negativ aufgefallen, dass in der Öffentlichkeit überhaupt praktisch keine einfach zugängliche Möglichkeit zur Handhygiene existiert. Öffentliche WCs sind eigentlich alle kostenpflichtig oder anderweitig beschränkt im Zugang. Damals hatte ich mal eine gebrochene Fahrradspeiche direkt bei Meinhövel nach dem Kauf gewechselt und musste mir dann an der Stadtbibliothek erst einmal den WC-Schlüssel leihen - nur um die ölverschmierten Hände waschen zu können.

Darüber hinaus besteht ganz allgemein das Klischee (ja, das klingt besser als Vorurteil!), Männer wüschen sich ja generell nicht die Hände, das weit verbreitet zu sein scheint. Nicht nur, dass sehr häufig an den Waschbecken von Herren-WC oft die Seife nur sporadisch nachgefüllt wird, nein, auch wenn man dann dem zuständigen Personal mal bescheid sagt, wird trotzdem nicht nachgefüllt (mongolisches Restaurant an der Willy-Brandt-Allee). Mit der Handhygiene, so scheint's, liegt noch vieles im Argen.

Auf dem Weg zum Garten dann der erste maskierte Besuch bei Aldi auf der Heidestraße. Das Einkaufen macht nun wirklich jetzt keinen Spaß mehr. Nicht nur, dass man den eigenen Mief jetzt wieder einatmet und generell schlechter Luft bekommt. Da man die Mimik der anderen Kunden nicht mehr erkennen kann, sind natürlich auch zaghafte Flirt-Versuche nun völlig aussichtslos. Interessanterweise nahm allerdings eine hübsche Frau im Gespräch mit mir ihre Maske kurz ab. Ob das allerdings im Sinne der Initiatoren dieser Verordnung sein mag? Auch die Aldi-Mitarbeiter im Gespräch mit den Kunden - nicht nur die mit Plexiglas geschützten an der Kasse - sah ich zeitweise durchaus unverhüllt. Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf?

Demnächst werden die Bürger noch verpflichtet, den Gessler-Hut beim Passieren zu grüßen.

Aber es rührt sich auch schon Widerstand. Seit wenigen Wochen gibt es in Österreich eine Initiative für evidenzbasierte Corona-Informationen (ICI) mit dem Slogan "mundtot" für solche Gesichtsmasken.

Folgende Parteien sind für mich nicht mehr wählbar, weil sie den grundsätzlichen Merkel-Kurs zum Schaden von Freiheit, Wirtschaft und Kultur mittragen und allenfalls in Nuancen von diesem Kurs abweichen:

CDU/CSU, SPD, Grüne, Die Linke.

Von den etablierten Parteien opponieren nur noch die AfD und die FDP. Die AfD ist aus anderen Gründen eigentlich nicht wählbar.

Die FDP schmeckt mir eigentlich politisch nicht. Wie ist die Haltung der Piraten? Von denen höre ich gar nichts mehr!



28. April

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht von einer "neuen Normalität", zu der man bald gelangen werde. Ist es normal, wenn man bald einen Friseurbesuch vorher telephonisch anmelden muss, derselbe wegen der Sicherheitsmaßnahmen und einer nun obligatorischen Haarwäsche dann mindestens das Fünffache kosten wird? Ist es dann normal, dass Einkäufe einfach keinen Spaß mehr machen, weil man beim Einkauf nicht mehr vernünftig atmen kann und im Hochsommer noch unter der Maske schwitzt?

Diese "neue Normalität" - ohne Tanz und Großveranstaltungen und Versammlungen sollen die Bürger mindestens 2 Jahre ertragen?



Mai 2020

6. Mai

Habe zu Beginn der Woche im Radio gehört, dass die bislang schnellste Entwicklung eines Impfserums - gegen Mumps - "nur" vier Jahre gedauert hat.

Heute hat die Internetkonferenz von Frau Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder ergeben, dass weitere "Lockerungen" der bisherigen Maßnahmen stattfinden sollen - unter der Maßgabe, dass 50 Neuinfektionen je 100 Tsd. Ew. nicht überschritten werden! Somit hat also kein Wandel in der bisherigen Strategie, die Pandemie auf sehr kleinem Niveau zu halten, bis zur Entwicklung eines Impfstoffes, stattgefunden. Bei dem angestrebten Infektionstempo würde es mindestens ein Vierteljahrhundert (!) dauern, bis eine Herdenimmunität hergestellt wäre. Somit könnte ich fest damit rechnen, bis zu meinem Lebensende in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen zu müssen! Da kommt bei den ganzen "Lockerungen" keine Freude auf - und man fragt sich allen Ernstes, wie lange sich das Volk derartige Einschränkungen wohl gefallen lässt: Mit den Masken macht selbst das Einkaufen keinen Spaß mehr und Kultur oder nur ein Restaurantbesuch, aber auch Reisen werden in den kommenden Jahren aufgrund der Abstandsregelungen und der damit verbundenen Kosten und Preise wohl nahezu ausschließlich einem sehr elitären Kreis vorbehalten bleiben. Aber Hauptsache, das Bankenzinsluder kann demnächst im kleinen Zirkel die Wagner-Festspiele in Bayreuth noch genießen...

Indem unser Ministerpräsident, Armin Laschet, diese Kröte der Infektionsobergrenze geschluckt hat, werden weitere "Lockerungen" wohl lange auf sich warten lassen - und man darf sich wohl darauf einstellen, dass Massenveranstaltungen jedweder Art und auch wohl das Tanzen auf Jahre nicht mehr möglich sein werden, es sei denn, diese Politik wird einfach abgewählt!

12. Mai 2020

Ab gestern sind die Tanzschulen wieder geöffnet - unter strengen Hygieneregeln!

Wie beim Restaurantbesuch müssen sich alle Besucher mit ihrer Anschrift registrieren und es tanzen nur feste Paare, d.h. Partnerwechsel im Kurs geht nicht. Außerdem müssen die Paare voneinander immer schön Abstand halten - mindestens 1,5 m. Wie das beim Tango Argentino funktionieren soll, ist mir schlicht ein Rätsel. Wenn da ein Paar im Kurs auf der Stelle tanzt, steht alles. Dann gibt es auch noch verschieden große Paare mit unterschiedlichem Vorschub. Gemeinsam umkleiden wird natürlich auch nicht gehen! Alles eine recht öde Angelegenheit, wie es scheint! Aber ich habe nun eine TP in spe, Sonja aus Oer-Erkenschwick, ca. 53 Jahre, 1,80 groß und 92 kg schwer. Hoffentlich muss ich da ab Juni beim Tanzen keine Maske tragen, denn bei der Masse, die ich da in Schwung setzen muss, kann das ganz schön anstrengend sein, zumal das noch eine (allerdings nicht blutige) Anfängerin ist!

Richtige Tanzveranstaltungen zur Übung liegen außerdem in weiter Ferne - wegen der Abstände und dem Festgenageltsein auf den einen Tanzpartner. Neue Tanzpartner kann man so offline natürlich auch nicht mehr kennenlernen. Eigentlich müsste jetzt eine Blütezeit für Internet-Tanzpartnerbörsen sein, weil man ja anders keinen Partner mehr findet. Sehr schade, dass tanz-mit-mir vor gut 2 Jahren - wegen der DSGVO und des SSL-Verschlüsselungsaufwandes wohl - den Betrieb eingestellt hat. Richtigen Ersatz habe ich bis heute nicht finden können. Da muss ich demnächst wohl meine Tanzmaus.ga in Betrieb setzen, was aber einige Fertigkeiten vorausetzt:

- SSL-Verschlüsselung und Zertifikate, die alle Vierteljahre erneuert werden wollen

- Datenbank-Programmierung mit MySQL

- Berücksichtigung der Anforderungen durch die DSGVO

- Ja, und dann braucht es natürlich noch eine Seitenstruktur!



Heute in den Tagesthemen und an den vergangenen Tagen in anderen Magazinen und Medien das Aufregerthema: Corona-Impfgegner! Wovon, bitteschön, soll denn dieses Thema ablenken??? Ein Impfserum gegen CoViD19 ist noch in weiter Ferne, das dauert - mindestens - 2 Jahre! Einige Experten (Report München) sind noch nicht einmal sicher, dass überhaupt eines gefunden werden wird. Das ist eine Diskussion über ungelegte Eier, fast schon so wie darüber, was man denn unternehmen sollte, wenn es Hinweise auf höhere Lebewesen in einem anderen Sonnensystem gäbe!

20. Mai 2020

WAZ: Interview mit Herrn Montgomery, Vertreter der Ärzteschaft. Er hält wenig von einer Nachverfolgung der Infektionsketten, wie die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen und die Bundesregierung sie favorisieren - wegen der langen Inkubationszeiten und der dadurch unübersichtlichen und unzähligen Kontakte vor Bekanntwerden der Infektion, die zwangsläufig das Personal der Gesundheitsämter überfordern. Außerdem: Was soll das, wenn die Dunkelziffer der Infektionen rund zehnmal so hoch ist wie die Zahl der erfassten Infizierten? Aber sicher entstehen durch die Infektionsnachverfolgung wieder einige Tausend zusätzliche Jobs - für junge Frauen natürlich! Ob die Arbeit sinnvoll ist, das ist natürlich dann völlig egal. Mich erinnert das an diesen einen Film ("Du bist nicht allein") mit Katharina Thalbach, in der ihr Alter Ego den Innenraum einer völlig leeren Traglufthalle überwacht. Da wird Arbeit ad Absurdum geführt. Wenn tatsächlich Interesse daran bestünde, alle Infektionen zu erfassen, dann müsste man zumindest alle Personen auf das Virus testen, die auch nur einen Teil der Krankheitssymptome aufweisen. Bis vor kurzem zumindest wurden Testwünsche solcher Personen jedoch häufig abgewiesen, wenn es sich nicht um Notfälle handelte.



16.6.2020

Corona-Warn-App

Seit heute ist diese völlig sinnfreie App freigeschaltet: Jeder Depp lädt die App. 1 Mio Downloads sollen schon erfolgt sein. Sie läuft nur auf neuen Apple- und Android-Betriebssystemen und nur mit eingeschaltetem Bluetooth. Sie wird nicht funktionieren, weil nur der geringste Teil der Bevölkerung von der eigenen Infektion erfährt (hohe Dunkelziffer), der Anteil der Bevölkerung mit inkompatiblen Betriebssystemen signifikant ist, und Bluetooth den Akku zu schnell leer saugt.



19. Juni 2019

Bericht einer Fernsehreporterin des WDR aus El Arenal (Mallorca), wo die Touristen früher Sangria aus Eimern tranken, und nun endlich der Tourismus nach dem Corona-Shut-Down wieder anläuft: "Es ist Wahnsinn, es ist hier nichts los!"

Es sollen mittlerweile 10 Mio. Deppen die Corona-Melde-App heruntergeladen haben. Bei wie vielen da wohl die App tatsächlich arbeitet? Wie viele werden die App gleich nach dem Download wieder gelöscht haben? Bei Apple funktioniert sie nur mit den allerneuesten IOS-Versionen!

Im Kreis RE (Stimberg-Zeitung) zeigt sich, was das Volk in den nächsten Monaten und Jahren erwarten darf: Immer wieder neue Schließungen von Kitas und Schulen aufgrund einzelner Ausbrüche von Corona und der folgenden Quarantäne-Maßnahmen.

In der Wissenschaftssendung Quarks des WDR ist heute zu hören, dass nahezu alle "vielversprechenden" Impfseren sogenannte RNA-Impfstoffe sind, die sich auf die "Stachel" in der Außenhülle des Virus konzentrieren. Gerade diese "Stachel" jedoch sind in Europa starken Mutationen unterworfen, so dass diese RNA-Seren, die das Immunsystem eigentlich trainieren sollten, wahrscheinlich wirkungslos sein werden, sobald damit geimpft wird. Da wird also voraussichtlich völlig sinnlos Geld für die Entwicklung von Impfseren verbrannt, die hinterher keiner mehr braucht. Aber Hauptsache, es gibt positive Presse!

25. Juni 2020

Nach der Infektion zahlreicher Werksvertragsmitarbeiter (mehr als tausend) beim Fleischverarbeiter Tönnies in den vergangenen Wochen gibt es in Gütersloh und benachbarten Kreis Warendorf, wo diese Leute aus Südosteuropa wohnen, erneut einen Shut Down für rund 2 Wochen.

In Moers sind ebenfalls bei einem Fleischverarbeiter, der Döner herstellt, fast hundert Arbeiter erkrankt.

In den Medien gibt es immer wieder weltfremde Journalisten, die allen Ernstes hoffen, dass es keine "zweite Welle" geben werde und offensichtlich glauben, die Pandemie lasse sich ganz ohne Herdenimmunisierung oder Immunisierung über einen Impfstoff eindämmen. Traurig, wieviel Platz diesen Leuten in den Medien eingeräumt wird. Worauf stützen sich derartige Hoffnungen? Man möchte ja gerne glauben, Europa sei eine einsame Insel mit kontrollierbaren Außengrenzen. Tatsächlich aber ist Europa Bestandteil der eurasischen Festlandplatte mit internationalem Warenverkehr und weitgehender interner Freizügigkeit der Arbeitskräfte. Da wird es bis zur sehr fraglichen Entwicklung eines Impfserums noch unzählige "Wellen" geben, in deren Folge dann grundlegende Freiheitsrechte beschnitten werden. Ob wohl das "Ermächtigungsgesetz" von Ende März 2020 Ende September tatsächlich ausläuft? Situativ ist nicht damit zu rechnen! Bleibt zu hoffen, dass diese Bundesregierung nebst ihrer völlig verfehlten Corona-Strategie im Herbst kommenden Jahres vom Heer der Unzufriedenen abgewählt wird und die Stimmen nicht der AfD zugute kommen.

Gestern war in Plusminus (ARD) zu sehen und hören, dass alleine 2-3 Mio. Selbständige im Kulturbetrieb praktisch keine Förderung erhalten, obwohl sie schon 1/4 Jahr unverschuldet praktisch Berufsverbot haben - skandalös, wenngleich mir auch nicht so neu!

26. Juni

Auch der WDR (WDR5) widmet sich in seiner Kultursendung den betroffenen Künstlern und Kulturschaffenden in der Corona-Krise. Es ist ein heißer Tag (33 Grad Celsius messe ich in MH-Styrum) und das dem Garten benachbarte Naturbad bietet wahrscheinlich Abkühlung nur nach telephonischer (oder Internet-)Vorbestellung. Für mich, der ich in früheren Jahren zumeist nur ca. 1 1/2 h das Bad besuchte, völlig indiskutabel. Auch der Eismann, der manchmal nach dem Badbesuch noch eine Leckerei bot, dürfte bei diesen Verhältnissen mit seinem Wagen wohl nicht vor Ort sein.

13. Juli 2020

Es mehren sich in den Medien Berichte, nach denen sowohl eine Infektion als auch voraussichtlich ein Impfserum einzelne Individuen nur wenige Monate gegen eine (erneute) Infektion immunisieren werden - je schwächer der Krankheitsverlauf, desto kürzer. Vor diesem Hintergrund wird auch die Wirksamkeit potentieller, noch nicht entwickelter Impfstoffe immer fraglicher.

Das Freibad in MH-Styrum hat - an einem sehr schönen, sonnigen, Montag in den Ferien! - geschlossen, wohl weil die Lufttemperatur um 10 Uhr noch unter 28 Grad lag. Im Garten an der Laube messe ich am frühen Nachmittag bereits 29 Grad Celsius! In den nächsten Tagen (bereits morgen) wird's kühler bei größtenteils starker Bewölkung und Regen - da hat das Naturbad in Styrum dann geöffnet!

Wenn ich einkaufen muss und die Luftfeuchtigkeit ist hoch, muss ich mittlerweile fast immer meine Brille abnehmen, die durch die Maske oft so stark beschlägt, dass ich damit noch schlechter sehe als ohne. Diese Probleme scheint unser Gesundheitsminister wohl nicht zu haben, der in etwa von "leichten Beeinträchtigungen" durch die Mund-Nasen-Maske spricht. Starke Kurzsichtigkeit scheint dieser Ignorant wohl nicht zu kennen. Ob er auch den Blinden ihren Blindenstock wegnähme oder den Lahmen die Krücke, wenn sich hierdurch die Infektionsgefahr geringfügig reduzieren ließe?

Im Urlaub an der Mecklenburger Seenplatte wurde die Maskenpflicht für das Personal und vagabundierende Gäste in Gaststätten recht unterschiedlich gehandhabt - von penibler Einhaltung der Vorschriften bis zum vollkommenen Ignorieren derselben incl. Nichterfassung der Personaldaten der Gäste und mutmaßlichen Steuerbetrug (ohne Rechnung) in einem kurdischen Restaurant (am Marktplatz des Ortes!). In letzterem Beispiel fehlte sogar die Seife auf den Toiletten, die sich überdies in einem hygienisch schlechten Zustand befanden. Außerdem war auch noch das Licht auf der Örtlichkeit ausgefallen, was nur deshalb noch akzeptabel schien, weil etwas Tageslicht in die Räumlichkeit gelangte...

20. Juli 2020

Seit der vergangenen Woche dürfen Kontaktsportarten mit wechselnden Kontakten mit bis zu 30 Personen wieder stattfinden. Das hat sich offensichtlich allerdings besonders bei den Damen noch nicht so ganz herumgesprochen - oder diese müssen wegen familiärer oder beruflicher Einschränkungen besonders vorsichtig sein. Bei der Practica in Herne am vergangenen Donnerstag gab es infolgedessen erstmals seit langem einen derartig starken Männerüberschuss, dass ich kaum zum Tanzen kam. Vorerst werde ich also nur noch zur Practica/Milonga kommen, wenn ich wieder eine feste Partnerin dafür habe, respektive mich mit jemandem dort verabredet habe, um halbwegs auf meine Kosten zu kommen.

Für den Herbst wird ein starker Anstieg der Insolvenzen von Unternehmen erwartet - etwa 1/3 mehr als vor einem Jahr! Das ist durchaus nicht pessimistisch, wenn man bedenkt, dass zur Zeit des dreimonatigen Shut Downs von Mitte März bis Mitte Mai zeitweise gut 10 Mio. Arbeitnehmer (also gut 1/4 der Beschäftigten) in Kurzarbeit war.

Damit das Stellenangebot im System des Arbeitsamtes nicht ganz so dürftig aussieht, hat sich das Arbeitsamt eine optische Verbesserung einfallen lassen: Sucht der Arbeitnehmer nur Vollzeitarbeit, werden nunmehr auch Teilzeitstellen als Volltreffer angezeigt. Warum auch nicht? Soll der Arbeitnehmer doch zwei Stellen annehmen, wenn er finanziell eigentlich eine Vollzeitstelle benötigt! Womöglich werden die Minijobs auch noch besser bezahlt als normale Arbeit? Gerne hätte ich mal Einblick in die Hirnwindungen der verantwortlichen Leiter der "Arbeitsagentur"!



21. Juli 2020

In der vergangenen Nacht haben die Staatschefs der EU - nach zähen Verhandlungen - ein EU-Haushalt von insgesamt 1,8 Billionen (!) Euro beschlossen, von denen rund 700 Mrd. Corona-Hilfen sein sollen - und davon wiederum etwa 380 Mrd. Euro Zuschüsse. Ostdeutschland profitiert auch von dem Hilfspaket - dafür hat Frau Merkel schon gesorgt. Warum aber eigentlich nicht das Ruhrgebiet, dem es schlechter geht als vielen Teilen Ostelbiens? Nun, was genau beschlossen worden ist, wird sich erst noch zeigen - ebenso, ob das Geld nicht teilweise sinnlos vergeudet wird.

24. Juli 2020

Die ursprünglich mit den EU-Corona-Hilfen zu verknüpfenden Richtlinien für Demokratie und Menschenrechte finden sich im Verhandlungsergebnis der EU-Kommission praktisch nicht wieder, sind wachsweichen Formulierungen gewichen. Die Staatenlenker der Nehmerländer Polen und Ungarn, in denen der Abbau des Rechtsstaats in jüngster Zeit weit vorangeschritten ist, jubilieren. Der Herr Weber aus dem EU-Parlament zweifelt zwar öffentlich an, dass die Vorlage der Kommision vom Parlament in dieser Form durchgewunken werde, wesentliche Änderungen daran wird es aber wohl nicht geben - das war auch früher schon immer so! Dann müsste ja alles mit weit über 20 Staaten neu verhandelt werden. Wie lange soll das denn dauern, wenn man für diesen faulen Kompromiss schon über 4 Tage benötigt hat? Man sollte die EU für das nehmen, was sie tatsächlich ist: In erster Linie eine Wirtschaftsgemeinschaft - nunmehr zwar nach wie vor ohne gemeinsame Fiskalpolitik, aber mit gemeinsamer Geldpolitik und Währung und nun auch endlich gemeinsamer Verschuldung, was denjenigen, die danach noch diesen Staatenbund verlassen möchten, diesen Schritt noch weiter erschweren wird. Glückseliges Großbritannien! Die haben den Absprung noch zeitig geschafft. Den Gegnern des BrExits im vereinigten Königreich wird auch dies bald dämmern!

Gestern war wieder ein sehr schöner Hochsommertag - mit zwar moderaten Temperaturen, aber intensivem Sonnenschein. Im Schrebergarten mit benachbartem Freibad kommt man an so einem Tag ja mal auf die spontane Idee, sich dort abzukühlen:

Ein Anruf im Freibad ergibt, dass eine telephonische Anmeldung für ein Zeitfenster zum Besuch nicht möglich ist, nur eine Online-Reservierung ist möglich.

Also gehe ich mit meinem Schmalband-Internet (30 kB/s) auf die Seite des Naturbades Styrum. Das dauert nahezu endlos lang, weil die "Web-Designer" der Site überhaupt nicht auf Performance geachtet haben, sondern ausschließlich auf schönes Aussehen. Immerhin bekomme ich die Hauptseite noch geladen - nach mehreren Minuten. In das Online-Reservierungssystem komme ich aber gar nicht mehr hinein, erfahre allerdings nach mehr als einer Viertelstunde vergeblicher Versuche, dass ich sowieso hätte spätestens bis 20.00 Uhr am Vortag(!) hätte reservieren müssen!

Bei diesen Konditionen würde es mich nicht wundern, wenn das Naturbad nicht einmal an Tropen-Wochenenden Corona-Vollauslastung hätte.

Wenn es nicht die Stadt Mülheim sein sollte, die diesen organisatorischen Unfug zu verantworten hat, würde ich dem Naturbad die öffentlichen Zuschüsse im Verhältnis der tatsächlichen Einnahmen zu den maximal möglichen an einem Tropentag kürzen, denn diese Inflexibilität der verantwortlichen Mitarbeiter sollte man auf keinen Fall fördern!

Dass es durchaus auch anders geht, zeigt das Naturbad in RE-Suderwich:

Da genügt eine vorherige, unkomplizierte, telephonische Anmeldung - noch am selben Tag. Außerdem zahlt man da nur die Hälfte des Eintrittspreises - in ruhigerer Umgebung mit mehr Grün!

Schade nur, dass es so weit weg von meinem Garten ist.

Da werde ich also, wenn ich vom Garten aus schwimmen möchte, demnächst gleich den Wolfssee an der Duisburger Seenplatte ansteuern. Das ist zwar für die Umwelt schlecht (hin und zurück gut 20 km), aber eben weitaus flexibler als die Nutzung des benachbarten (kostenpflichtigen) Naturbades. Selbst mit dem Auto wird's auch nicht teurer als der Eintritt ins Naturbad (4 EUR). Überdies ist das Wasser im Wolfssee noch sauberer und wärmer.

3. August 2020

Nun war ich in diesem Jahr bereits mehrere Male in Seen am Rande des Ruhrgebiets schwimmen - Auesee bei Wesel und Wolfssee in Duisburg, nicht zuletzt, weil die näheren Freibäder oft schon sehr zeitig ausgebucht sind.

Heute hat die Schulministerin von NRW die generelle Maskenpflicht für Schulen der Sekundarstufe ab dem Schulbeginn im August verkündet. Das ist schon eine arge Zumutung für die Kinder, die dann nahezu den ganzen Schultag so ein Ding tragen sollen. Frauen sollen doch angeblich so viel empathischer sein als Männer!

Nach meiner Auffassung ist Empathie die Fähigkeit, sich in die Situation seiner Mitmenschen hineinversetzen zu können. Daran scheint es dieser Ministerin eindeutig zu mangeln. Für mich ist es schon unerträglich, an einem heißen Tag für lediglich eine Viertelstunde damit den Discounter aufzusuchen. Die Brille beschlägt, so dass ich noch weniger sehe als ohne Brille - und das trotz starker Kurzsichtigkeit! Fragt sich allen Ernstes, ob das noch verhältnismäßig ist. Aber das wird ja jetzt allmählich juristisch geklärt. Bislang allerdings wurden noch alle Maskenverweigerer abschlägig beschieden. Vielleicht aber ist die Rechtsfindung hier auch noch in der Entwicklung. Allmählich erst zeichnet sich ja überhaupt ab, inwieweit Freiheit eingeschränkt wird und wie die Gefahren durch das Virus von ihrer Qualität und Quantität her tatsächlich einzuschätzen sind.



13. August 2020

Das erste Mal seit mindestens einem Monat hat es hier in Styrum mal richtig kräftig geregnet: Das Gewitter der vergangenen Nacht hat die beiden Regentonnen gut gefüllt.

Russland führt als weltweit erster Staat Impfungen gegen das Corona-Virus durch. Der Name des Serums,"Sputnik V", scheint Programm. Da das Serum bislang nur an etwa 100 Personen, darunter angeblich auch eine Tochter Wladimir Putins, getestet wurde, gleicht die Einführung einem großen Menschenversuch.

Die Anzahl der bundesdeutschen täglichen Neuinfektionen hat seit etwa einer Woche die Tausendermarke wieder überschritten, was nicht weiter dramatisch wäre, wenn man eine Herdenimmunität anstrebte und nicht auf ein Impfserum (das goldene Kalb) wartete.

Am vergangenen Wochenende, dem letzten vor dem Schulbeginn in NRW, waren praktisch alle Freibäder mehr als einen Tag vorher schon völlig ausgebucht. Ein Bademeister gab zu, dass sein Freibad nur etwa 10 Prozent des tatsächlichen Bedarfs abdecken könne! Gleich unter diesem WAZ-Artikel war zu lesen, dass an diesem superheißen WE - mit Temperaturen über 35 Grad Celsius - zahlreiche Menschen in Flüssen, Seen und Kanälen ertrunken waren. Die müsste man eigentlich zu den Corona-Toten hinzuzählen, da sie ja zum großen Teil Opfer der Corona-Schutzmaßnahmen geworden sind. Was für ein Irrsinn!

Verstöße gegen die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln sollen künftig mit Bußgeldern von 150 EUR geahndet werden. Ich fordere stattdessen: "Rübe ab!", denn viele Fahrgäste werden finanziell nicht in der Lage sein, so eine deftige Geldstrafe zu bezahlen.

Im Ernst: Wenn ich auf der Autobahn meinem Vormann auf der Stoßstange hänge, hat dieses asoziale Verhalten, mit dem ich andere Verkehrsteilnehmer weitaus mehr gefährde, seltenst irgendwelche Konsequenzen, weil einfach keine Zeugen vorhanden sind, die mein Tun gerichtsfest zu dokumentieren imstande sind.

31. August 2020

Soeben hat die Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin ergeben, dass nun die Obergrenze der wöchentlichen Neuinfektionen je 100 tsd. Ew. von 50 auf nur 35 gesenkt wird. Großveranstaltungen ab 500 Personen (vorher 1000) sind ab September auch nur noch nach Genehmigung zulässig. Der kommende Karneval 2021 ist schon komplett abgesagt, die Weihnachtsmärkte sowieso. Neuere Berichte über Neuinfektionen bereits vormals an Corona Erkrankter, verursacht durch Hüll-Mutanten des Virus, nähren den Verdacht, dass die Immunisierung weiter Teile der Bevölkerung über Impfseren brachial scheitern könnte.

Für den kommenden Winter, indem es keinesfalls einen Impfstoff gegen das Corona-Virus geben wird, kommt erschwerend hinzu, dass gegen Grippe zwar nun mehr Impfdosen produziert als in den vergangenen Jahren, aber mit nur 11 Mio. Dosen immer noch nicht einmal jeder siebte Bundesbürger versorgt wäre. Somit reichte es wahrscheinlich noch nicht einmal dazu, alle alten Menschen und die mit beruflich vielen sozialen Kontakten hinreichend vor Grippe zu schützen!

13. September 2020

Für immer mehr Regionen Europas spricht die Bundesregierung wegen Corona Reisewarnungen aus.

Heute ist Kommunalwahl in NRW. Trotz ziemlich geringer Wahlbeteiligung muss die Stadt Oberhausen wegen langer Schlangen vor den Wahllokalen aufgrund des Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern zusätzliche Wahlkabinen aufstellen. Allgemein werden die Wähler gebeten, ihr eigenes Schreibzeug mitzubringen, um Kontaktinfektionen zu vermeiden.

22. September 2020

Meine Obstbäume sind weitestgehend abgeerntet - sogar die Quitten, von denen ich immerhin noch rund 2/3 Eimer ernten konnte, obwohl es zunächst so aussah, als ob da überhaupt nichts an den Bäumen gehangen hätte. Insgesamt war es aber - abgesehen von den Kirschen, deren größter Teil jedoch der Kirschessigfliege zum Opfer fiel - ein extrem schlechtes Obstjahr in meinem Garten, das ich so noch nie zuvor erlebt hatte. Dieses Obstjahr endete auch ungewöhnlich früh (mindestens einen Monat eher als im Jahresschnitt), nachdem es auch mindestens 2 Wochen eher als üblich begonnen hatte (Haupterntezeit der Kirschen im Juni - wann hat es das bislang gegeben?).Zu ernten sind jetzt eigentlich nur noch die im Boden liegenden Kartoffeln und einige Hokkaido-Kürbisse, von denen ich erst Mitte September(!) den ersten in die Küche nehmen konnte. Bin mal gespannt, wann die Pflanzen absterben, denn Ende September soll ein Kälteeinbruch erfolgen, von dem ich nicht weiß, ob den die Kürbisgewächse überstehen werden.

Auch dieser Sommer war insgesamt viel zu trocken, wenngleich im Ruhrgebiet zum Teil auch nicht gerade sonnendurchflutet.

Gelsenkirchen hat aktuell knapp unter 50 Neuinfektionen je 100.000 Ew. wöchentlich, so dass Veranstaltungen und private Feste nunmehr ab sofort nur noch sehr eingeschränkt stattfinden können.

Allgemein stimmen die Regierungen die Bürger nun darauf ein, dass mit einem Ende der Corona-Beschränkungen vor dem kommenden Sommer nicht zu rechnen ist. Die täglichen Neuinfektionen in Deutschland sind zwar stark gestiegen, von wenigen Hundert im Lock Down auf nunmehr gut 2.000, gleichwohl würde es bei diesem Tempo immer noch gut 1/2 Jh. dauern, bis eine hinreichende Durchseuchung und Immunisierung erreicht wäre - unter der (fälschlichen) Annahme, dass die Immunisierung durch eine Infektion ewig währe und die Hülle des Virus nicht mutiere!

Obwohl die Inverkehrnahme eines Impfserums noch in weiter Ferne liegt und die Anzahl der produzierten Impfdosen dann sicherlich sehr begrenzt wäre, ist es offensichtlich sehr populär, sich jetzt schon Gedanken über eine Impfpflicht zu machen. Davon zeugen zahlreiche Talk Shows und dümmliche Kommentare in Nachrichtensendungen und Printmedien. Als ob es nicht dringendere Probleme gäbe!

10. Oktober 2020

Die meisten Großstädte überschreiten mittlerweile den Inzidenzwert von 50 Infektionen je 100.000 Ew./Woche, womit sie verschärfte Regeln für Zusammenkünfte von Personen erlassen müssen. Die täglichen Neu-Infektionszahlen sind zwar auf über 4000 angestiegen, jedoch ist die Zahl der intensiv Behandlungsbedürftigen äußerst gering, weil vorwiegend junge Leute am Infektionsgeschehen teilnehmen. Der Virologe Hendrik Streeck (Bonn) rät deshalb dazu, diesen neuen Verhältnisse Rechnung zu tragen.



2. November 2020

Nachdem die Infektionszahlen in den vergangenen Woche sich bundesweit auf fast 20 Tsd. täglich erhöht haben, gibt es ab heute bis mindestens Ende November den zweiten Lock Down. Praktisch alle Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen müssen schließen, ebenso die gesamte Gastronomie. Essen darf nur noch geliefert werden. Schulen, Bibliotheken und Buchhandlungen bleiben geöffnet wie der allgemeine Einzelhandel. In ganzseitigen Anzeigen fordert der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet, auch Solidarität mit Künstlern und Gastronomen ein. Wie das? Sollen wir nun die Betroffenen beklatschen, um die durch das staatlich verordnete Berufsverbot erzeugten Einnahmeausfälle zu kompensieren? Wäre es nicht eigentlich Aufgabe des Staates, einen finanziellen Ausgleich für diejenigen zu schaffen, denen er die Existenzgrundlage nahezu grundlos entzieht? Das ist einach nur zynisch!

Sollen etwa die Arbeitslosen, die noch weniger als je zuvor Aussicht auf eine Erwerbstätigkeit haben, für die nun alternativlos zur Untätigkeit Verdammten spenden? Ich bin gespannt, welchen Umfang das vage in Aussicht gestellte Hilfspaket für die bislang vernachlässigten Corona-Maßnahmen-Geschädigten haben wird.

3. November 2020

Am zweiten Tag des Lock Downs sind die Neuinfektionen von über 19 Tsd. auf nun etwas über 15 Tsd. zurückgegangen. Dies kann aber kaum mit dem Lock Down zusammenhängen: Dafür ist die Inkubationszeit zu lang!

Auffällig scheint mir, dass ausgerechnet in der vergangenen Woche, der ersten Schulwoche nach den zweiwöchigen Herbstferien in NRW, die Anzahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche sich nahezu verdoppelte. Zwar sollen Kinder und Jugendliche tendentiell sogar etwas weniger stark die Infektionen an ihre Mitmenschen weitergeben, jedoch kommen sie offensichtlich eben mit sehr viel mehr Menschen in Kontakt. Das kann man ihnen nicht vorwerfen, ist aber wohl so. Vor diesem Hintergrund stellt sich alsdann die Frage, was denn dieser "Lock Down light" bringen soll, wenn Einrichtungen, die nachweislich wenig zum Infektionsgeschehen beitragen, wie Theater und Gastronomie, geschlossen werden, die Schulen aber geöffnet bleiben?

Ich wäre der Letzte, der nun das "Home schooling" favorisieren würde, das stets zum Nachteil gerade der leistungsschwachen Schüler ist.

Was ist wichtiger? Die Nichtüberlastung eines auf Kosteneffizienz getrimmten Gesundheitswesens, für das man keine Reserven einplanen möchte - oder die Funktionsfähigkeit des gesamten Gesellschaftssystems, zu dem nicht nur das Gesundheitswesen, sondern auch Bildung, Kultur, Sport Freizeit und Wirtschaft gehören? Darauf läuft der Diskurs letztendlich hinaus!

Wie oft möchte Frau Merkel das Gesellschaftsleben noch herunterfahren? Wenn im kommenden Frühjahr der Impfstoff nicht im erhofften Maße mit der erhofften Wirkung zur Verfügung steht, müssen sich die Regierenden warm anziehen. Zunehmende Berichte über Personen mit mehrfachen Corona-Infektionen (so z.B. auch ein Bericht über einen Orchestermusiker aus Gelsenkirchen in der heutigen WAZ) binnen weniger Monate könnten ein starkes Indiz dafür sein, dass ein potentielles Impfserum im besten Falle unschädlich, aber wenig wirksam, ist.

12. November 2020

Die täglichen Neuinfektionen liegen nun bei knapp über 20 Tsd. - ungefähr so hoch wie zu Beginn dieses Lock Downs. Exponentielles Wachstum ist das zwar nicht mehr, aber es zeichnet sich ab, dass sich die absolute Zahl durch die gegenwärtigen Maßnahmen nicht signifikant reduzieren lässt. Im Gegenteil: Da mittlerweile teilweise auch weniger getestet wird, ist sogar davon auszugehen, dass die tatsächlichen Zahlen nach 10 Tagen des Lock Downs noch viel höher liegen.

Bei fehlendem Ausbau der Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern müsste der Lock Down also verlängert werden bis zur flächendeckenden Durchimmunisierung weiter Bevölkerungsteile durch einen Impfstoff, die selbst im günstigsten Fall nicht vor Ende des kommenden Jahres (2021) zu erwarten ist.

Alternativ böten sich schärfere Lock Downs von etwa 2 Monaten - wie von Ende März bis Ende Mai 2020 - halbjährlich an, bei denen das Virus jeweils auf ein Minimum eingedämmt würde, um darauf sich wieder exponentiell zu verbreiten.

Beide Methoden hätten zur Folge, dass bis zur Herdenimmunisierung der Kulturbetrieb tot ist und die übrige Wirtschaft so schwer in Mitleidenschaft gezogen, dass die Erholung mindestens eine Dekade in Anspruch nehmen wird.

Jetzt schon stimmen führende Politiker die Bevölkerung auf eine Verlängerung dieses Lock Downs über den 30. November hinaus ein.

Am vergangenen WE wurden in Dänemark 17 Mio. (!) Nerze getötet, da bei ihnen ein Corona-Mutant entdeckt worden war. Die Tiere wurden bis dahin in nicht artgerechten Kleinstbehältnissen gehalten, so dass der Tod eine Erlösung gewesen sein wird - wenngleich die Vergasung mit CO auch nicht gerade die schmerzfreieste Art der Tötung sein soll. Möglicherweise wird jetzt aus den Tieren Bio-Diesel hergestellt - kein Witz, so wurden schon andere Kadaver verwertet!

Zu Beginn dieser Woche gab es einen großen Medien-Hype um die bevorstehende Zulassung eines Impfserums in - den USA! In Europa ist die Zulassung noch in weiter Ferne, aber man macht sich jetzt schon Gedanken über eine Impfpflicht - und das bei voraussichtlich weniger als 60 Mio. Imfdosen für rund 83. Mio. Einwohner und einem prognostizierten Impfzeitraum von günstigstenfalls einem ganzen Jahr. Bei ähnlicher Immunisierungsdauer wie der Grippe und unter Berücksichtigung der etwa halbjährig neuen Mutationsvarianten wird es wohl ausreichen, diejenigen zu impfen, die dies unbedingt wollen oder brauchen.

13. November 2020

Manche Theater wollen jetzt - aus lauter Not - ihre Premieren nun streamen. Hier sehe ich eine Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, das ja eigentlich zu den Kultureinrichtungen gehört, die eben nicht direkt von den Corona-Maßnahmen betroffen sind: Warum nicht mal - in dieser kulturellen Notsituation - einige dieser unzähligen Talk Shows durch Live-Theater-Aufführungen ersetzen und den Theatern hierfür anständige Vergütungen bezahlen? Für Fußball ist doch auch reichlich Geld da!



19. November 2020

Gestern haben Bundestag und -rat im Eiltempo das neue Bundesinfektionsschutzgesetz durchgewunken, mit dem der Bund mehr Einfluss erhält. Die Inzidenzzahl von 50 Neuinfektionen auf 100 Tsd. Ew. ist nun sozusagen "in Stein gemeißelt", auch wenn sie nicht unbedingt etwas darüber aussagen muss, ob das Gesundheitssystem nicht vielleicht mit viel höheren Zahlen klar käme. Aber diese Regelung schützt natürlich die privaten Klinikkonzerne, z.B. die vom Bertelsmann-Konzern gehaltenen Rhön-Kliniken, vor einem starken Ausbau ihrer Intensivbetten-Kapazitäten, der für sie langfristig unprofitabel wäre.

Da sowohl die Unionsparteien als auch die SPD wohl Parteispenden in nicht geringer Höhe vom Bertelsmann-Konzern erhalten (die genaue Höhe wird man bestenfalls in Dekaden erfahren), überrascht der schnelle Beschluss nicht. Zudem wurde ja auch schon zuvor die Pharmaindustrie mit Milliardensummen für die Impfstoffentwicklung gepäppelt.

Ein freiwilliger Kurswechsel der Bundesregierung bezüglich der Corona-Strategie (Eindämmung und Impfung versus Herdenimmunisierung) ist aber im Grunde auch seit Sommer 2020, bis zu dem die Weichen gestellt wurden, nicht mehr zu erwarten.

Es könnte höchstens sein, dass der 50-er Wert sich nur wieder mit derartig drakonischen Maßnahmen der sozialen Isolation erreichen ließe, dass dann große Teile der Bevölkerung auf die Barrikaden gehen! In Gelsenkirchen liegt der Wert aktuell bei dem Vierfachen (rund 218), in anderen Städten des Ruhrgebiets in gleicher Größenordnung. Nach über 2 Wochen des Lock Downs "light", bei dem fast alle Kultur- und Sporteinrichtungen sowie die Gastronomie geschlossen blieben, hat sich die Anzahl der Neuinfektionen bestenfalls stabilisiert und ist offensichtlich vorerst mit den aktuellen Maßnahmen nicht nennenswert zu reduzieren.

Wenn man sich die Infektionskarten so anschaut, fällt eine gewisse Korrelation des Infektionsgeschehens mit dem Anteil der Migranten an der Bevölkerung auf. In Gelsenkirchen, Herne und Duisburg leben besonders viele davon. Nun wäre es falsch, diesen die Schuld für das Infektionsgeschehen in die Schuhe zu schieben. Wir sind ja ein Einwanderungsland und wollen das auch sein! Kann man aber dann von unseren neuen Mitbürgern sofort erwarten, dass sie sich sozio-kulturell gleich derart anpassen, dass sie nur unwesentlich mehr und intensivere Sozialkontakte pflegen als die "Kartoffeln"? Passen diese Mitmenschen noch zur Virus-Eindämmungsstrategie der Soziopathin Angela Merkel, deren Heimat als nahezu ausländerfrei zu bezeichnen ist? Ich sehe da eine große Inkongruenz. Das Modell der Herdenimmunisierung wäre passender für ein weltoffenes Land in einem System mit freiem Verkehr von Waren und Personen.

Aus den aktuellen Zahlen für GE (4017 Infektionen und 26 Todesfälle) berechne ich eine Mortalität von 6,5 Promille im Zusammenhang mit Corona. Zwar treten die Todesfälle mit einiger Verzögerung auf, so dass 1 Prozent, bezogen auf die offiziell ermittelten Infektionen, wohl realistischer ist. Andererseits aber werden längst nicht alle Corona-Infektionen statistisch erfasst, so dass der von Dr. Hendrik Streeck in seiner Osterstudie prognostizierte Größenbereich der Mortalität von 2 bis 4 Promille bundesweit nach wie vor sehr realistisch ist - hingegen der von Herrn Karl Lauterbach genannte Anteil von 2,5 Prozent (!) für Deutschland dramatisch übertrieben erscheint. Oder kann Herr Lauterbach Prozent von Promille nicht unterscheiden (wie Frau Merkel brutto von netto)?

In GE liegt die Mortalität in Bezug auf Corona sicher etwas höher als im Bundesdurchschnitt, da

- hier besonders viele alte Menschen leben.

- es die Raucherhauptstadt Deutschlands ist.

- die Luftverschmutzung hier auch extrem ist.



26. November 2020

Im Horster Käseblatt werden Karten für en Weihnachtszirkus im kommenden Januar verlost. In der WAZ gibt es ein Gutscheinheft für viele Veranstaltungen und Reisen im kommenden Jahr - darunter auch der Weihnachtszirkus, die samt und sonders nicht stattfinden werden! Wie es die Spatzen schon von den Dächern pfiffen, werden die derzeit im Lock Down bestehenden Maßnahmen - bis auf etwa 1 Woche ab dem 20. Dezember - nicht nur fortgesetzt, sondern ab Anfang Dezember auch noch beträchtlich verschärft: Maskenpflicht nun auch noch vor Geschäften und auf Kundenparkplätzen, weiter reduzierte Kundenfrequenzen je Ladenfläche, persönliche Kontakte nur noch in Gruppen von maximal 5 Personen aus maximal 2 Haushalten - überall, also auch in Privaträumen, wo es aber eigentlich nicht kontrolliert werden kann. Der Anlass: Die Inzidenzwerte der Neuinfektionen stagnieren auf "hohem" Niveau, was sich bereits um den 10. November herum abzeichnete. Für Frau Merkels fixe Idee von der Nachverfolgung des Infektionsgeschehens durch die Gesundheitsämter müssten jedoch überall die Inzidenzwerte unter 50 Neuinfektionen je 100 Tsd. Ew. und Woche sinken. Da andererseits die Regierungen in Bund und Ländern das Infektionsgeschehen nur völlig unzureichend wissenschaftlich erforschen, weiß man eigentlich so gar nicht recht, wo man den Hebel noch ansetzen müsste, um die Werte zügig auf rund 1/4 zu reduzieren. Da Deutschland keine Insel ist, ist es vielleicht auch derzeit etwas unrealistisch, Traumwerte von 50 und weniger zu erwarten, während in den Nachbarländern derzeit mehrere hundert bis tausend Fälle gängig sind.

Kanzleramtsminister Braun (ist es ein Zufall, dass sich das Bankenzinsluder mit so vielen fetten Männern umgibt?) hat die Bevölkerung nun schon darauf eingestimmt, dass der Lock Down bis ins Frühjahr hinein dauern könnte. Tatsächlich ist eine Entspannung vor 2022 nicht zu erwarten. Vorher ist keinesfalls mit einer hinreichenden Immunisierung der Bevölkerung durch Impfung zu rechnen. Aber das möchte man so natürlich nicht direkt kommunizieren, denn das könnte viele Menschen sehr deprimieren - und andere zur Rebellion bringen.

Meine Prognose zum Infektionsgeschehen: Da wahrscheinlich schon jetzt das Gros der Infektionen bei den jüngeren Menschen stattfindet und in Bereichen, die sich vom Staat schwer kontrollieren lassen, wird die weitere Verschärfung der Maßnahmen auch nicht den durchschlagenden Erfolg zur Eindämmung der Infektionen bringen, so dass dieser Lock Down möglicherweise über den Januar hinaus fortgeführt werden wird und danach keinesfalls der letzte gewesen sein wird.

Ab dem kommenden Jahr werden dann allmählich die wirtschaftlichen Folgen der Lock Downs sichtbar werden, die bislang teilweise durch Kurzarbeit und staatliche Förderungen noch abgefangen wurden. Zu Beginn des aktuellen Jahres (noch vor der Pandemie!) zeichnete sich ja bereits eine Rezession ab. Mittlerweile ist es so, dass - angesichts der schlechten Aussichten - kaum noch ein Unternehmen investiert ("Plusminus" vom 25. November). Zugleich wird - wo es nur geht - Personal abgebaut. Beides führt wiederum zu verringerter Nachfrage, was in eine gewisse Abwärtsspirale führt. Noch billigeres EZB-Geld wird nicht helfen, um aus dieser Spirale herauszukommen - schon eher staatliche Investitionen in die Infrastruktur.

Tolle Aussichten für das kommende Jahr! Den Spruch "Bleiben Sie gesund!" kann man da nur als zynisch empfinden. Was nützt Gesundheit ohne Arbeit, ohne Kultur, ohne Unterhaltung? Von welchem Geld soll das Gesundheitswesen bezahlt werden?

8. Dezember 2020

Der Lockdown wurde verlängert mit einer voraussichtlich kurzen Weihnachtsunterbrechung. Obwohl die Zahlen sogar noch geringfügig steigen, ist man offensichtlich der Ansicht, dass die verhängten Maßnahmen nicht grundsätzlich falsch seien und man an den falschen Hebeln ansetze.

Im Gegenteil: Jetzt spricht man von einer weiteren Verschärfung. Meine sozialen Kontakte sind schon auf einem absoluten Minimum und ich finde das reichlich unverschämt.

Fakt ist doch, dass die Hotspots der Pandemie sich an Schulen, Kitas, Alten- und Pflegeheimen sowie in grenznahen Gebieten zu "Hochrisikoländern" befinden, außerdem im Ruhrgebiet, da wo viele Migranten in sehr beengten Verhältnissen leben.

In einem Interview spricht Herr Spahn davon, dass, wenn nicht bald einschneidende Verschärfungen der Maßnahmen erfolgten, "viele Menschen das Weihnachten nicht überleben werden." Das ist maßlos übertrieben und völlige Demagogie.

9. Dezember 2020

Die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten, aber auch RTL, berichten über Corona nicht falsch, aber mit schöner Regelmäßigkeit eben sehr einseitig und demagogisch. Da werden gerne mal Äpfel mit Birnen verglichen. Im heutigen ZDF Heute-Journal wurde gesagt, dass binnen der letzten 10 Tage an Corona mehr Menschen gestorben sind als in einem Jahr infolge von Verkehrsunfällen. Das stimmt, jedoch sind ausgerechnet die Unfalltoten in den vergangenen 50 Jahren - trotz massiv gestiegenen Verkehrs - auf gut nahezu ein Zehntel zurück gegangen. Man vergleicht hier also mit einer Todesursache mittlerweile sehr geringer Relevanz. Ein Vergleich mit der Zahl der Grippetoten in einem Durchschnittsjahr - naheliegend, weil gleichfalls eine Infektionskrankheit - wäre hier sicher weniger effektheischend gewesen.

Auch Magazine wie Report-München(ARD), von denen man glauben sollte, sie hätten Zeit für eine tiefschürfendere und objektivere Berichterstattung, entziehen sich nicht äußerst subjektiven Impressionen. Gestern war zum Beispiel eine Reportage über 2 alte Brüder zu sehen (Max und Michael), beide um die 82 Jahre alt, die kurz hintereinander dem Virus erlegen sind. Tragisch, aber beide hatten die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern, derzeit bei 78 Jahren, schon weit überschritten! Eine Leistungssportlerin wiederum, in den 20ern, hat mehrere Monate nach ihrer Erkrankung immer noch nicht zu ihrer früheren Leistungsfähigkeit zurück gefunden. Verschwiegen wurde, dass solche Fälle lediglich rund 7 Prozent aller Infektionsgeschichten repräsentieren (Langzeitbeeinträchtigungen über 8 Wochen nach der Infektion). Auch bei manchen Grippeinfektionen dauert der Erholungsprozess etwas länger!

Was in der öffentlichen Berichterstattung völlig ausgeblendet wird, das sind die ganz überwiegend leichten bis mittelschweren Verläufe der Cororona-Infektionen. Gestern erzählte mir A. davon, dass ihre beste Freundin (Mitte 50) nebst Mutter (rund 82 Jahre alt) im vergangenen November Corona-Infektionen mit leichten bis maximal mittelschweren Symptomen überstanden haben. Das Problem: Solche Fälle gelangen nicht an die Öffentlichkeit, weil anscheinend viele der Mitmenschen glauben, dass die Infizierten auch noch nach ihrer Genesung infektiös seien. Da möchte dann natürlich niemand über seine durchlebte Krankheit sprechen - ähnlich wie bei AIDS.

So verfestigt sich dann also in der Öffentlichkeit der Eindruck, Corona sei stets äußerst gefährlich.

Ich habe den Eindruck, dass es besonders gefährlich für Raucher ist, aber hierüber wird es wahrscheinlich noch keinerlei Statistik geben. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass z.B. das Gesundheitsamt in Gelsenkirchen (Raucherhauptstadt Deutschlands!) keinerlei Informationen über die Vorerkrankungen Corona-Toter heraus rückt - im Gegensatz zu manch anderer Kommune im Ruhrgebiet (WAZ-Lokalteil)!



10. Dezember 2020

Fast 600 Corona-Tote an einem Tag! Das klingt sehr dramatisch. Wenn man aber den bisherigen Verlauf im Dezember berücksichtigt und die durchschnittlich etwa 500 Toten/Tag extrapoliert, kommt man auf insgesamt 15 Tsd. Todesfälle. Im Dezember liegt aber auch sonst die Gesamtzahl der Todesfälle bei etwa 85 Tsd. (destatis.de). Es sterben wahrscheinlich mehr Menschen an und mit Krebs (ca. 20 Tsd.) als an und mit Corona! Die Zahl der Neuinfektionen liegt jetzt bei 24 Tsd./täglich und ist damit im Vergleich zur Vorwoche weier gestiegen, wenn auch moderat.



11. Dezember

Aus den Nachrichten des DLF:

Die Anzahl der gebuchten Flugreisen für den kommenden Sommer hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht!

Worauf stützt sich die Hoffnung, die Corona-Lage werde sich europaweit bis dahin normalisieren? Mit den Massenimpfungen soll doch überhaupt erst im Sommer begonnen werden! Ein Optimist ist jemand, dem wichtige Informationen fehlen. Das waren wohl Bild-Konsumenten, die sich von der Impfstoff-Euphorie im vergangenen November haben leiten lassen.

Aus der Sendung Quarks (WDR) erfahre ich, dass Lothar Wieler vom RKI (Robert-Koch-Institut) bemerkte, dass von ca. 20 Tsd. Corona-Toten gut 13 Tsd. in Alten- und Pflegeheimen wohnten, also etwa zwei Drittel!

Deshalb soll jetzt also voraussichtlich noch vor Weihnachten der Lockdown fast total für alle Menschen im Land werden - nur so aus Solidarität mit den alten Menschen, die immer noch unzureichend geschützt sind, weil das Pflegepersonal, Besucher und Insassen unzureichend getestet werden? Weil Gesundheitsminister einfach unfähig und unqualifiziert sind, müssen Lock-Downs mehrfach verlängert werden und viele Wirtschaftsbereiche, in denen die Betroffenen gar nicht verkehren? Es wird immer toller!

Im Zusammenhang mit den hoch betagten Toten gibt es ausgerechnet heute eine Hiobsbotschaft: Der Impfstoffhersteller Sanofy stellt fest, dass sein Impserum bei älteren Menschen nicht die Wirksamkeit hat, die man sich erhofft hatte! Erst zum Ende des kommenden Jahres hofft man, ein geeignetes Serum entwickelt zu haben.

Das ZDF-Magazin Royale (von heute) mit Jan Böhmermann zeigt sehr gut, dass auch relativ rational denkende Menschen nur noch die Corona-Toten im Blick haben und darüber vergessen, dass auch sonst gestorben wird. Zitat: "Jetzt muss ich mal auf die Uhr schauen. 7 Minuten vorbei und schon wieder 3 Menschen gestorben." In den 7 Minuten waren aber statistisch 13 Menschen gestorben, nur etwa 3 am Corona-Virus, nicht einmal ein Viertel der üblicherweise auftretenden Todesfälle. Die wöchentliche "Übersterblichkeit" soll aktuell bei 8 Prozent liegen. Das klingt auch dramatischer als es ist. In manchen Grippe-Wintern liegt sie durchaus noch höher. Außerdem schwanken Zahlen immer etwas - abhängig sicher auch von den Wetterbedingungen.



29. Dezember 2020

Am 22. Dezember - vor genau einer Woche, wurde der WAZ-Konzern Opfer eines Hacker-Angriffes, bei dem ein Trojaner die Dateien verschlüsselte. Seither erscheint die WAZ nur noch in Notausgaben ohne Lokalteil. Die gewohnt dicke Weihnachtsausgabe fiel ganz unter den Tisch. Gerade in dieser nachrichtenarmen Zeit zwischen den Jahren, noch verschärft durch den Lockdown, möchte man sich eigentlich wenigstens aus der Zeitung informieren. Da haben die Täter wirklich den optimalen Zeitpunkt für ihren Angriff gewaehlt!

Die wöchentlichen Corona-Inzidenzwerte stagnieren derzeit, bewegen sich aber nicht spürbar in Richtung 50 je 100 Tsd. Ew.

Zum Jahresende hin wurde die Zahl von 30 Tsd. Mit-Corona-Toten überschritten, was aber immer noch einen bundesweiten Todesursachenanteil von nur etwa 3,5 Prozent ausmacht. Viel Geschrei um nichts!

Im Jahre 2019 starben knapp 28 Tsd. Personen an Lungen- oder Bronchialkrebs und insgesamt 67 Tsd. infolge einer Lungenerkrankung, wobei davon ein großer Teil an COPD erkrankt sein dürfte. Sowohl bei Lungen- oder Bronchialkrebs als auch bei COPD ist der Hauptrisikofaktor das Rauchen. Insgesamt ist also davon auszugehen, dass auch in diesem Jahr mehr Menschen infolge des Rauchens gestorben sind als an dem Corona-Virus. Mag sein, dass die Zahl derjenigen offiziell signifikant zurückgehen wird, die an allgemeinen Lungen- und Bronchialerkrankungen verstarben, weil diese Todesfälle zum Teil sich zu Corona hin verschieben. Aber diese Leichen werden ja pathologisch praktisch nicht näher untersucht!



5. Januar 2021

Die Inzidenzwerte stagnieren weitestgehend auf "hohem" Niveau von schätzungsweise 150. Allerdings sind durch die jüngsten Feiertage die aktuellen Zahlen wenig "belastbar".

Die Ministerpräsidenten der Länder und die Kanzlerin haben eine Verlängerung des harten Lockdowns mit einer gleichzeitigen Verschärfung bis mindestens Ende Januar beschlossen.

Nun dürfen sich höchsten noch mehrere Personen eines Haushalts mit nur einer Person eines weiteren Haushalts im öffentlichen Raum treffen. Den privaten Raum kann eh niemand kontrollieren, was auch gut so ist.

Außerdem soll für Inzidenzwerte höher als 200 eine Radiusbeschränkung von 15 km gelten.

Interview mit dem Virologen und Epidemeologen Klaus Stöhr in den Tagesthemen. Dieser hält Inzidenzziele von 50 wöchentlichen Neuinfektionen je 100 Tsd. Ew. im tiefen Winter und angesichts der Situation in den Nachbarländern für völlig unrealistisch.

Ein kritischer Ton, der so in den letzten Wochen in dem Nachrichtenmagazin noch nicht zu hören war. Das lässt hoffen, dass vielleicht allmählich auch bei den politischen Entscheidungsträgern auch ein Umdenkprozess einsetzen könnte, zumal auch Ingo Zamperoni - nach anfänglichem Widerstand - der Argumentation dieses Virologen zugänglich zu sein scheint und auch der Kommentar zu den Entscheidungen der Politikerkonferenz diesmal durchaus kritisch ausfällt.

Es gibt mittlerweile - ganz offiziell - schon gut 1/2 Mio. mehr Arbeitslose als vor einem Jahr. Ab März wird die erste Konkurswelle erwartet. Dann wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt sicher weiter zuspitzen. Ideale Voraussetzungen für einen Regierungswechsel bei den kommenden Bundestagswahlen!

6.1.2021

Mit den Impfungen begonnen wurde am 1. Tag nach Weihnachten. Nun sind "schon" 376 Tsd. Menschen geimpft worden - nicht einmal 5 Promille der Bevölkerung - und davon natürlich noch nicht vollständig, sondern lediglich mit der ersten Impfdosis von zweien. Naja, bei diesem Tempo wird es sicher nicht bleiben, der Betrieb läuft ja auch gerade erst an und die Zulassung weiterer Impfstoffe lässt auch auf sich warten. Das Impfserum des französisch-schweizerischen Herstellers Sanofi, ein auf ziemlich traditionelle Weise hergestellter Wirkstoff, beispielsweise soll gerade bei älteren Herrschaften nicht die erhoffte Wirkung zeigen (DLF vom 6.1.2020), wodurch sich zwingend Änderungen ergeben, die eine Einführung nicht vor Jahresende (2021!) wahrscheinlich machen.



9. Januar 2021

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt nun bei etwa 30 Tsd., wobei immer noch nicht klar ist, wie hoch der Anteil der von den Gesundheitsämtern nachgemeldeten Fälle nach den Feiertagen ist. Einigen Ruhrgebietsstädten drohen signifikante Verschärfungen der Maßnahmen, weil ihre wöchentliche Inzidenz über 200 Infektionen je 100 Tsd. Ew. liegt. Ob diese Maßnahmen dann wirken, steht auf einem anderen Blatt. 2/3 der Todesfälle in GE sind Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, deren Insassen ohnehin wenig mobil sind. Dem Pflegepersonal drohen keine Bewegungseinschränkungen zur Arbeit.

Die Eindämmungsmaßnahmen wirken etwas hilflos und erscheinen aktionistisch. Schaut man sich die Hotspots des Infektionsgeschehens in den vergangenen Wochen an, so kommt man zu dem Schluss, dass ein erheblicher Teil dessen durch berufliche Grenzgänger induziert sein muss. Die aber sind ja von verschärften Maßnahmen explizit ausgenommen. Im Ruhrgebiet könnte es sein, dass viele polnischstämmige Einwohner über die Feiertage auf Heimaturlaub waren und dann von dort, wo die Pandemie aktuell zum Teil stärker grassiert, das Virus mitgebracht haben. Wer soll das kontrollieren? Die völlig überlasteten Gesundheitsämter sicherlich nicht!

Ministerpräsidenten und Kanzlerin entschuldigen ihre bisherigen Fehlentscheidungen gerne damit, sie wüssten immer noch zu wenig über das Corona-Virus und seine Verbreitung. Tatsächlich scheinen sie aber auch nicht sonderlich interessiert, dieses Unwissen zu beseitigen, denn es fließt viel zu wenig Geld in die diesbezügliche Forschung. Weder gibt es ständige Feldforschungen zur flächenmäßigen Durchseuchung und Immunisierung der Bevölkerung noch werden die auftretenden Virus-Typen überhaupt näher bestimmt. Dass der Corona-Mutant vom Dezember 2020 zunächst in GB und Südafrika entdeckt wurde, hängt wahrscheinlich weniger mit dessen tatsächlicher Verbreitung als vielmehr den von Land zu Land in ihrer Gründlichkeit sehr verschiedenen Analysen zusammen. Während in GB etwa jede 15. positive Probe eingehend mit dem Spektrometer untersucht wird, trifft dies in Deutschland - wohlwollend geschätzt - auf nur jede 900. Probe zu. Zu vermuten ist, dass sich diese - seltenen - Analysen dann auch noch lokal - an gewissen Universitätsstandorten - kumulieren und andererseits geograpisch weiße Flecken in der Verbreitungsforschung vorhanden sind - beispielsweise das Ruhrgebiet.

Im Sauerland gab es diese Woche den ersten richtigen Schnee des Winters, woraufhin zahlreiche Wintersportler in Richtung Winterberg fuhren was zu teilweise chaotischen Verhältnissen auf den zuführenden Straßen, Parkplätzen und Pisten führte. Ob dies - angesichts der dennoch in der Regel vorhandenen Sicherheitsdistanzen - tatsächlich die Ausbreitung der Viren beträchtlich erhöht haben kann, ist fraglich. Einzig sicher ist, dass die Massenmedien, allen voran die Bild-Zeitung, den Familien, die einmal den tristen Lockdown-Alltag der Kinder aufhellen wollten, diesen Spaß - angesichts qualvoll sterbender COPD-Kranker und anderer Hochbetagter und Vorerkrankter - nicht gegönnt haben. Was machen wir nach Corona, wenn dann immer noch zahlreiche Menschen "nur" an COPD oder Lungenkrebs verrecken? Dürfen wir uns dann nur noch auf ein schönes Leben nach dem Tode freuen, weil während jeder Vergnügung irgendjemand qualvoll stirbt? Diese Freudlosigkeit erinnert mich an die von William Faulkner beschriebenen Presbyterianer.



13. Januar 2021

Nachricht des gestrigen Tages, die allgemein aber nur geringe Beachtung fand: Das Corona-Virus ist in Europa schon über 2 Monate eher aufgetreten als bislang vermutet! Es wurde nun an einer - wohl tiefgefrorenen - Hautschuppe einer 25-jährigen Italienerin nachgewiesen (DLF-Nachrichten vom 12.1.), die derselben Mitte November 2019 (!) zur Untersuchung entnommen worden war. Im Sommer des vergangenen Jahres bereits konnte (Antikörper) eine Corona-Infektion bei ihr nachgewiesen werden.

Die italienischen Krankenhäuser verzeichneten zudem bereits im November 2019 eine ungewöhnlich hohe Zahl von Lungenentzündungen (DLF), die in Zusammenhang mit Corona stehen könnten.

Damit wird es immer wahrscheinlicher,

dass es sich auch bei meiner schweren "Grippe-Infektion", die bei mir am Neujahrstag 2020 symptomatisch wurde, tatsächlich um eine Covid-19-Infektion gehandelt haben könnte, damalige Symptome:

- Kratzen im Hals

- hohes Fieber (nicht gemessen, aber gefühlt), durch ASS eingedämmt

- schwere Kopfschmerzen, durch ASS eingedämmt

- Schnupfen

- lang anhaltender, extrem tief sitzender, Husten, zeitweise auch mit Schmerzen in der Brust

- evtl. kurzfristiger Geschmacksverlust (weiß ich nicht mehr ganz genau)

- Kreislaufprobleme (einmal mit Blackout zusammengeklappt).

Alle Symptome traten binnen der ersten Woche auf, der Husten dauerte fast eine weitere Woche an. 12 Tage nach Krankheitsbeginn war der Husten zwar weg, ich aber noch ziemlich schlapp. Richtig fit war ich erst wieder nach gut einem Monat. Infiziert hatte ich mich möglicherweise kurz nach Weihnachten 2019, so um den 28.12.2019 herum, bei einem Einkauf in einer Lidl-Filiale in Gladbeck, in der ich einer Gruppe drei stark erkälteter asiatisch aussehender Personen begegnete, von der mich ein Mann aus etwa 2 Metern Entfernung ohne Hindernis angehustet hatte. Alle drei Personen hatten einen auffällig starken Husten.



Gut ein Prozent der mindestens zu Impfenden sind bereits geimpft, wow!

In den Alten- und Pflegeheimen, die derzeit oberste Priorität bei den Impfungen haben, streckt man schon den Impfprozess, weil der Nachschub an "Vakzinen" fehlt und man nicht weiß, ob der Impfstoff denn auch für die jeweils zweite erforderliche Impfung dann ausreichen würde, wenn man jetzt so einfach alles verimpft. Vor diesem Hintergrund wirkt die erneut medial aufgeflammte Diskussion über eine Impfpflicht und angebliche Impfmüdigkeit des Pflegepersonals reichlich absurd. Schafft doch bitteschön erst einmal genug Impfdosen heran, damit sich jeder, der das gerne möchte, auch impfen lassen kann! Selbst wenn ich es möchte, muss ich mindestens noch ein halbes Jahr auf die Impfung warten - und das auch möglicherweise noch mit einem Impfserum, das zwar nur etwa 10 Euro kosten soll, von dem aber (Tagesthemen vom 12.1.2021) nur eine 70-prozentige Wirksamkeit angenommen wird, ganz ähnlich einer Grippe-Impfung.

Der WAZ des heutigen Tages entnehme ich, dass die Impfung der über 80-Jährigen erst im April abgeschlossen sein wird. Wenn ich davon ausgehe, dass die Impfung der nachfolgenden beiden Altersgruppen Ü70 und Ü60 auch mindestens jeweils 2 Monate in Anspruch nehmen werden, halte ich allgemeine Massenimpfungen noch im Sommer, die uns noch am Jahresende des vergangenen Jahres in Aussicht gestellt wurden, für nicht mehr realistisch. Der einzige Trost wird höchstens sein, dass dieser Lockdown, wenn er dann vielleicht um Ostern herum ein Ende haben könnte, wahrscheinlich der letzte gewesen ist, weil danach zumindest die Hochrisikogruppen einigermaßen pandemiegeschützt sind und die nächste Welle nicht vor Mitte Herbst zu erwarten wäre. Eine echte Normalisierung des Alltagslebens - ohne Maskenzwang und Abstandsgebote - kann so nicht vor dem Frühjahr 2022 eintreten. Dann nämlich wäre der Winter wieder vorbei und eine Herdenimmunisierung durch Impfung endlich vollzogen.

Zwei volle Jahre freiheitlicher Enschränkungen in Berufsausübung, Bildung, Erziehung, Kultur und Sport und Freizeit gehen dann zu Ende, für sehr viele Menschen zwei verlorene Jahre ohne die vielbeschworenen "Chancen in der Krise". Danach werden sich alle fragen, ob sich diese Entbehrungen gelohnt haben, ob es das wert war, so einseitig alleine auf die Herdenimmunisierung durch Impfung zu setzen und ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, die Hochrisikogruppen besser zu schützen und insgesamt die Notfallkapazitäten im Gesundheitswesen drastisch auszubauen, womit binnen eines harten halben Jahres Herdenimmunität durch natürliches Infektionsgeschehen zu erreichen gewesen wäre.

14. Januar 2021

Das RKI meldet einen neuen Rekord an Personen, die mit dem Corona-Virus gestorben sind: 1245 Tote an einem Tag.

Das klingt sehr dramatisch, ist gleichwohl aber nur etwas mehr als 1/3 aller Todesfälle, die sonst zu dieser Jahreszeit typisch sind. Die Anzahl der offenkundig gewordenen Neuinfektionen liegt nun bei etwas über 25 Tsd. am Tag - nicht allzu weit entfernt vom bisherigen Maximum bei 30 Tsd. Ein Lockdown bis Ostern wird immer wahrscheinlicher.

Für die Auszahlung der "Novemberhilfe" für die Gastronomen gibt es jetzt schon - gut 2 Monate nach dem Auszahlungsziel (!) - in den Finanzämtern eine Software, die die endgültigen Bewilligungen und Zahlungen ermöglichen soll, wahrscheinlich dann ab Februar. Ein Viertel der Gastronomen sieht jetzt schon keine Perspektive mehr, den Betrieb weiterzuführen.

Das Unwissen und die infantile Gedankenlosigkeit mancher Journalisten in Rundfunk und Fernsehen überraschen mich immer wieder. Da werden einfach dumme Sachen nachgeplappert ohne mal darüber zu reflektieren, ob diese Inhalte denn überhaupt nachprüfbar sind. Was haben diese Leute in ihrem Studium gemacht? Da waren wohl Fragen der Gender-Gerechtigkeit in der Sprache wichtiger als journalistische Basistechniken.

Ein Beispiel gestern im WDR 5.

Da ging es um die neuen Corona-Mutanten aus England und Südafrika. Die Reporterin führte ein Interview mit einem Virologen aus Koeln. Hinterher behauptete sie, man gehe noch nicht davon aus, dass die neuen Typen in Deutschland sich schon verbreitet hätten. Worauf stützt sich diese Annahme? Das Virus wird doch in Deutschland zur Zeit nahezu überhaupt nicht sequenziert! Wie soll man da eine Aussage über die Verbreitung verschiedener Typen machen können?

Ein anderes Beispiel in dieser Hinsicht ist gerade die Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga, bei der schon öfter festzustellen war, dass diese ihren Interview-Gästen einfach nicht zuhört, wenn diese eine ihrer Fragen plausibel beantworten, und stattdessen die gleiche Frage erneut stellt, von ihrer voreingenommenen Haltung kein Jota abrückt.

17 Tage nach Beginn des Impfprozesses sind "bereits" 1/3 der Insassen in Alten- und Pflegeeinrichtungen in GE geimpft! Wie von mir erwartet, wird das von der NRW-Regierung postulierte Ziel, bis zum Ende des Monats praktisch alle Impfwilligen dort durchzuimpfen, nicht zu erreichen sein. Zudem kann es sich bei dem genannten Anteil nur um Erstimpflinge handeln, von einem Abschluss der Impfungen zu schweigen...

Wenn sich dies weiter so verzögert, dann wird mit den Impfungen der Ü80 erst im März begonnen. Diese werden zuvor wohl stundenlang auch in Telephon-Warteschleifen hängen, um überhaupt einen Impftermin zu ergattern - oder die Server der Websites brechen unter der Last der anmeldenden Enkel zeitweise zusammen.



21.1.2021

Ein junger Wissenschaftler in der WDR-Fernseh-Sendung "Quarks" verlangt allen Ernstes, dass die Anzahl der täglichen Neuinfektionen - im Hinblick auf infektiösere Virus-Varianten - auf 7 je 100 Tsd. Einwohner gesenkt werden müsse. Augenblicklich liegen wir bei etwa dem Zwanzigfachen! Das schaffen wir ganz sicher. Davon bin ich überzeugt! Wir sperren einfach alle Leute in Isolationshaft und schließen unsere Grenzen hermetisch ab. Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen ahnden wir mit der Todesstrafe. Und unsere Immis, die die Regeln aus sprachlichen Gründen oft nicht kennen, dürfen sich dann auch nicht damit herausreden, sie wüssten von nichts. Im Ernst: Das funktioniert wohl in Nordkorea oder mit Fischen im abgeschlossenen Aquarium, aber in keiner Demokratie. Manchen jungen Wissenschaftlern fehlt es halt offensichtlich an Lebenserfahrung. Wie sollten sie die auch erlangen, wo sie doch ihr Studium im Turbogang absolviert haben und da für den ganz normalen Alltag gar keine Zeit mehr war?

In den Tagesthemen erfahre ich, dass Israel schon rund 1/4 der Bürger geimpft hat. Bei uns sind es aktuell gerade mal etwa 1 1/2 Prozent. Netanjahu möchte die Impfungen in seinem Land bis Ende März (dieses Jahres!) abgeschlossen haben, während bei uns die Massenimpfungen frühestens in einem halben Jahr überhaupt beginnen!

Wie lange soll das noch so weiter gehen?

In den Tagesthemen ist eine Reportage über den Zirkus Busch, der derzeit bei Schermbeck kampiert und dessen Artisten schon seit 10 Monaten arbeitslos sind, keine Vorstellung geben dürfen. Die Tiere sind im Kernwasserwunderland bei Kalkar untergebracht, die LKW abgemeldet. Das Geld ist derartig aufgebraucht, dass der Zirkus schon nicht mehr weiß, wie er später die Wiederzulassung der Fahrzeuge bezahlen soll. Es ist eine Sauerei - und mit diesem Wort beleidigt man eigentlich noch die Schweine!

Vorgestern hat die Konferenz der Kanzlerin mit den MPs der Länder ergeben, dass die Lockdown-Maßnahmen nicht nur mindestens bis Mitte Februar verlängert, sondern noch dazu weiter verschärft werden: Nun reichen Alltagsmasken ab dem kommenden Mittwoch für die Reise in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Geschäft nicht mehr aus, sondern es müssen mindestens Masken aus dem Medizinbedard sein. Naja, "wer sich eine Packung Zigaretten für 7 EUR leisten kann oder einen Togo-Kaffee für 3 Euro" (so nahezu wörtlich ein WAZ-Kommentator), dem sollten die Kosten für diese Medizinmasken doch nichts ausmachen! Recht hat er! Ich zum Beispiel rauche doch täglich mindestens 3 Schachteln und gönne mir auch täglich mindestens 2 Becher. Die Becher werfe ich dann anschließend aus dem Autofenster, so, wie sich das gehört für solche Asis. Merkwürdig nur, dass meine Fingernägel nicht gelb sind und das Wasser beim Duschen sich auch nicht gelb verfärbt.

Von einer WDR-Hörfunkredakteurin, die anscheinend sehr vermögend ist, hörte ich, die Einwegmasken kosteten ja nur "wenige Cent". Nach meinen Recherchen kosten die billigsten Medizinmasken mindestens 40 Cent/Stück. Infolge der schlagartigen Nachfrage aufgrund der neuen Verordnung ist davon auszugehen, dass diese Masken sicher vorübergehend kaum unter einem Euro zu kaufen sein werden - Masken, die eigentlich nur zur einmaligen Benutzung vorgesehen sind!

Initiator dieser Maskenverschärfung war Markus Söder, MP von Bayern. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Herr Laschet ist bei den Masken auch schon in den Ruch der Vetternwirtschaft (->van Laak-Masken) geraten... So möchte ich auch gerne mal "Geld machen". An selbstgenähten und dazu noch waschbaren Alltagsmasken kann natürlich kein Unternehmen so recht verdienen.

21. Januar 2021

Thema in der gestrigen WDR-Radiosendung "Quarks" war, warum "uns" die vielen Corona-Toten "so kalt lassen", sterben doch mittlerweile täglich so viele mit dem Virus, als ob 3 Jumbo-Jets auf einmal abstürzen würden! Ja, das ist natürlich sehr dramatisch! Allerdings sterben die Corona-Kranken ja nicht alle an einem Ort - und es gibt eigentlich täglich ungefähr dreimal so viele Menschen, die überhaupt sterben - die wenigsten an Corona übrigens! Das hat der WDR mit keinem Wort erwähnt, ist aber sehr repräsentativ für die aktuelle Berichterstattung in den Massenmedien. Um auch diese Menschen angemessen würdigen und jedes Individuum einzeln betrauern zu können, schlage ich vor, dass man einfach ein Sterbe-TV einrichtet, in dem rund um die Uhr über jedes einzelne ablebende Individuum berichtet wird. Bei insgesamt etwa täglich 2800 Toten bundesweit stünden für die Berichterstattung pro Individuum rund 1 1/2 Minuten Sendezeit im 24-h-Betrieb zur Verfügung - und da wäre auch noch Platz für Werbung! Den Corona-Fällen könnte man dann die Prime-Time von 16 - 0 Uhr widmen, den völlig unspektakulären Herz-/Kreislauf-Todesfällen die Zeit von 0 - 8 Uhr, den Krebstoten die Zeit von 10 - 16 Uhr und dem Rest die Zeit von 8 - 10 Uhr.

Wer hat die Zeit dafür, sich so etwas anzuschauen? Nun, wer sich Doku-Soaps auf RTL 2 anschaut, könnte sich auch für Sterbe-TV begeistern!

Der Medienkrake Bertelsmann (Eigentümer u.a. von RTL) wird diese Idee sicher nicht aufgreifen, da dieser Medienkonzern wegen seiner Beteiligung an mindestens einem privaten Krankenhauskonzern (Rhön Klinikum AG) kein Interesse an einer ausgewogenen Berichterstattung über das Sterben in Deutschland hat - da wäre auch noch die ausschließlich nächtliche Dokumentation der Herz-/Kreislauffälle zu viel.



22. Januar 2021

Vergangene Nacht ist die neue Corona-Schutzverordnung mit den verschärften Maskenvorschriften veröffentlicht worden. Sie soll statt am Mittwoch, dem 28., bereits am Montag dem 26.1.2021 in Kraft treten. Derartig kurze Fristen sind auch mit einer besonderen Dringlichkeit nicht zu begründen! Das ist Staatswillkür. Einigermaßen preisgünstige Masken sind nicht mehr erhältlich - die billigsten kosten 80 Cent bei DM - und sind natürlich nur in einer 20-Stück-Packung erhältlich. Aber das sind ja nur "ein paar Cent". Bei Lidl gibt es jetzt waschbare 2-lagige Mund-Nasen-Masken zum stark reduzierten Preis von nur 49 Cent - die darf man ab Montag praktisch nirgendwo mehr einsetzen!

Herr Steinmeier fordert die Bundesbürger auf, zum Zeichen der Trauer für die mittlerweile über 50.000 Corona-Toten ein Licht ins Fenster zu stellen. - Eine gute Idee! Und was ist mit den anderen rund 750.000 Menschen, die in derselben Zeit ebenfalls gestorben sind? Hätten die nicht auch ein Licht verdient? Insbesondere die fast 200.000 Menschen, die unterdes teilweise qualvoll an irgendeiner Krebserkrankung zugrunde gegangen sind, wären es doch wert! Bei der Bild-Zeitung und ihren Legasthenikern - von Lesern sollte man bei diesen Semi-Analphabeten besser nicht sprechen - kommt diese Geste aber sicher gut an.

Was ist mit den über 1.800 Blutern, die sich Anfang der 80er Jahre völlig unverschuldet über Blutkonserven mit HIV infiziert hatten, von denen über 40 Prozent in der Folge an AIDS verstarben? Die starben in der Regel nicht in hohem Alter, nicht aufgrund einer anderen schweren Vorerkrankung, sondern infolge schwerer Versäumnisse im Bereich des Bundesministeriums für Gesundheit! Für die müsste man wirklich mal ein Licht ins Fenster stellen!



24. Januar 2020

Neue Hiobsbotschaften auf dem Impfsektor: Astra Zeneca wird nach der Zulassung nur etwa 40 Prozent der ursprünglich vereinbarten Menge Impfdosen liefern! Auch Frau Merkel ließ wohl zwischen den Zeilen in einer ihrer jüngsten Reden anklingen, dass mit dem Beginn der Massenimpfungen nun wohl frühestens zum Sommerende zu rechnen sei. Die Impfeuphorie zum Beginn des aktuellen Lockdowns und die Versprechungen des Herrn Spahn, der Massenimpfungen zuvor noch für den Frühsommer 2021 in Aussicht stellte, sind damit Makulatur. Wenn es im aktuellen Tempo weitergeht, wird es nach diesem Lockdown, der voraussichtlich erst an Ostern enden wird, wenn die ansteigenden Temperaturen die Ausbreitung des Virus behindern, im kommenden Spätherbst einen dritten Lockdown geben, da bis dahin dann die Herdenimmunisierung längst nicht erreicht sein wird. Allmählich wird auch in den Medien Kritik an der Corona-Strategie der Regierungen laut, Haupttenor: Es seien zu wenig Impfstoffdosen mit den Herstellern vereinbart worden. Diese Kritik teile ich nur bedingt. Wie soll man das alles richtig vorher einschätzen können, wenn man nicht einmal die Qualität des jeweiligen Serums kennt?

Andere Fehler sind da gravierender: Die EU-Kommission hat mit sehr viel Geld die Forschung an den Impfstoffen gefördert - offensichtlich ohne dafùr irgendwelche Optionen auf Lizenzen, Liefermengen oder Preise einzuhandeln. Nun werden die Impfstoffe - trotz der Fördermilliarden - an die meistbietenden Staaten verhökert.

25. Januar 2021

Die Impftermin-Vergabe für die Ü80 hat begonnen. Rund 1 Mio. Ü80er gibt es in NRW. Ab dem 8. Februar stehen wöchentlich ganze 70 Tsd. Imfdosen zur Verfügung. Da jeder Impfling 2 Impfdosen im Abstand von etwa 3 Wochen benötigt, würde die vollständige Durchimpfung dieser Altersgruppe rund 7 Monate in Anspruch nehmen. Rund 5 Monate werden tatsächlich wohl benötigt, weil nicht alle geimpft werden (müssen) und ein kleiner Teil auch schon in Alten- und Pflegeheimen immunisiert wurde. Mit anderen Worten: Die Ü80 werden die Impfzentren bis in den Juli(!) hinein beschäftigen. Dann erst kommen die Ü70 und Ü60 dran. So können die Massenimpfungen frühestens im Herbst beginnen und der dritte Lockdown ist schon programmiert. Selbst diese Zeitschiene würde eine Intensivierung der Bemühungen um zusätzliche Impfkontingente erfordern und ist derzeit noch optimistisch. Die vollmundigen Versprechungen führender Politiker zum Ende des vergangenen Jahres erweisen sich als bloße Durchhalte-Parolen.

Am ersten Tag der Terminvergabe in NRW brachen die Server der Internet-Seite - erwartungsgemäß - unter der Last der Anfragen zusammen und auch die Telephon-Hotlines waren natürlich völlig überlastet. Der allergeringste Teil der Terminanfrageversuche war erfolgreich. Manch ein älterer Impfling in spe wird sich in seinen Bemühungen um einen Impftermin verarscht vorgekommen sein.



27. Januar 2021

Herr Lauterbach, Gast in allen Talk-Shows, heute bei Maischberger, argumentiert recht häufig mit falschen Zahlen. Heute behauptet er, ein Drittel der Corona-Toten entstammten Alten- und Pflegeheimen. Nach meinen Informationen, von Herrn Streeck in der selben Sendung bestätigt, sind es zwei Drittel! Im vergangenen Herbst noch behauptete Herr Lauterbach, die Mortalität bei Corona liege in Deutschland bei etwa 2,5 Prozent. Tatsächlich konnte man auch zu jener Zeit schon ausrechnen, dass sie - bezogen auf die offiziell Infizierten - eher bei einem Prozent liegt, bezogen auf alle Infizierten noch weit darunter. Ist Herr Lauterbach ein notorischer Lügner? Zu den Corona-Infizierten mit Langzeitfolgen, die er so dramatisiert, sagt er nichts über die Häufigkeit. Nur etwa 7 Prozent der Infizierten haben überhaupt langfristigere Beeinträchtigungen noch nach 8 Wochen! Statistisches Material über solche Fälle ist leider rar.

Die Botschaft des Tages: Astra-Zeneca möchte nur noch ein Viertel der ursprünglich vereinbarten Impfdosen liefern - nach nur 40 Prozent, wie sie noch vor wenigen Tagen avisiert worden waren! Noch um die Jahreswende herum hatte uns Frau Merkel versprochen, dass im Sommer mit den Massenimpfungen begonnen werde. Jetzt stellt sich heraus, dass offensichtlich viel zu spät Impfdosen bestellt wurden und außerhalb der EU sehr viel schneller durchgeimpft wird. Vor diesem Hintergrund muten die alle paar Wochen erneuerten Forderungen einiger Politiker nach einer Impfpflicht ziemlich lächerlich an. Die meisten Leute würden sich ja gerne impfen lassen. Wie lange sollen sie denn darauf warten? Allein das Versprechen, jeder der Ü80, der bis zum 4. April geimpft werden möchte, bekomme einen Termin dafür, scheint nicht haltbar.



2. Februar 2021

Eine über 85 Jahre alte Frau aus unserem Bekanntenkreis besorgte sich - nach vielen langstündigen Aufenthalten in Telephon-Warteschleifen - gestern selbst einen Impftermin - für den 8. April! Damit hat sich meine Prognose von vor nur einer halben Woche bestätigt.

Der Termin liegt immerhin über ein Vierteljahr (!) hinter dem großspurigen Beginn der Impfkampagne - und die Seniorin gehört noch zu den Allerersten.

Der gestrige Merkel'sche Impfgipfel erbrachte nicht wirklich Neues. Klar ist und bleibt nur, dass die Impfstoffproduktion ganz offensichtlich nicht der Geschwindigkeit der Ankündigungen und des Aufbaus der Impfzentren folgt. Das erinnert mich stark an die Gepflogenheiten bei der Konsum-Elektronik: Die Marketing-Abteilungen der Hersteller bewerben da oft Produkte, deren äußeres Design wohl schon feststeht, deren Innenleben aber mitunter noch nicht einmal ausentwickelt, geschweige denn getestet worden ist.

Die angekündigten Impfstoffdosen-Zahlen für das dritte und vierte Quartal sind derzeit mit Vorsicht zu genießen, weil sie zum nicht geringen Teil sicher auch Impfstoffe beinhalten, die noch gar nicht entwickelt bzw. zugelassen sind. Ob sie auch gegen die zahlreichen Corona-Mutanten wirken werden, ist keineswegs gesichert.

Die Bundesregierung hofft natürlich, noch vor der Bundestagswahl im September den meisten Impfwilligen zumindest für die Erstimpfung einen Termin anbieten zu können. Damit würde man dann wohl die Mehrheit der Bundebürger besänftigen können. Das Gros des Kulturbetriebs wird davon aber wohl nicht mehr profitieren können. Da kommt jede Hilfe zu spät. Viele sind schon seit über 10 Monaten fast ohne Einkommen. Wer da eine Familie hat und womöglich noch einen Kredit für das Eigenheim abzuzahlen, steht mit dem Rücken zur Wand. Der Musiker Fred Ape (Dortmund) ist im vergangenen Herbst völlig unerwartet und viel zu jung verstorben - angeblich an Herzversagen.

Wer seine letzten Lieder gehört hat, von denen es in einem um eine Kreditvergabe an einen Künstler geht, könnte auch einen Suizid durchaus für denkbar halten.

Die Musikerin Anne-Sophie Mutter hat sich - sehr lobenswert - in jüngster Zeit sehr kritisch zu den aktuellen Corona-Maßnahmen und den Auswirkungen auf die Künstler öffentlich geäußert. Mögen ihre Worte mal die Ohren und Herzen der politisch Verantwortlichen erreichen! Die sehen bislang offensichtlich nur die Corona-Toten und nicht die Schäden, die sie durch ihr Handeln verursachen.



11. Februar 2020

Die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte März wurde gestern beschlossen - mit neuer Zielinzidenz von 35 je 100 Tsd. und Woche und einer Öffnung für die Friseure, die wohl zunehmend in Schwarzarbeit abgedriftet sind. Öffnungsperspektiven ansonsten: Fehlanzeige trotz langsam sinkender Inzidenzen von bundeweit nun um 75.

Der Einfluss der Zero-Covid-Verfechter - praktisch genauso irreal wie die Q-Annon-Fans - auf Frau Merkel scheint ungebrochen. In der Tschechei liegen - eigentlich schon seit Dezember - die Inzidenzen bei rund 1.000, momentan sogar 1.100 . Eigentlich kein Wunder, aber für die infantilen deutschen Journalisten bei Funk und Fernsehen offenbar doch staunenswert, dass da - bei weitgehender Arbeitnehmer-Freizügigkeit - die Werte insbesondere in grenznahen Gebieten Deutschlands gleichfalls stark in die Höhe geschossen sind. Wer hat diesen Journalisten das Hirn so vernebelt, dass sie diesen Zusammenhang erst jetzt sehen? Naja, richtig zu gendern, das ist heute das Allerwichtigste! Wichtig ist heute, wie man etwas sagt, nicht was man inhaltlich sagt! Politisch korrekt muss es sein - und im Zweifelsfalle ist es da sogar besser, einen englischen Ausdruck zu verwenden, auch wenn dieser letztlich keine andere Bedeutung hat als der entsprechende deutsche. "Coloured" klingt halt besser als "Farbiger". Selbst denken ist nicht so angesagt.

Sehr wohltuend ist es da manchmal, das Kontrastprogramm des Kabarettisten und Freidenkers Helmut Schleich, "Schleich-Fernsehen" im BR anzuschauen. Da macht sich einer ganz offensichtlich noch eigene Gedanken abseits des medialen und politischen Mainstreams, kommt zu völlig abweichenden, aber logisch nachvollziehbaren, Schlüssen, zum Beispiel in Bezug auf die russische Erdgas-Pipeline Nordstream.

Die Stimmung bezüglich des andauernden Lockdowns schlägt zunehmend um. Schon lange war die Opposition im Bundestag nicht mehr so kritisch. Leserbriefe in der WAZ fordern schon fast hälftig ein sofortiges Ende. Überraschend auch die Tagesthemen:

Erst tritt dort Christian Lindner (FDP) auf und meistert das Interview mit Caren Miosga souverän und sehr überzeugend. Dann sieht man nun den sehr liberalen Kurs der Schweden endlich etwas differenzierter und stellt eigentlich fest, dass die Schweden von den Corona-Toten her trotz der Freiheit gar nicht so übel dastehen. Meine Prognose:

Die Schweden werden sich nach der Pandemie über uns totlachen, weil unsere Wirtschaft und der Staat dann am Boden liegen und auf dem Stande eines typischen Entwicklungslandes sich befinden, während sie dann - trotz ihrer geringen Bevölkerung - zur Weltwirtschaftsmacht aufsteigen.



15. Februar 2021

Rosenmontag! WDR 5 berichtet in der Sendung "Neugier genügt" über den "ausgefallensten Rosenmontagszug", einen Zug aus einem kleinen Wagen. Ich finde ja, dass der "ausgefallenste Rosenmontagszug" eigentlich nur der sein kann, der gar nicht stattfindet (tata, tata) - ein Kalauer. Ausgefallene Karnevalszüge gibt es in diesem Jahr mehr, als man in kühnsten Dystopien beschreiben könnte. Eine ziemliche Unverschämtheit der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten ist es da, dem Publikum, dem die Lust auf Karneval durch den Dauer-Lockdown schon lange vergangen ist, noch ranzigen Karnevalskäse zu servieren. Aber sie werden die Unzufriedenheit der Zuschauer schon deshalb nicht wahrnehmen, da mittlerweile das ganze System völlig unidirektional ausgelegt ist und Anregungen/Kritik einfach unerwünscht sind. Kontakt-Buttons bei WDR 5 funktionieren nicht, bei Cosmo-Radio (WDR) wird die (angebliche) "Mail ins Studio" nach Wochen von studentischen Hilfskräften beantwortet. Wohlbemerkt: Es geht stets um konstruktive Kritik, keine Hass-Mails oder unqualifizierte Bemerkungen! Man soll die WDR Inhalte stets nur einfach gut finden und hat dazu die Möglichkeit, sie über Facebook zu liken und zu teilen.

So leben die WDR-Redakteure gleichsam unter einer Käseglocke - abseits der Realität und sind nur noch mit dem allerwichtigsten Thema beschäftigt: der Gendergerechtigkeit. Gut, dass letztere feminin ist!



17. Februar 2021 - Aschermittwoch

In der heutigen WAZ ein Interview mit dem Kabarettisten und Musiker Konrad Beikircher: "Das Erstaunlichste war, zu entdecken, dass Corona nix Neues ist, ..., dass aber heute das erste Mal Politiker bereit sind, ganze Volkswirtschaften an die Wand laufen zu lassen."

Mittlerweile ist ist die Mehrheit der Bevölkerung mit dem Regierungskurs nicht mehr zufrieden - und wahrscheinlich nur gut abgesicherte und bestens versorgte Bürger (darunter wohl auch zahlreiche Beschäftigte bei Funk und Fernsehen) hängen der Zero-Covid-Bewegung an.

Durch die ganze Kurzarbeit sind die Löhne und Gehälter praktisch das erste Mal seit dem zweiten Weltkrieg nominal gesunken - um 1,5 Prozent. Das hat es selbst in der Finanzkrise um 2009 herum nicht gegeben (DLF). Die Arbeitslosigkeit wird schon im Frühjahr stark ansteigen, weil ein großer Teil der Einzelhändler nach monatelangem Lockdown mit geschlossenen Geschäften und stark verzögert ausgezahlten oder ausbleibenden Überbrückungshilfen in die Insolvenz schlittern wird. Die potentiellen Kunden werden sich nur kurz über ein Feuerwerk der kleinen Preise freuen können. Danach werden die Zentrumslagen ausschließlich von den Resten großer Konzerne dominiert sein und jeder, der besondere qualitative Ansprüche an seine Kleidung stellt, wird hierzu künftig weite Wege zu den Oberzentren nehmen müssen oder die Ware gleich im Internet bestellen.

Kultur wird zum absoluten Luxusgut werden, weil den Städten künftig das Geld dafür fehlt, so dass schon Theaterkarten für Normalverdiener unerschwinglich werden. Die Tarife der öffentlichen Bäder, dann gleichfalls nicht mehr subventioniert, werden sich dem hohen Preisniveau der privat betriebenen Spaßbäder angleichen. Den Wohlhabenden macht das sicher nichts: Die haben ihren eigenen Pool oder fahren alle paar Wochen in warme Länder, um zu schwimmen. Die benötigen auch keine schlaglochfreien Straßen: Dafür haben sie ja ihre Geländewagen!

Gute öffentliche Schulen brauchen sie auch nicht für ihre Kinder: Die kommen aufs private Internat!

Frau Merkel scheint jeden Kontakt zur normalen Bevölkerung verloren zu haben. Vielleicht rühren ihre völlig unrealistischen, ja geradezu wahnsinnigen, Vorstellungen bezüglich der Abschottbarkeit Deutschlands gegen das Corona-Virus auch von falschen Eindrücken über unsere Bevölkerungsstruktur. Da ist Meck-Pomm, wo sie lebt, ganz und gar nicht repräsentativ für Deutschland. Es ist das am dünnsten besiedelte Gebiet - und nahezu ausländerfrei! Da hat es auch früher schon kaum Kultur gegeben, weil einfach die großen Städte fehlen. Wahrscheinlich vermisst sie deshalb die Kultur auch nicht.

Am vergangenen Samstag habe ich die schneebedeckte Halde Prosper an der Stadtgrenze Oberhausen/Bottrop besucht.

Dort war eine große Gruppe von Menschen aus Kleinasien (Syrer, Iraker o.ä.) unterwegs, in Klassenstärke, etwa 20 bis 30 Personen, die Mehrzahl junge Männer. Die habe ich dann gesehen, wie sie sich ganz eng zu einem Gruppenbild zusammenstellten - maskiert war da niemand. Kann man von unseren Immigranten erwarten, dass sie alle unsere Gesetze einhalten, gar die Corona-Regeln?

Ich persönlich stelle oft fest, dass der normale Bürger selbst die Erziehungsaufgaben übernehmen muss. Ich muss ihnen sagen, dass in Deutschland Rechtsverkehr herrscht (bei einem an der linken Seite der Straße fahrenden Radfahrer), dass der Radweg für Radfahrer bestimmt ist (in Syrien gibt es so etwas nicht!). Aus ihrer Heimat kennen sie ein Recht am Bild ihres Eigentums im öffentlichen Raum, was es in Deutschland nicht gibt und mitunter zu heftigen Konflikten mit mir führt, wenn ich gegen dieses vermeintliche Recht beim Photographieren verstoße und sie mich daran mit Gewalt hindern wollen (selbst erlebt!).

Wie soll man solche Leute dazu bringen, die Corona-Regeln einzuhalten, wenn sie es aus der Heimat gewohnt sind, folgenlos die Straße bei roter Ampel zu überqueren? Frau Merkel: Das schaffen wir nicht! Wir können als Einwanderungsland nicht erwarten, dass die zu uns kommenden Menschen ihre kulturellen Gewohnheiten ablegen! Die sind es gewohnt, Hochzeiten mit hunderten und tausenden Gästen zu feiern. Da bleiben Wocheninzidenzen von 35 und weniger, wie Sie sie jetzt anstreben, eine Utopie.

Wenn man die Einwanderung haben möchte - und die ist ja nun erfolgt, dann darf man die Hinzuziehenden auch nicht allzu sehr in ihrer Integrationsleistung überfordern.



21. Februar 2021

Seit etwa 2 Wochen steigen die bundesweiten Inzidenzen - trotz harten Lockdowns - nun wieder, vermutlich aufgrund der sich allmählich durchsetzenden Mutanten aus GB und Südafrika - wegen deren viel höherer Infektiösität. Ebenso die Zahl der Toten, die nun täglich wieder bei etwa 600 liegt.

Der Inzidenzwert liegt bei 60, während ja 35 angestrebt werden, um Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu erwägen. Da die Versorgung mit Impfseren der Entwicklung der Viren nicht Schritt hält, ist davon auszugehen, dass sich die Situation - ähnlich wie im vergangenen Jahr, dem Jahr 1 der Pandemie - nicht vor Mitte Mai, mit dem dauerhaften Anstieg der Lufttemperaturen - entspannen wird. Das liefe also auf einen insgesamt gut halbjährigen Lockdown hinaus, weil unsere politischen Entscheidungsträger weder in der Lage waren, rechtzeitig eine richtige Massenproduktion von Impfseren in die Wege zu leiten, noch einen drastischen Ausbau der Notfallkapazitäten. Sie lassen lieber die Wirtschaft vor die Wand laufen, weil sie in ihrer Mehrheit nur "von hier bis zur Tür" denken, traurig! Die Reaktion der Wähler wird sich schon bei den kommenden Landtagswahlen in BW und Hessen bemerkbar machen - vermutlich nicht in der Weise, wie sich die großen "Volksparteien" das gerne wünschen. Aber sie sind dann dafür verantwortlich!



22. Februar 2021

Wenn die Corona-Mutanten aus Südafrika und Großbritannien tatsächlich tödlicher sein sollten als der ursprüngliche Typ, dann wäre das der "Worst Case" der Corona-Strategie:

Man hat ja bislang stets versucht, die Pandemie auf niedrigstem Niveau vor sich hindümpeln zu lassen, bis die Bevölkerung durchgeimpft ist, mit der Begründung, das Corona-Virus sei ja so gefährlich, dass man eine Herdenimmunisierung über das Infektionsgeschehen nicht anstreben könne. Tatsächlich lag die Letalität bei den Infizierten bislang wohl eher im Bereich von unter einem Prozent, wobei besonders Personen hohen Alters und mit Vorerkrankungen betroffen waren, die ohnehin keine allzu hohe verbleibende Lebenserwartung mehr gehabt hätten.

Mit diesem Konzept hätte man eine Herdenimmunisierung mittels Infektionsgeschehens binnen eines halben Jahres durchaus erzielen können und die Schäden für Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in engen Grenzen gehalten.

Nun hat die Strategie der Herdenimmunisierung über Impfung derartig viel Zeit in Anspruch genommen, dass unterdes die Gefahr im Falle eines Infektes womöglich viel höher geworden ist, so dass nun ein Dauerlockdown bis zum Jahresende als durchaus möglich erscheint. Aktuell hat gerade mal etwa jeder 25. Einwohner Deutschlands seine erste Impfdosis von zweien erhalten! Statt eines halben Jahres brauchen wir nun satte zwei Jahre, die nicht nur für Schüler und Studenten oftmals zwei weitgehend verlorene Jahre gewesen sein werden.

Frau Merkel erörtert einen Stufenplan für die Aufhebung der Corona-Einschränkungen. Das ist Augenwischerei angesichts der Tatsache, dass das dauerhafte Unterschreiten des neu gesetzten Inzidenzwertes von 35 Neuinfektionen je 100 Tsd. Ew. und Woche mit den neuen Mutanten vor einer massenhaften Durchimpfung der Bevölkerung zunehmend unwahrscheinlich wird. Wir liegen bald schon wieder bei dem Doppelten, weil die hochansteckenden Mutanten zunehmend die alten Versionen verdrängen. Dass diese Mutanten sich durchsetzen, liegt wahrscheinlich gerade an der sozialen Isolation in den Lockdowns, die natürlich besonders die Arten überleben lässt, die sich gerade bei besonders wenig Kontakt noch vermehren können. Es ist ein Treppenwitz...

Im Lockdown komme ich mir vor wie ein Esel, dem ein Sack Hafer in einem Meter Entfernung vors Maul gebunden wird - unerreichbar zum Fressen, aber Motivation zum Weiterlaufen.



28. Februar 2020

Die Inzidenzwerte liegen nun wieder bei über 80, der Reprodukionswert bei 1,05.

Der neue Inzidenzwert von 35, den Frau Merkel als Marke für Lockerungen durchgesetzt hat, ist unerreichbar, so lange, bis das Volk durchgeimpft ist. Nur mit dem Durchimpfen dauert es leider viel länger, als von den Verfechtern der Impfimmunisierung erhofft. Astra Zeneca hat für die kommenden Wochen wieder mal eine Halbierung der ursprünglich in Aussicht gestellten Impfstoffmengen angekündigt. Aber die Bundesregierung gleicht das aus durch vollmundige Versprechungen kostenloser Corona-Tests, eine Werbekampagne des Gesundheitsministeriums und schlichte Lügen über den Impffortschritt. Diese Woche hieß es in einer Meldung "fast alle über 80-Jährigen" seien nun durchgeimpft. Tatsächlich ist es so, dass wohl fast alle mittlerweile einen Impftermin haben mögen - aber sehr viele haben diesen erst im April! Es hat gerade einmal die Mehrheit der Ü80 eine Erstimpfung erhalten. Diese Lügen werden ziemlich kritiklos von den Medien einfach so verbreitet und hingenommen.

Wenn man andererseits - zu Recht - darauf hinweist, dass bislang "fast alle" Corona-Toten hochbetagt waren bzw. eine schwere Vorerkrankung hatten, dann gibt es einen Shitstorm.

Das erste Opfer in Kriegen ist die Wahrheit - in Krisen scheint es auch so zu sein.

Eine weitere Meldung dieser Woche war, dass in den USA nun mehr Menschen am Corona-Virus verstorben seien als im zweiten Weltkrieg gefallen (über eine halbe Mio. Menschen), was der neue US-Präsident Biden sehr bedauert.

Dieser Vergleich ist insoweit äußerst schief, weil die Toten des zweiten Weltkriegs fast alle durch unmittelbare Gewalteinwirkung ums Leben kamen, während die Corona-Toten meistens auch vor ihrem Ableben schon in gesundheitlich schlechter Verfassung waren.

Mitte Februar gab Jens Spahn, Bundes-Gesundheitsminister, seine Corona-Infektion bekannt. Ende Februar wurde publik, dass er am Vorabend des derzeitigen Lockdowns , Ende Oktober des vergangenen Jahres, noch an einem CDU-Sponsoren-Dinner teilgenommen hatte, bei dem jeder Gast knapp 10 TEUR (exakt 1 EUR weniger, also gerade unterhalb der Veröffentlichungspflicht) Eintritt zu zahlen hatte. Abgesehen davon, dass Herr Spahn dort möglicherweise - unmittelbar vor dem Lockdown - an der Verbreitung des Virus mitgewirkt haben könnte, fragt sich, wer alles an dieser Veranstaltung teilgenommen hat und ob diese Art von Lobbyismus tatsächlich keinen signifikanten Einfluss auf die Poltik haben sollte. Die jüngst bekannt gewordene Korruptionsaffäre um den CSU-Bundestagsabgeordneten Nüßlein (Hausdurchsuchung und Aufhebung der Immunität im Zuge staatsanwaltlicher Ermittlungen) gibt hier sehr zu denken.

Weitere Korruptionsskandale in NRW und Bayern u.a. im Zusammenhang mit Maskenproduzenten lassen vermuten, dass die Verschärfung der Maskenvorschriften seit diesem Winter - weg von den Alltagsmasken, hin zu den medizinischen Masken - weniger aus medizinischer Sicht denn aus kommerziellem Interesse heraus beschlossen wurde. An den Alltagsmasken konnte niemand so richtig was verdienen, weil die jeder leicht billigst anfertigen und verkaufen konnte. Die Medizinprodukte benötigen jedoch alle irgendwelche Zertifikate, die Geld kosten und die Zahl der Mitbewerber auf diesem Markt automatisch reduzieren. Ein kleiner Produzent wird in so einem Markt niemals Fuß fassen können.



4. März 2020

Die gestrige MP-Konferenz mit Frau Merkel brachte - angesichts stagnierenden Infektionsgeschehens bei bundesweiten Inzidenzzahlen über 60 - nur wenig Hoffnung auf eine baldige Normalisierung. FDP-Chef Christian Lindner sprach - sehr treffend - bereits von einer "Lockerungs-Fata-Morgana", da die meisten Zielmarken für Lockerungen derzeit und in absehbarer Zukunft einfach als unerreichbar erscheinen, weil einerseits die neuen Virus-Mutanten durch ihre höhere Infektiösität jede Isolationsmaßnahme konterkarieren und andererseits die Impferei auf niedrigem Durchsatz verharrt. Gerade einmal etwas über 4 Mio. Einwohner sollen mittlerweile zumindest teilimmunisiert worden sein - in mehr als 2 Monaten! Natürlich kann man nicht erwarten, dass so eine Massenimpfung gleich zu Beginn reibungslos über die Bühne geht. Es ist auch nicht anzunehmen, dass es bei diesem Schneckentempo bleibt, so dass die Impfungen dann volle 3 Jahre in Anspruch nähmen. Dennoch scheint es nun ein sehr ehrgeiziges Ziel, die Bevölkerung überhaupt noch bis zum Ende dieses Jahres durchzuimpfen. Für dieses Ziel müsste der tägliche Impfdurchsatz mindestens um eine ganze Größenordnung gesteigert werden. Das wäre aber eigentlich die einzig praktikable Lösung, um diesen Dauer-Lockdown noch zu beenden, bevor das Gesundheitswesen aufgrund mangelnder Zahlungsfähigkeit seiner Mitglieder endgültig kollabiert.



8. März 2021

Das erste Opfer der Krise ist die Wahrheit. So auch in der gestrigen Tagesschau! Euphemistische Darstellungen der Erfolge unserer Regierungen sind ja schon längere Zeit dort üblich. Hierzu bedient man sich gerne unbestimmter Mengenbegriffe. Da heißt es dann, fast alle Personen Ü80 seien geimpft, obwohl es bestenfalls die Mehrheit ist. Gestern wurden den Zuschauern aber auch noch falsche Zahlen genannt. Angeblich seien bereits 8 Prozent der Bürger geimpft. Tatsächlich sind es gerade einmal 6 Prozent der Einwohner, die mindestens die Erstimpfung erhalten haben. Diese dreiste Lüge lässt sich auch nicht mit Rundungsfehlern erklären - allenfalls damit, dass da jemand Erst- und Zweitimpfungen aufaddiert hat. Eigentlich mal ein Fall für den ARD-Fakten-Check - ein ziemlich peinlicher.

Zu den ab heute von der Bundesregierung in Aussicht gestellten kostenlosen Schnelltests sagte unser NRW-Gesundheitsminister Laumann:

"Also, es ist so, dass wir nicht nächste Woche allen Bürgern dieses Angebot machen können." Auch dies ist ein starker Euphemismus. Realität wird sein, dass dem geringsten Teil der Bürger ein derartiges Angebot gemacht werden wird - bestenfalls 10 Prozent!

In der vergangenen Woche hat sich der Korruptionsskandal um Maskenvermittlungen durch Bundestagsabgeordnete aus den Unionsparteien, für die selbige einige hunderttausend EUR erhalten haben, ausgeweitet. Im Zentrum dieses Skandals stehen die Abgeordneten Nüßlein und Löbel.

Mit dem Verdacht, die Verschärfung der Maskenpflicht in diesem Winter-Corona-Lockdown (seit Dezember) stehe im Zusammenhang mit solchen Geschäften, stehe ich nun nicht mehr allein, wie ich einem Leserbrief der WAZ entnehme: "Jetzt wird mir klar, warum ich nicht mehr meine genähte Maske tragen darf." Eigentlich wäre es auch sehr viel hygienischer, eine regelmäßig gewaschene Alltagsmaske aufzusetzen als eine "Einweg-Maske" immer wieder - ungewaschen - erneut aufzusetzen! Ich kann es mir jedenfalls nicht leisten, diese Einweg-Masken nach jedem Einkauf beim Discounter wegzuwerfen - von den hierdurch entstehenden Müllbergen ganz zu schweigen!



11. März 2021

Gestern habe ich mal kurz bei Maischberger (ARD) vorbeigeschaut. Sie hatte zwei kompetente Mediziner (Jürgen Zastrow und Thorsten Lehr) eingeladen, die sonst bisher nicht so stark in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten sind. Anders als bei Anwesenheit des Dauer-Talkers Lauterbach wurden diesmal die bestehende Corona-Lage und die Aussichten - auch angesichts des sehr knappen Impfstoffes sehr nüchtern und fernab jeder Aufgeregtheit analysiert und erörtert. Eine Sendung ohne großen Aufmacher, aber - im Gegensatz zu sonstigen Talk Shows wohltuend informativ! Natürlich nichts für Konsumenten von Bild und RTL.

Die großen Themen dieser Zeit sind Distribution und Priorisierung bei den Impfstoffen. Damit soll abgelenkt werden vom eigentlichen Problem: Dem des eklatanten Mangels an Impfstoffen. Immer wieder ergeben sich zwar für den Nachschub neue Perspektiven - realistischerweise jedoch nicht vor dem kommenden Sommer. So zum Beispiel für den neuen Impfstoff von Johnson & Johnson, der zwar EU-weit vor seiner unmittelbaren Zulassung steht, wegen des aktuellen Exportverbots aus den USA aber wohl nicht vor der 2. Jahreshälfte geliefert werden wird. Ein anderer Hersteller möchte in Wuppertal eine Produktion aufbauen, die aber erst am Jahresende 2021 in Betrieb gehen soll. Dies kann eigentlich nur insoweit noch einen Sinn haben, dass diese Impfstoffe dann der Wiederauffrischung des Impfschutzes dienen sollen.

Aktuell sind die Impfstofflieferungen derartig gering, dass die großen Impfzentren, sowohl zeitlich als auch von ihrer räumlichen Kapazität her, nur zu einem kleinen Bruchteil ausgelastet sind. Auch für den kommenden Monat ist diesbezüglich keine signifikante Änderung zu erwarten, glaubt man den Worten des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann. Da nützt es wenig, wenn nun bald auch die Hausärzte in die Impfkampagne eingebunden werden sollen.

In der gestrigen Tagesschau wurden die falschen Sonntagswerte der Impfquoten nun korrigiert. Sie liegt tatsächlich für die Erstimpfung bei etwas über 6 Prozent.

Wichtige und große Open Air Festivals für den Sommer 2021 wurden nun endgültig abgesagt. Bei der aktuellen Situation ist auch kaum zu erwarten, dass sich die bis zum Sommer stark entspannen könnte, denn die Herdenimmunisierung ist in weiter Ferne - und die neuen Virusmutanten sollen nicht nur viel infektiöser, sondern auch um etwa 2/3 tödlicher als der Ursprungstyp sein. Statt einer Mortalität von 2,5 Promille (wie vom Herrn Streeck übrigens schon um Ostern 2020 korrekt vorhergesagt) hat die neue Mutante nun eine solche von etwa 4 Promille - allerdings wohl bezogen auf eine gewachsene Altersstruktur. Da in Deutschland ja bald (in etwa 2 Monaten könnte das zu schaffen sein) wenigstens die vulnerabelsten Gruppen durchgeimpft sein werden, wird - trotz weitgehend fehlender Herdenimmunisierung - die effektive Mortalität der Mutanten, die nun auf zunehmend jüngere und gesündere Menschen einwirken, wohl eher sinken.



15. März 2021

In den morgendlichen Nachrichten höre ich, dass der Inzidenzwert bundesweit wieder über 80 liegt und die Neuinfektionen nun auch wieder stark ansteigen. Die eben in NRW wieder eingeführten - geringfügigen - Lockerungen der Seuchenschutzmaßnahmen werden wohl in wenigen Tagen um so drastischeren Verschärfungen weichen, weil man den Wettlauf mit dem Virus über das Impfen bei diesem "Impftempo" (sehr euphemistisch!) einfach nicht gewinnen kann. Allgemein wird erwartet, dass die Belastung der Krankenhäuser um Ostern herum - trotz des Dauerlockdowns seit Anfang November - ärger werden wird als zu Spitzenzeiten kurz vor Weihnachten 2020. So könnte die Prophezeiung des Dr. Hendrik Streeck, nach der jeder früher oder später eine Corona-Infektion durchmachen werde, möglicherweise in ihrer gefährlicheren Variante in Erfüllung gehen - trotz aller Wirtschaft und Staat weitgehend zerstörenden Isolationsmaßnahmen! Die Bundesregierung soll im vergangenen Jahr rund 50 Prozent mehr für externe Beratungen ausgegeben haben. Einen positiven Einfluss auf die politischen Entscheidungen hat dies offensichtlich nicht zur Folge gehabt. Ebensowenig berührt hat die Corona-Politik, weitestgehend mitgetragen von den Oppositionsparteien der Grünen und der SPD, die Ergebnisse der gestrigen Landtagswahlen in BW und RP. Dort scheinen die Wähler also größtenteils noch sehr zufrieden zu sein - vielleicht auch, weil die Konkurswelle noch nicht eingesetzt hat und die Schäden an der Wirtschaft noch nicht allzu offensichtlich sind, vielleicht auch, weil wichtige Wirtschaftszweige, insbesondere die Automobilindustrie, dort weitgehend unbeeinträchtigt von den Corona-Maßnahmen blieben und das Gastgewerbe dort wirtschaftlich weniger bedeutend ist.



17. März 2021

Die Impfungen mit dem Wirkstoff von Astra Zeneca wurden wegen selten auftretender Hirnvenen-Thrombosen vorübergehend ausgesetzt. Leider ist dies aktuell der Impfstoff, der eigentlich eine kostengünstige Massenimpfung ermöglichen sollte. In GB wurde damit schon gut die Hälfte der Bevölkerung geimpft. Die Komplikationen überschreiten nicht nennenswert das allgemeine Risiko solcher Thrombosen - zudem wurden in Deutschland überdurchschnittlich viele Individuen damit geimpft, bei denen Hirnvenenthrombosen ohnehin häufiger auftreten: Frauen unter 50, die eben einen extrem hohen Anteil in den Berufsgruppen Pflege und Erziehung haben und die jetzt vorrangig mit Astra Zeneca bedient wurden.

Die fast zeitgleich vom Hersteller angekündigte Reduktion der Liefermengen an die EU für das erste Halbjahr von 220 Mio. Dosen auf nur gut 100 Mio. - also um mehr als die Hälfte! - verschärft die aktuelle Corona-Situation mit ansteckenderen und tödlicheren Corona-Mutanten, der nur mit einer Intensivierung der Impfkampagne erfolgreich begegnet werden kann, drastisch.



22. März 2021

Das erste Opfer der Krise ist die Wahrheit. Wenn die Wahrheit nicht so schön ist, flüchtet man sich in Euphemismen. Da sprechen dann Kanzlerin und Gesundheitsministern von den letzten schweren "Wochen" - und meinen Monate, wenn nicht Quartale.

In der WAZ und im Rundfunk und im Internet wird die euphemistische Frage gestellt: "Kommt Ostern doch der Lockdown?", die suggerieren soll, wir befänden uns nicht mehr in einem solchen. Tatsächlich sind die "Lockerungen" der vergangenen Tage so überschaubar und begrenzt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung sie im realen Leben nicht nachvollziehen konnte. Auch die Dauer des faktisch seit Anfang November ununterbrochenen Lockdowns wird verniedlicht. Allen Ernstes steht in der heutigen WAZ etwas von "seit mehr als drei Monaten". Es sind tatsächlich bald 5 Monate!

Die Regierungs-Propaganda erinnert mich allmählich stark an die Goebbels-Rede im Sportpalast: Wollt Ihr den totalen Lockdown?

Wenn die heutige Kanzler-MP-Konferenz eine nächtliche Ausgangssperre beschließen sollte - was zum Teufel soll diese epidemiologisch bringen? , werde ich diese erforderlichenfalls ignorieren. Demnächst ist wieder Sommerzeit - und da kann niemand erwarten, dass ich mir - statt angenehme Abende im Garten zu verbringen - zu Hause im Fernsehen den Herrn Lauterbach in den Talk-Shows anschaue.

In allen Medien erwarten die - offensichtlich von Motivationstrainern der Bertelsmann-Stiftung getriebenen - Interviewer von ihren Gesprächspartnern - und seien diese auch schwerst von den Maßnahmen betroffen, dass diese etwas Gutes an der Corona-Krise finden. Es gibt tatsächlich Situationen und Zeiten, an denen einfach nichts Gutes ist, Kriege und Hitlerzeit zum Beispiel! Auch die Autobahnen aus der Hitlerzeit kann man nicht als Positivum bezeichnen, wenn man berücksichtigt, dass der Bau derselben Teil der Aufrüstungstrategie im Hinblick auf einen Krieg war.

Ebensowenig ist an der Corona-Pandemie irgendetwas Gutes. Für die Mehrheit der Menschen sind das zwei verlorene Jahre - weitestgehend freudlos, ohne jede Kultur, einhergehend mit einer Sozialkontaktverarmung. Nicht einmal die Umwelt profitiert von der Krise. Zwar reduzieren sich die Emissionen aus dem Verkehr beträchtlich, auf der anderen Seite wächst aber der Einwegmüll aus Krankenhäusern und Essenslieferdiensten um so mehr. Einwegmasken sind die neuen Getränkedosen in Wald und Landschaft.

Im Focus der Corona-Kritik stehen nun die Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger und Impfverweigerer. Diese winzige Minderheit an Spinnern wird für das aktuelle Dilemma aus exponentiellem Wachstum bei schleppendem Impffortschritt verantwortlich gemacht. Ein schöner Sündenbock! Auf die Juden kann man ja nicht mehr draufhauen - wie in früheren Jahrhunderten zu Pandemiezeiten. Das wäre nunmehr nicht nur politisch unkorrekt, sondern dazu möglicherweise auch noch strafbar.

Das eigentliche Problem der Impfkampagne ist und bleibt doch die absolut unzureichende Versorgung mit Impfstoffen - und nicht die paar Leute, die nicht geimpft werden wollen. Frau Merkel müsste diese Situation eigentlich an ihre Jugend in der sozialistischen Planwirtschaft erinnern, in welcher Bananen auch nicht zu jeder Zeit in hinreichender Menge verfügbar waren. Seltsamerweise hat ausgerechnet sie, die ja die Entwicklung dieser Impfseren mit Milliardenaufwand gefördert hat, die Knappheit dieser Wirkstoffe in Europa mitzuverantworten. Wenn genug Impfstoff zur Verfügung stünde, brauchte dieser nun bald ein halbes Jahr andauernde Lockdown nicht alle drei bis vier Wochen erneut verlängert zu werden. Dann wären wir zum Sommerbeginn locker fertig mit dem Impfen - wie in den Vereinigten Staaten. Im Sommer sollen die Massenimpfungen bei uns aber überhaupt erst beginnen! Da haben unsere Regierungen kläglich versagt und ihre wirtschaftliche Inkompetenz bewiesen. Und von dieser Verantwortung wollen die Regierenden uns ablenken. Her mit dem Impfstoff, aber dalli - und nicht mit Fragen der Impfstoff-Distribution, Priorisierung und Impfausweisen von Eurer Verantwortung ablenken!



23. März 2021

In der vergangenen Nacht hat die MP-Kanzlerinnen Konferenz einen verschärften Lockdown mit einer "Osterruhe" von Gründonnerstag bis Ostermontag beschlossen. Auch Lebensmittelgeschäfte sollen am Gründonnerstag nun geschlossen bleiben. Das wird ein hübsches Gedränge in der "Semana Santa", der Karwoche! Ob hierdurch das Infektionsgeschehen reduziert wird, ist sehr fraglich!

Ich schlage vor, den Unionsparteien nicht nur an Ostern, sondern v.a. ab dem Herbst insgesamt etwas mehr Ruhe zu gönnen - indem wir sie dauerhaft aus der Regierungsverantwortung entlassen.



29. März 2021

Aus den Tagesthemen:

Brasilien ist mit dem Impfen weit zurück - behauptet ein Brasilianer. Aktuell werden dort gerade die Einundsiebzigjährigen geimpft. Bei uns werden die Neunundsiebzigjährigen schon ab Mitte April 2021 geimpft, wow! In Brasilien hat es schon über 300.000 Corona-Tote gegeben - bei uns mittlerweile auch schon über 75.000 - aber Brasilien hat über 200 Mio Einwohner! Sicher, damit steht Brasilien auch relativ etwas schlechter da, aber keineswegs so gravierend, wie es mancher vermutet!

Die heutigen "Vakzine" sollen übrigens weitestgehend wirkungslos gegen die aktuelle brasilianische Cororona-Mutante seien, die es offiziell immerhin schon bis nach Mallorca gebracht haben soll - und wahrscheinlich nur deshalb in Deutschland noch nicht entdeckt wurde, weil hier immer noch ausgesprochen wenig sequenziert wird. Die durchschnittliche Wocheninzidenz liegt nun bei über 130 und die Anzahl der täglichen Neuinfektionen bei knapp unter 20.000. Unsere Politiker haben jetzt die "Notbremse" gezogen und einige lächerliche Lockerungen nun wieder gestrichen. Extremisten wie Herr Lauterbach fordern nun eine "nächtliche Ausgangsperre ab 20.00 Uhr - obwohl es bei Sommerzeit erst um 21.00 Uhr richtig dunkel und die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ausgesprochen eingeschränkt ist. Ich habe den Eindruck, es geht nicht darum, die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, sondern unser aller Freiheit möglichst stark einzuschränken. Vielleicht auch sollen die Bürger künftig alle um 20 Uhr zu Hause sein, um die Verblödungs-Talkshows, in denen Herr Lauterbach auftritt, an der Mattscheibe zu verfolgen.

Bibliotheken kann man aktuell nur noch mit einem frischen Corona-Test besuchen. Nur: Wer möchte sich für eine Stunde in einem Testzentrum anstellen, um hernach für maximal eine Stunde eine Stadtbücherei aufzusuchen - und dann auch noch maskiert mit einem Schnutenpulli, bei dem die Brille beschlägt?

Unsere Regierungen auf allen Ebenen - landes-, bundes- und EU-weit haben es einfach nicht geschafft rechtzeitig hinreichend viele Impfstoffe zu beschaffen, obwohl sie ausschließlich auf diese Karte gesetzt und in keinen anderen Gesundheitsbereich investiert haben. Sie haben alle jämmerlich versagt und ausschließlich ihr eigenes Wohl im Blick gehabt. Nun sind sie am Ende ihres Lateins und ihnen fallen nur noch aktionistische Maßnahmen ein, dumme Ideen nach dem Motto: "Gelobt sei, was hart macht!" Nur: Diese drakonischen Maßnahmen erweisen sich ja auch im benachbarten europäischen Ausland als vollkommen wirkungslos. Dort hat man - trotz nächtlicher Ausgangssperren - noch viel höhere Infektionszahlen!

Erst wenn das letzte Restaurant aufgeben musste, der letzte Künstler seinen Beruf gewechselt hat, der Kulturbetrieb tot ist, werdet Ihr Regierungs-Politiker merken, dass auch die Krankenkassen von irgendjemand finanziert werden müssen...



30. März 2021

Nach heftigen Nebenwirkungen bei einzelnen Personen (Sinusvenenthrombose), vorwiegend Frauen im gebärfähigen Alter, empfiehlt die ständige Impfkommission den Wirkstoff von Astra Zeneca nunmehr generell nur noch für Personen Ü60 - ausgerechnet jene Altersgruppe, der zuvor dieses Impfserum nicht verabreicht werden sollte und die mit dem Biontech-Stoff versorgt werden sollte - wie bislang die Ü80, die man bis zum Ende des kommenden Monats durchgeimpft zu haben gedenkt.

Wenn man aus den bisherigen Versorgungsgruppen für Astra Zeneca die Schnittmenge bildet, kommt man leider auf die leere Menge als Ergebnis.

Da fügt es sich ganz gut, dass Astra Zeneca von sich aus schon die Liefermengen für die EU im zweiten Quartal auf ein Viertel der ursprünglich vereinbarten Menge reduziert hat!



31. März 2021

Um das Image aufzupolieren wird Astra Zeneca nun umbenannt - ein alter Marketing-Trick.

Söder und Konsorten fordern eine weitere Verschärfung des Lockdowns um eine nächtliche Ausgangssperre, wiewohl der Effekt einer solchen (siehe Frankreich) eher marginal scheint. Überdies scheint mir eine solche auch insoweit unangemessen, als in Frankreich die Inzidenzen (um 350) um ein Vielfaches höher liegen als bei uns (um 130) und zudem die vormals exponentiellen Steigerungen allmählich in eine Phase der Stagnation überzugehen scheinen. Da zudem nun immerhin die ganz alten Leute in den Alters und Pflegeheimen geimpft und die Impfkampagne Ü80 zum Aprilende hin fast abgeschlossen sein wird,

verlagert sich das Infektionsgeschehen zunehmend in jüngere Altersgruppen, deren Immmunsystem - abgesehen von krankheitsmäßig vorbelasteten Personengruppen - nun etwas stabiler und widerstandsfähiger sein wird.

Bleibt zu hoffen, dass Herr Laschet, unterstützt durch seinen Koaltionspartner FDP in NRW, diesen aktionistischen Bestrebungen aus dem Süden der Republik widersteht.



5. April 2021 - Ostermontag

Das ödeste Osterfest seit Menschengedenken neigt sich seinem Ende zu. Kulturell findet praktisch gar nichts statt und selbst die Ostermessen - für die Religiösen unter uns - sind nur wenigen auserwählten Menschen zugänglich. Keine Ostermärkte und selbst im Fernsehen nur steinalte Konserven. Ostermärsche - nach Corona-Regeln - finden statt, allerdings scheint bei ihnen die Zeit stehen geblieben zu sein, was ihre Motive und Ziele anbelangt. Ich würde mitmarschieren, wenn es um die Verteidigung unserer Grundrechte ginge, die seit faktisch einem Jahr nun stark eingeschränkt sind, was längst nicht mehr akzeptabel und schon gar nicht mehr verhältnismäßig ist.

Leider hat sich - nicht zuletzt durch die undifferenzierte Berichterstattung in den Medien - die Gesellschaft nun in zwei extremistische Lager aufgespaltet: Auf der einen Seite die Anhänger der Q-Annon-Bewegung, der Corona-Leugner unnd Verschwörung-Theoretiker,

auf der anderen Seite diejenigen - finanziell gut abgesicherten, oft im öffentlichen Dienst, Beschäftigten, Anhänger der Zero-Covid-Fraktion, denen kein Lockdown hart genug sein kann und deren Leben auf die eigene Familie beschränkt ist, die keine Kultur benötigen und die es auch nicht stört, nicht verreisen zu können, weil sie ja ein Eigenheim auf großem Grundstück haben, auf dem sie sich auch so gut erholen können.

Zu keinem dieser Lager fühle ich mich hingezogen. Bei letzterem fehlt mir zudem die Empathie für andere - weniger begünstigte - gesellschaftliche Gruppen, während dieselben Solidarität einfordern von denjenigen, die sie gerade wirtschaftlich ruinieren.

Die Mehrheit der Bundesbürger glaubt mittlerweile nicht mehr dem Versprechen der Kanzlerin, dass bis zum Ende des Sommers jeder Bürger ein Imfangebot erhalte. Der Anteil der Bürger, die dies dennoch für wahrscheinlich halten, sank mittlerweile von 26 auf 23 Prozent.

Die europaweiteVerteilung zusätzlicher 10 Mio. Impfdosen von Biontec, bei der Deutschland nun eine weitere halbe Mio. von den rund 2 Mio. ihm eigentlich bevölkerungsmäßig zustehenden Anteil an sich benachteiligt fühlende osteuropäische Länder (zwei baltische Kleinstaaten und das korrupte Bulgarien, dessen Staatsführer sich so den Sieg bei den in wenigen Wochen stattfindenden Nationalwahlen sichern möchte) abgibt, wodurch die Impfkampagne bestimmt nicht beschleunigt wird, trägt sicher nicht zur Zuversicht bei, wo Deutschland jetzt schon beim Impffortschritt im letzten Drittel Europas liegt.

Angesichts der für das 2. Quartal zu erwartenden Liefermengen an Impfstoffen ist bis zu dessen Ende mit kaum mehr als 20 Mio. Impf-Immunisierten in Deutschland zu rechnen. Zum Ende des ersten Quartals hatten gerade einmal 9,5 Mio. Bürger mindestens die erste Spritze erhalten (RKI). Da nun auch diejenigen, die - jünger als 60 - vormals mit Astra Zeneca geimpft worden waren (rund 2,8 Mio.), nun ein zweites Mal mit dem Biontec-Wirkstoff geimpft werden müssen, Astra Zeneca wiederum seine Liefermengen nach Deutschland stark reduziert hat, wird die Impfstoff-Versorgungslage zunehmend eher prekär und wird sich voraussichtlich erst ab dem 2. Halbjahr, wenn einige Staaten ihre Bevölkerung dann endlich durchgeimpft haben und dadurch Produktionskapazitäten frei werden, signifikant bessern.

Um das Impfversprechen halbwegs einzulösen, müssten also im 3. Quartal gut doppelt so viele Menschen geimpft werden wie in dem ganzen Halbjahr (!) zuvor, was einer Vervierfachung der bisherigen Impfgeschwindigkeit entspräche.



7. April 2021

Heute in der WAZ lese ich die Überschrift "Impfangebot für fast alle ab 19. April". Leider nicht bei uns, sondern in den USA! Wir können froh sein, wenn wir ein solches schon in einem halben Jahr erhalten - und mit dem 19. April war nicht der im nächsten Jahr gemeint!

Bis dahin werden wir uns wohl mit "Brücken-Lockdowns" und anderen wohlklingenden Maßnahmen, deren Nomenklatur einem Propagandaministerium entsprungen scheint, behelfen müssen. Nach Herrn Laschet soll es ja nur noch wenige Wochen bis zur Herdenimmunisierung durch Impfung dauern. Merkwürdig nur, dass im ersten Quartal nur knapp ein Neuntel der Bevölkerung überhaupt eine Spritze erhielt - trotz gut ausgebauter Impf-Infrastruktur! Wo der Impfstoff knapp ist, nützt auch eine noch so gute Distribution wenig - und die ach so gut rezipierte Impfmöglichkeit in Hausarztpraxen bleibt da eine pure PR-Aktion. Für wie dumm hält uns dieses korrupte Politiker-Pack, das nur auffällt durch Maskenaffären, Korruption bei der Beschaffung von Luftfiltern für Schulen (Düsseldorf) und allzu zögerliche Impfstoffbeschaffung?

Wieviel Geld hat die Union im vergangenen Jahr von der Pharma-Industrie erhalten - insbesondere beim der Spenden-Gala am Oktober in Leipzig mit Herrn Spahn? Wieviele Pharma-Vertreter waren da anwesend, die jeweils knapp 10 Tsd. EUR gespendet haben? Eigentlich müsste doch auch ein Externer dieses Treffen und v.a. die zu diesem Restaurant in PKW angereisten Politiker beobachtet haben und diesen Schleier über dem Spenden-Dinner lüften können!



10. April 2021

Gestern hat Jens Spahn verkündet, dass nun jede Woche 1 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Wow! Aktuell stehen wir bei knapp 15 Prozent, von denen allerdings der allergrößte Teil nur die erste Spritze erhalten hat. Bei 52 Wochen pro Jahr stünden wir also nach einem weiteren Jahr bei 67 Prozent, womit dann endlich Herdenimmunität hergestellt wäre!



12. April 2021

Sonst vergleicht sich Deutschland gerne mit anderen modernen Industriestaaten wie Frankreich, den USA oder Großbritannien. Beim Impfen ist diese Messlatte natürlich entschieden zu hoch. Gestern im Weltspiegel hörte ich, dass Indien und Bangladesch ja noch viel weiter zurückliegen als wir! Klar, im Vergleich zu Entwicklingsländern ist der Impffortschritt bei uns natürlich gewaltig. Fragt sich nur, ob die der Maßstab für uns sein können? Schließlich haben Deutschland und die EU die Entwicklung der Impfstoffe mit Milliardenbeträgen gefördert. Aber ich spende natürlich gerne (und das meine ich durchaus ernst) die mir zustehende Impfdosis an bedürftigere Menschen in der dritten Welt! Vielleicht wäre das überhaupt auch mal eine Idee bezüglich derjenigen, die nicht unbedingt geimpft werden wollen, dass unser Staat die entsprechenden Impdosen dann an Bedürftige in armen Ländern verteilen ließe. In meinem Falle allerdings würde ich nicht damit rechnen, weit vor Jahresende überhaupt eine Impfberechtigung zu erhalten. Ob der dann erhältliche Impfstoff noch gegen die dann kursierenden Mutanten wirken würde, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Schon die Grippeimpfungen haben ja selten eine Wirksamkeit, die nennenswert über 50 Prozent hinausgeht.

Das von Frau Merkel ausgeheckte neue Bundesinfektionschutzgesetz soll nun im Schweinsgalopp durch den Bundestag gebracht werden, bedarf aber einer 2/3-Mehrheit, da mit ihm die bestehenden Rechte der Länder beschnitten werden. Die Grünen - als größte Oppositionspartei neben der AfD - scheinen mal wieder zu allem Ja und Amen zu sagen - auch zu den in Aussicht gestellten nächtlichen Ausgangssperren ab 21.00 Uhr bei Wochen-Inzidenzwerten jenseits von 100 auf 100 Tsd. Ew., obwohl die infektiologisch überhaupt nichts brächten, weil Infektionen an der frischen Luft praktisch keine Rolle spielen. Wenn unser Bankenzinsluder das durchbringt, dann ist es sicher nur eine Frage der Zeit, dass die Gerichte diese Beschneidung der Freiheit gleich wieder kassieren werden. Die Grünen sind - gemessen an der Wahrnehmung ihrer Aufgabe als Opposition im Bundestag - einfach nicht mehr wählbar. Die haben alles mitgetragen - angefangen bei der halbjährigen Entmachtung des Bundestages zu Beginn der Pandemie. Was sind das für Demokraten, denen die Gendergerechtigkeit bei der Aufstellung der Landeslisten (die sie anderen Parteien auch noch vorschreiben wollten, was unlängst höchstrichterlich verhindert worden war) und in der Sprache wichtiger ist als grundlegende Freiheitsrechte des Bürgers?



19. April 2021

Diese Woche möchte Frau Merkel die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes inclusive "nächtlicher" Ausgangssperren (ab 21.00 Uhr, wenn es noch hell ist!) ab Inzidenzen über 100 durchs Parlament bringen. Die Grünen werden für die hierzu erforderliche Zweidrittelmehrheit sorgen. Denen sind die Gendergerechtigkeit und eine Kanzlerkandidatin wichtiger als freiheitliche Grundrechte und die Verhältnismäßigkeit von "Infektionsschutzmaßnahmen". Die nächtlichen Ausgangssperren - obgleich ziemlich wirkungslos - werden fast alle Regionen Deutschlands betreffen - bei einer derzeitigen Durchschnittsinzidenz von rund 160 wöchentlichen Neuinfektionen auf 100 Tsd. Ew. .

Allerdings stagnieren die Werte allmählich und die Zahl der täglich mit dem Virus Sterbenden ist eher rückläufig und liegt bei etwa 200 (von rund 2800 täglich ihr Leben beendenden Menschen). Während in der Schweiz - bei noch geringerer Impfquote und beträchtlich höheren Inzidenzwerten - zumindest nun die Außengastronomie wieder öffnet, schränkt man bei uns das öffentliche Leben noch weiter ein - sinn- und grundlos, nur um die durch das Bild-Hetzblatt veröffentlichte Meinung (nicht unbedingt identisch mit der öffentlichen Meinung) zu befrieden.

Wenn etwas - aus infektiologischer Sicht - ab einem Inzidenzwert von 100 geschlossen werden müsste, dann wären das wahrscheinlich eher die Schulen. Das kann man aber eigentlich auch nicht verantworten, weil darunter und unter dem "Home Schooling" ganz überwiegend die eh schon sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten besonders leiden.

Es ist schon ein ziemlich schlechter Witz: Jetzt, wo die Inzidenzwerte, mit fortschreitender Immunisierung zumindest der vulnerablen Personengruppen, immer weniger über die Gefährung der Bevölkerung aussagen, soll ein Gesetz verabschiedet werden, dass ausgerechnet diese Werte zum alleinigen Maßstab des Handelns nimmt.

Nun habe ich seit weit mehr als einem Jahr keine Infektion mehr gehabt - und liege damit voll im Trend. Abstandsregelungen, Kontaktbeschränkungen und das permanente Masketragen an potentiell neuralgischen Punkten führen dazu, dass auch andere Infektionskrankheiten als Corona sich nur schwer verbreiten können. Das ist zunächst einmal sicher sehr positiv. Der Nachteil könnte allerdings langfristig sein, dass unser Immunsystem nicht mehr trainiert wird und wir uns deshalb bald gegen jeden "Furz" impfen lassen müssen - oder von der Maskenpflicht gar nicht mehr wegkommen. Denkbar wäre auch eine Zunahme von Autoimmunerkrankungen wie Heuschnupfen, von dem man ja annimmt, dass dieser gerade bei denjenigen besonders häufig auftritt, die in ihrer Kindheit nicht allzu oft im Dreck gespielt haben.

Das Kabinett Merkel hat die Gesetzesvorlage für die Novelle des Infektionsschutzgesetzes entschärft bezüglich der nächtlichen Ausgangssperren. Die sollen nun erst ab 22 Uhr greifen und für Einzelpersonen erst ab Mitternacht. Allerdings sollen diese Regelungen bis zum Ende des zweiten Quartals 2021 bestehen bleiben. Dann hätten wir "nur" 2/3 Jahre am Stück Lockdown gehabt! Wenn man dann noch die zwei Monate des ersten Lockdowns addiert, hat man sehr vielen Menschen fast ein ganzes Jahr nahezu alle Lebensfreude genommen, einigen Millionen die Existenz vernichtet, Kinder und Jugendliche in ihrer sozialen und geistigen Entwicklung für sehr lange Zeit massivst behindert, Lehrlingen den Abschluss ihrer Ausbildung verunmöglicht, weniger wohlhabenden Studenten die Finanzierung ihres Studiums beträchtlich erschwert. Im Hinblick auf Schweden kann niemand behaupten, dass dieses katastrophale politische Handeln alternativlos gewesen wäre. Nicht die Pandemie ist unsere Katastrophe, sondern das hirnlose Agieren unserer politischen Entscheidungsträger, die sich mit Millionenbeträgen von externen Unternehmen beraten lassen und dennoch keine intelligenten Lösungen finden.



22. April 2021

Die Novelle des Infektionsschutzgesetzes wurde gestern mit den Stimmen der Koalition bei Enthaltung der Grünen und Gegenstimmen von den übrigen Oppositionsparteien verabschiedet und heute im Bundesrat durchgewunken. FDP und AfD rufen das Bundesverfassungsgericht wegen der nächtlichen Ausgangssperren, deren Wirkung weder hinreichend belegt noch verhältnismäßig erscheint, an. Ich tippe mal eher darauf, dass die - nunmehr nicht mehr ganz so scharf gefasste - Ausgangssperre vor den Richtern Bestand haben wird, nachdem nun auch schon die 750 Mrd-EUR-Corona-Hilfen der EU abgesegnet worden sind.

Allerdings kommt diese Gesetzesnovelle eigentlich zu einem Zeitpunkt, an dem die Inzidenzwerte bereits ihr Maximum erreicht haben und die Corona-Todeszahlen eher schon leicht rückläufig sind. Zudem sagen die Inzidenzwerte immer weniger über die Belastung der Intensivstationen der Krankenhäuser aus, da - entgegen den allgemeinen Verlautbarungen in den Medien - die nicht geimpften jüngeren Menschen viel robuster auf eine Infektion reagieren als die vormals hauptsächlich betroffenen Bewohner von Altenheimen.

Sicher werden da immer wieder Beispiele noch recht junger Menschen genannt, die an dem Virus starben oder Langzeitfolgen zu bewältigen haben. Regelmäßig wird dann aber weder gesagt, welche Risikofaktoren diese Menschen außerdem hatten, noch, wie häufig denn solche Fälle auftreten. Da wird im besten Falle dann einfach nur behauptet, das komme "oft" vor. Nun: 1 Promille der Infizierten - das mag schon "oft" sein. Natürlich ist es auch so, dass das Klinikpersonal die leichten Corona-Verläufe einfach nicht zu sehen bekommt, weil solche Menschen üblicherweise ja auch nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wenn man andererseits nur mit Extremfällen konfrontiert wird, dann kann sich schon leicht der Eindruck verfestigen, dass Corona immer besonders schlimm ist. Leider beleuchten auch die amtlichen Statistiken die Verhältnisse nur unzureichend, da unsere Bundesregierung von Anfang der Pandemie an anscheinend überhaupt kein Interesse an einer wissenschaftlichen Erforschung des Infektionsgeschehens in Deutschland gehabt hat und hierdurch ein Dunkelfeld unbestimmten Ausmaßes entstanden ist. Man gibt das Geld lieber für irgendwelche zweifelhaften Consulting-Unternehmen aus als nur einen müden Euro in wissenschaftliche Forschung zu stecken. Wenn es dann um wissenschaftliche Studien geht, zieht man dann lieber solche aus Amerika heran, auch wenn die nicht unbedingt immer 1:1 auf deutsche Verhältnisse übertragbar sein mögen - wie z.B. die US-Studie zu den Aerosolen in Restaurants vom Beginn der Pandemie, als die Gäste noch nicht einmal Gesichtsmasken getragen haben dürften.

Es fragt sich, wie lange dieser Lockdown noch fortgesetzt werden wird, jetzt wo mit dem bundeseinheitlich starren Gesetz die Entscheidungs-Inzidenzwerte wie in Stein gemeißelt daherkommen und andererseits beim Infektionsgeschehen kein schneller Rückgang zu erwarten ist.

Da könnten aus den von einigen Unionspolitikern in Aussicht gestellten maximal 3 bis 4 Wochen weiteren Lockdowns leicht volle 2 Monate bis zum Ende der Gültigkeit des Bundesgesetzes (Ende Juni 2021 läuft es dann aus) werden, zumal der Impffortschritt - rund 20 Prozent der Bevölkerung sollen bereits eine erste Spritze erhalten haben, aber nur etwa 6 Prozent schon durchgeimpft sein - angesichts des bis zum Ende des zweiten Quartals auch weiterhin knappen Stoffs - vermutlich bald ins Stocken geraten wird.

Man fragt sich auch, was all diese drakonischen Maßnahmen in einem Transitland wie Deutschland bringen sollen, wenn zugleich ringsum die Inzidenzwerte gut doppelt so hoch liegen und andererseits gerade in den benachbarten Ländern (NL, CH) den Bürgern wieder Freiheiten gewährt werden, die uns schon ein halbes Jahr verwehrt werden. Natürlich ist es so, dass es für Deutschland in der EU ein besonders schlechtes Bild abgäbe, wenn es sich - angesichts des völligen Versagens der EU-weiten Impfstoffbeschaffung unter deutscher Leitung ("Flinten-Uschi") nicht permanent als Corona-Musterschüler beweisen würde: Niedrigste Infektionszahlen, geringste Inanspruchnahme der gefragten Impfstoffe (um keinen Neid anderer EU-Länder aufkommen zu lassen), längste und auf Dauer strengste Lockdowns, wahrscheinlich auch geringste Entschädigung der Kulturschaffenden. Höchste Flexibilität bezüglich der Qualität der Vakzine: Wir kaufen den Dänen, die Astra Zeneca nicht mehr verimpfen wollen, den Stoff ab und geben dafür Biontech.









Frau Merkel hat die Novelle des Bundesinfektionsschutzgesetzes und die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen mit ihrem tiefen Verständnis für die Nöte auf den Intensivstationen der Krankenhäuser begründet, die ja an ihrer Belastungsgrenze seien. Ach ja?

Wurde das Bankenzinsluder nicht beraten während der Pandemie? Meines Wissens nach haben sich die Kosten für externe Beratung im vergangenen Jahr gut verdoppelt. Dass mindestens eine zweite Infektionswelle folgen würde, war unter allen seriösen Wissenschaftlern bereits vor einem Jahr unumstritten. Dennoch hat unsere Bundesregierung dafür gesorgt, dass in der Zwischenzeit immerhin 9.000 Intensivbetten abgebaut wurden - und Krankenpflegepersonal auch reichlich. Vor diesem Sachverhalt halte ich das Bedauern Frau Merkels für verlogen und ziemlich scheinheilig.

Könnte es sein, dass bei dieser Spendengala für die CDU in Leipzig Ende Oktober 2021 in Anwesenheit von Herrn Spahn (Gesundheitsminister) ein Vertreter des Fresenius-Konzerns anwesend war? Dieser - Holding der Helios-Kliniken - hat offensichtlich massiv von dieser "Entwicklung" (Personalabbau) profitiert! Knapp 10 Tsd. EUR Spendengelder für eine 40-prozentige Steigerung des Gewinns wären sicher "Peanuts". Herr Spahn möchte ja die "edlen" Spender partout nicht benennen. Weitere Teilnehmer könnten Vertreter weiterer privater Krankenhauskonzerne, der Pharmaindustrie und auch Maskenhersteller gewesen sein - denn nur rund 2 1/2 Monate später wurde ja auch die Maskenpflicht verschärft, obwohl der effektive Nutzen dieser Maßnahme als eher marginal zu bewerten ist.

Herr Spahn zeichnet sich durch besonders wenig Fachkompetenz und um so mehr Denken an den eigenen Vorteil aus!

  1. Mai 2021

Nun befinden wir uns schon ein halbes Jahr im Lockdown. Zu Beginn behaupteten alle dafür Verantwortlichen, es gehe nur um wenige Wochen. Nun ist aus dem Corona-Halbmarathon bereits ein Dreifachmarathon geworden. Zur Erinnerung: Der erste Marathonläufer starb bereits beim Überbringen der Nachricht.

Die Regierenden verlangen ihren Untertanen doch ein Übermaß an Leidensfähigkeit, neudeutsch Resilienz, ab.

Untertanen ist keineswegs das falsche Wort, denn als Demokraten erweisen sich unsere führenden Politiker keineswegs – allenfalls im Schröderschen Sinne („Putin ist ein lupenreiner Demokrat“). Hierzu ein Statement des Verwaltungsgerichtspräsidenten Andreas Heusch in der gestrigen WAZ:

Wenn die Bundeskanzlerin es als Mehrwert ansieht, dass die Verwaltungsgerichte ausgeschaltet sind, frage ich mich schon, welches Grundverständnis unseres freiheitlichen Staates sie hat.“



  1. Mai 2021

Gestern in der Tagesschau wurde vermeldet, dass in Nachbarländern wie Österreich die Corona -Maßnahmen gelockert werden, nunmehr zum Beispiel dort Außengastronomie geöffnet habe.

Die Inzidenzen seien dort stark gesunken. Was nicht gesagt wurde, dass dort nun geöffnet wird, obwohl diese Werte teilweise dort immer noch gut doppelt so hoch liegen wie in Deutschland. Das darf man ja nicht sagen, denn sonst würde sich der Zuschauer fragen, warum wir immer noch im Lockdown verharren – und dies mutmaßlich noch bis Ende Juni! Da könnte Neid aufkommen – und das möchten Bertelsmann oder Fresenius vielleicht nicht.

  1. Mai 2021

Nun habe ich die Tagesthemen doch mal bei einer glatten Lüge erwischt! Heute hieß es: „Seit der Einführung der Bundesnotbremse gehen die Werte (Inzidenzen) zurück.“ Richtig ist vielmehr: Die Inzidenzwerte sanken schon vor der Einführung leicht! Ein Zusammenhang mit den nächtlichen Ausgangssperren ist zumindest jetzt noch nicht belegbar. Überhaupt zeigen sich erste Auswirkungen frühestens zwei Wochen später.

  1. Mai 2021

Auch in Gelsenkirchen sind die Inzidenzen nun nicht mehr allzu weit von der Hundertermarke entfernt – trotz des Ramadan, eines hohen Moslemanteils und mutmaßlich großfamiliärer Zusammenkünfte anlässlich des allabendlichen Fastenbrechens. Am kommenden Freitag beginnt das dreitägige Zuckerfest, das potentiell Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen haben könnte. Demnächst soll man sich mit Astra Zeneca beim Hausarzt abseits der allgemeinen Priorisierungen impfen lassen können. Dies ist aber ein eher theoretisches Angebot, da ja gerade von diesem Hersteller außerordentlich wenig Dosen verfügbar sind und möglicherweise EU-weit ab der zweiten Jahreshälfte gar keine Vakzine mehr geordert werden und verfügbar sind. Letztendlich ist die Freigabe von Astra Zeneca also nicht mehr als ein erneuter PR-Gag unseres Gesundheits-Propaganda-Ministeriums.

  1. Mai 2021

Das Land NRW passt die Corona-Schutzverordnung an.

Demnächst wir es in Kreisen mit Inzidenzen unter 100 viele „Freiheiten“ geben, die vor Corona selbstverständlich waren – allerdings nur für vollständig Geimpfte, Genesene (mit maximal halbjährig zurückliegender Infektion) und negativ Getestete! Gastronomiebesuche – nicht nur im Außenbereich – waren nach dem 1. Lockdown im Frühjahr 2021 allen Menschen gestattet. Die nun in Kraft tretende Regelung fällt weit hinter die letztjährige zurück. Wenn man bedenkt, dass aktuell gerade einmal jede 7. Person vollständig geimpft ist, werden da eigentlich nun „Freiheiten“ gewährt, die tatsächlich kaum einer nutzen kann. Das ist Zynismus pur. Wer bitteschön möchte sich täglich eine Stunde für einen Test irgendwo anstellen, um in seiner Freizeit mal ein Restaurant besuchen zu dürfen?

Und das dann auch noch im Außenbereich, wo die Infektionsgefahr ohnehin sehr gering wäre?

NRW-Gesundheitsminister Laumann betont den enormen Impffortschritt. Nun werde man im Schnitt täglich 1 Prozent der Bevölkerung impfen (WAZ vom 13. Mai). Jeder Mensch benötigt aber 2 Dosen! Bei diesem „rasanten“ Tempo dauert es bis zur Durchimpfung bis Mitte Oktober 2021. Da kann nicht davon die Rede sein, dass man jedem Impfwilligen bis Ende Juni ein Impfangebot unterbreiten werde – es sei denn, ein Impftermin mit einem Quartal Wartezeit. Wer da nicht „Vitamin B“ zu seinem Hausarzt hat oder zu einer der priorisierten Gruppen gehört, muss dann halt weitere 5 Monate auf seine persönlichen Grundrechte verzichten, bleibt vom kulturellen und sozialen Leben einfach ausgeschlossen. Das ist nicht fair und noch weniger akzeptabel.

Das „Impfangebot“ ist bei den aktuell verfügbaren Impfstoffdosen einfach nur unseriös – oder wäre es seriös, das neueste iPhone 50 EUR unter dem UVP bei Aldi anzubieten und dann je Filiale nur 1 Exemplar vorzuhalten? Der Discounter würde im Wiederholungsfalle abgemahnt. Für unsere Regierungen scheinen solche Taschenspielertricks leider heute normal zu sein: Normalrenten, die erst nach unrealistisch langen Versicherungszeiten erzielbar sind, wären ein weiteres Beispiel.

Wundert es da, dass entnervte Menschen nun gefälschte Impfausweise kaufen oder sich in den Impfzentren vordrängeln?

  1. Mai 2021

Über ein halbes Jahr nach Beginn des zweiten Lockdowns mit mittlerweile schärfsten Freiheitseinschränkungen durch die „Bundesnotbremse, mit nächtlichen Ausgangssperren, einem langwährenden aufgezwungenen Verzicht auf jegliches Kulturangebot, jede echte soziale Aktivität und gemeinsamen Sport, hat die Werbebranche lange vermisste Bedürfnisse nach Freiheit, Glück und Genuss für sich entdeckt. Als ob man sich einfach etwas kaufen könnte, um diese Bedürfnisse zu befriedigen.

Vorwerk bewirbt in einem Prospekt ein ziemlich überflüssiges Akku-Staubsauger-System mit dem markigen Spruch: „Frühlingsfreiheit ohne Grenzen“ - angesichts der gegenwärtigen beinahe „Unmöglichkeit“, nur alleine innerhalb Deutschlands zu verreisen, ein geradezu absurdes Versprechen. Was außerdem hat der Frühjahrsputz mit „Freiheit“ zu tun? In Freiheit und Freizeit verbringe ich lieber meinen Urlaub mit Reisen und Kulturgenuss, jedoch nicht ausgerechnet mit Putzen! Das klingt in meinen Ohren schon fast so zynisch wie der Spruch „Arbeit macht frei“ an den Eingangstoren der Konzentrationslager und kann sich allerhöchstens ein Puritaner ausgedacht haben.

Der Marktkauf-Prospekt derselben Woche verspricht Glück und Genuss. Echtes Glück ist in der aktuellen Isolation schwer vorstellbar, noch weniger käuflich. Genießen kann ich etwas, wenn ich Freude am Leben habe und diese mit meinen Freunden auch teilen kann. Wenn ich Alkohol oder andere Rauschmittel verwende, um meine Sorgen zu verdrängen, dann hat das sehr wenig mit Genuss zu tun. Ebensowenig, wenn ich aus lauter Frust und als Ersatzbefriedigung Schweinkram in mich hinein stopfe.

Die Zahl der Adipösen hat seit Beginn der Corona-Pandemie stark zugenommen, die Zahl der Süchtigen aller Art – zu denen auch die Kauf- oder Spielsüchtigen zählen, wohl auch. Auch „Otto-Normalverbraucher“ hat aufgrund des Lockdowns und des wetterbedingten Bewegungsmangels im vergangenen Halbjahr Corona-Speck angesetzt.



  1. Mai 2021

Der heurige Mai ist extrem kühl, nass, durchwachsen und unterscheidet sich fundamental vom letztjährigen, in dem man in der Freizeit wenigstens noch ausgedehnte Fahrradtouren unternehmen konnte.

Im Moment sind und bleiben die einzigen Freizeitaktivitäten Putzen und Aufräumen. Allmählich habe ich das ewige „Click & Collect“ satt, wenn man nur einen banalen Non-Food-Artikel wie eine Fahrradkette kaufen möchte.

Jeden Furz muss man heute bestellen. Die allermeisten Baumärkte machen das – auch bei Ladenlieferung – nur gegen Vorkasse und schützen die Notwendigkeit einer kontaktlosen Zahlung vor. Der einzige Baumarkt, der Zahlung bei Abholung der Ware akzeptiert, ist Toom. Ich bestelle ungern geringwertige Artikel mit Paketlieferung, da mir der Versandkostenanteil nicht in einem vernünftigen Verhältnis zum Warenwert steht. Natürlich: Wenn man im Geld schwimmt, kann einem das egal sein. Die Mitarbeiterinnen der Kulturredaktion des WDR (da bestätigen sich mal wieder alte Klischees) scheinen alle - auch kleinste - handwerklichen Tätigkeiten von Profis durchführen zu lassen, sonst wüssten diese, dass echte Baumarktbesuche schon seit 5 Monaten ausschließlich Gewerbetreibenden vorbehalten sind – und würden nicht immer noch diesen Unsinn verbreiten, dass man ja einen Baumarkt besuchen könne, aber nicht einmal ein Museum oder eine Ausstellung. Beides ist schlimm, gar keine Frage!

Vor einem Jahr endete der – bedeutend kürzere – erste Lockdown. Das Ende des aktuellen ist immer noch nicht absehbar. In der heutigen WAZ sehe ich, dass jetzt „schon“ 1,8 Mio. Bürger NRWs vollständig geimpft sind – wow, schon jeder Zehnte! Allmählich frage ich mich, wie das denn so weiterlaufen soll, wenn schon im kommenden Herbst die ersten vollständig Geimpften wieder eine Auffrischung ihres Impfschutzes benötigen?

Eine von Bertelsmann beauftragte Allensbach-Befragung erbrachte, dass schon mehr als 60 Prozent der Bürger einen Regierungswechsel wollen.

Nicht befragt wurden die Bürger innerhalb dieser Studie, inwieweit sie mit der Corona-Politik der aktuellen Regierung noch konform gehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Bertelsmann hat offensichtlich kein Interesse daran, diesbezüglich mangelndes Vertrauen öffentlich werden zu lassen.

  1. Mai 2021

Mittlerweile ist in NRW jeder 9. Einwohner vollständig und 2/5 sind teilweise geimpft. Trotz nach wie vor unzureichender Versorgung mit Vakzinen (Astra Zeneca lieferte in dieser Woche nur 1/5 der ursprünglich vereinbarten Menge an die Hausärzte, woraufhin diese vielen Patienten absagen mussten) macht man sich – nicht nur in der WDR-Hörfunksendung „Quarks“ - schon sehr intensive Gedanken, welche Personengruppen denn sonst noch geimpft werden könnten – als gäbe es Vakzinen im Überfluss. Neuerdings sind als neue Zielgruppe bereits Schwangere und sogar Säuglinge im Gespräch, obwohl gerade Letztere und Kinder überhaupt wenig empfindlich gegenüber Corona sind und eine Impfung am allerwenigsten benötigen.

Angesichts der großen Differenz zwischen teilweise und vollständig Geimpften ist anzunehmen, dass in den kommenden Wochen vermehrt Zweitimpfungen werden stattfinden müssen und so der scheinbare Impffortschritt ins Stocken geraten wird.

  1. Mai 2021

Vor genau 2 Jahren haben wir noch den Geburtstag meines Tanzlehrers in Herne gefeiert – beim Tanzen. Dies wird in den kommenden Monaten, wahrscheinlich mindestens dem kommenden halben Jahr, ausschließlich den 3G (Geimpften, Genesenen und Getesteten) vorbehalten sein. Wenn Flinten-Uschi nun behauptet, dass noch im Juni 70 Prozent der EU-Bürger geimpft seien, dann bezieht sich dies maximal auf die Erstimpfungen, die den Impflingen leider keine der alten Freiheiten wiedergeben. Es ist dann auch zu befürchten, dass sich - aufgrund der sehr mangelhaften Impfstoffversorgung – die Schere zwischen Erst- und Zweitimpfungen noch weiter öffnet, nur um ordentlich PR zu machen und vom eigenen Versagen abzulenken.

Trotz des überaus knappen Stoffs spielen viele verunsicherte durchgeimpfte Personen jetzt schon mit dem Gedanken, sich noch vor dem September – wenn längst noch nicht alle durchgeimpft sein werden – schon wieder eine Auffrischungsimpfung verpassen zu lassen, weil ja die Immunisierung nach einem halben Jahr nachlassen könnte (siehe „Gesundheitsgespräch“ im BR vom selben Tag). Dies finde ich genauso asozial wie die vorzeitige Impfung von nicht priorisierten Personen nach einer jüngst überstandenen Infektion.

Nach einer neuen Meldung ist die Diskrepanz von Angebot an Impfstoff und Nachfrage nach Impfungen bei den Hausärzten derartig krass, dass sich einige von ihnen nun entschlossen haben, diesen unseriösen Impfzirkus nun nicht mehr mitzumachen. Auch die Anmeldung bei einem Impfportal wie sofort-impfen.de ist für den Impfling in spe – bei etwas über 400 Hausärzten und über 700 Tsd. Bewerbern – nicht mehr als ein Glücksspiel. Es mag hin und wieder mal vorkommen, dass verfügbare Impfdosen weggeschmissen werden. Das sind dann aber wahrscheinlich – bezogen auf die Gesamtmenge – Mengen im Promille-Bereich, die den Impffortschritt nicht signifikant erhöhen würden. Da wird in den Medien teilweise stark übertrieben.

  1. Mai 2021

Gestern bekam ich die völlig überraschende Offerte, mich Ende Juni im Rahmen einer Betriebsimpfung impfen zu lassen. Das wäre für mich zwar mit entsprechenden Fahrtkosten in eine Nachbarstadt verbunden, ist aber vorerst die einzige realistische Gelegenheit, das Warten auf die alten Selbstverständlichkeiten abzukürzen.

Das bisherige Frühjahr war ungewöhnlich kühl und nass. Noch nie hatte ich in meinem Garten zu dieser Jahreszeit weder den Kühlschrank in Betrieb noch das Leitungswasser aufgedreht. Beides vermisse ich nicht. Wenn das auch global so wäre, würde ich an der Theorie der Erderwärmung zweifeln. Während die Pflaumenblüten auch in diesem Jahr wieder nahezu alle verfroren sind, scheinen die Apfelbäume, die später blühen, gut angesetzt zu haben.



27.5.2021

Jeder Siebte ist nun vollständig geimpft, etwa 42 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Im Juni sollen 31 Mio. Impfdosen geliefert werden. Das klingt viel, aber davon werden nun mindestens 2/3 für die noch nicht abgeschlossenen Impffälle verwendet werden müssen, so dass Ende Juni keinesfalls die Hälfte der Bürger durchgeimpft sein wird.

In dieser Situation wird nun ab dem 7. Juni die Impfpriorisierung aufgegeben und zugleich werden die Impfungen auch für Kinder ab 12 Jahren freigegeben – bei unverändertem Impfstoffangebot! Wenn die für Juni versprochenen Mengen tatsächlich geliefert würden und es danach keinen irgendwie gearteten Lieferengpass gäbe, könnte gleichwohl das Ziel einer 80-prozentigen Impfquote vor der Bundestagswahl noch erreichbar werden – ganz knapp und unter der Voraussetzung, dass nicht vorzeitig schon Geimpfte nach einer Auffrischung verlangen, neue Mutanten, gegen die die alten Impfseren wirkungslos sind, auf der Bildfläche erscheinen, oder Impfdosen ins Ausland verschoben werden, Fabrikationsanlagen abbrennen und dergleichen mehr. Biontech immerhin soll bislang recht zuverlässig geliefert haben, hat sich aber auch „An der Goldgrube“ ein goldenes Näschen „verdient“.

Heute wurde bekannt, dass ein besonders großes Geschäft mit den Schnelltests gemacht wird. Für den Bürger sind diese kostenlos, die Testzentren berechnen dem Staat aber 8 EUR je Test. Da die Zentren aber praktisch von niemandem kontrolliert werden und auch keinerlei persönliche Daten der Getesteten an die Abrechnungsstellen übermitteln, rechnen sie häufig ein Mehrfaches dessen an Tests ab, was sie real erbracht haben – ein weiterer Skandal nach den Maskenskandalen! Ich habe mich noch nie testen lassen, Millionen andere Bürger wahrscheinlich ebenso, wundere mich jetzt aber nicht mehr über die relativ hohen Zahlen der angeblich durchgeführten Tests. Die allermeisten Menschen sehen es auch nicht ein, dass sie eine ganze Stunde mit Testterminierung, Warten, sich in der Nase herumprökeln lassen und dergleichen mehr verbringen sollen, nur um einen Kaffee zu trinken oder sich die Haare schneiden zu lassen – und das bei einer Zuverlässigkeit von nur 4/7. Da könnte man ja auch schon fast besser würfeln. Aber Hauptsache, da kann wieder jemand dran verdienen.



  1. Mai 2021

Ende Mai ist nun – nach einem halben Jahr - zumindest der ganz harte Lockdown vorbei, die nächtlichen Ausgangssperren schon seit gut einer Woche. In Geschäfte kommt man nun auch ohne 3G. Für den Gastronomiebesuch muss man aber – egal ob außen oder innen – geimpft, getestet oder genesen sein. Tanzen – Kontaktsport im Innenbereich – wird hier wohl frühestens ab Mitte Juni wieder beginnen können, bei einer dauerhaften Unterschreitung des Inzidenzwertes von 35.

Die EU möchte die olympischen Spiele in Japan mit einer Lieferung von 100 Mio. Impfstoffdosen absichern, was in der vergangenen Woche – unter weitestgehendem Missfallen zumindest deutscher Bürger – öffentlich wurde.

Es fragt sich, welche anderen – bislang zugesicherten – Lieferungen sich hierdurch mal wieder verzögern werden.

Das EU-Versprechen, man werde bis Mitte Juli mindestens 70 Prozent der Bevölkerung impfen, kann sich eigentlich nur auf die Erstimpfung beziehen, die den bislang noch nicht Geimpften zwar einen – marginalen – Gesundheitsschutz bietet, aber keineswegs ihren Grundrechten förderlich ist, die ja nur die vollständig Geimpften genießen.

Man wird also davon ausgehen können, dass nun – nach Abarbeitung der vakanten Zweitimpfungen im Juni – in der ersten Julihälfte enorme Impfdurchsätze ausschließlich im Erstimpfungsbereich stattfinden werden, um dieses hehre Ziel überhaupt noch erreichen zu können. Da müssten dann also binnen 15 Tagen rund 20 Prozent der Bevölkerung geimpft werden – in Deutschland also rund 17 Mio. Menschen! Das wäre auf den Monat gerechnet schon mehr, als für den gesamten Juni an Impfdosen in Aussicht gestellt wurde (31 Mio.). Wie das zusammenpasst mit den Impfstofflieferungen nicht nur nach Japan, sondern auch in die Entwicklungsländer, das ist wohl das Geheimnis von Flinten-Uschi!

  1. Juni 2021

Laut RKI sollen aktuell 18 Prozent der Bevölkerung durchgeimpft sein. Für eine Herdenimmunisierung seien 80 Prozent erforderlich. Etwa 45 Prozent verfügen über eine Teilimmunisierung.

Hieraus ergibt sich, dass etwa noch 74 Mio. Impfstoffdosen zu verabreichen wären, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Bei einer Fortschreibung der Lieferungen über den Juni hinaus würde dies rein rechnerisch bis Mitte August dauern – vorausgesetzt, es ergeben sich keine weiteren Lieferverzögerungen durch Selbstverpflichtungen anderen Staaten gegenüber – und durch verfrühte Auffrischungsimpfungen der Prioritätsgruppe 1, die ja bereits ab Februar 2021 geimpft wurde und die Herr Spahn in seinen Kalkulationen wahrscheinlich noch nicht auf dem Schirm hat, die er aber – ohne medizinisch dringende Notwendigkeit - provoziert, indem er die Freiheiten aller Personen mit länger als einem halben Jahr zurückliegenden Impfschutz drastisch einschränkt. Die alten Leute stehen jetzt schon wieder in den Startlöchern im Kampf um eine Impfdosis! Man könnte dies ja vermeiden, indem man die Intervalle auf ein Jahr erhöht, was immunologisch wahrscheinlich noch verantwortbar wäre. Hierdurch würde sich der Impfzirkus sicherlich etwas entspannen.

Der Sommer wird gut – für Herrn Spahn und die 3G, die jedoch die Minderheit der Bevölkerung darstellen. Sogar in den Freibädern benötigt man nun – trotz aller Abstände einen Unbedenklichkeitsnachweis – im Gegensatz zum vergangenen Jahr. Wenn das Gros der Bevölkerung geimpft ist und den Nachweis hierüber verwenden darf , ist die Badesaison beendet. Da bleibt Otto-Normalverbraucher nur die Fahrt zu einem frei zugänglichen Badesee, wenn er sich mal abkühlen möchte. Hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr derartig verschärft, dass dies nötig ist?



  1. Juni 2021

Die Impfpriorisierung ist aufgehoben. „Dies bedeutet jedoch nicht,dass jeder jetzt sogleich einen Impftermin bekommt.“ - Einer der vielen Euphemismen im öffentlich rechtlichen Rundfunk. Tatsächlich werden fast alle Ungeimpften sich mindestens noch einen Monat gedulden müssen, bis sie einen Termin bekommen können, da aktuell zwar 48 Prozent der Bevölkerung ihre erste Dosis erhalten haben, aber nur 22 Prozent durchgeimpft sind und der knappe Impfstoff (angeblich für den Juni ganze 31 Mio. Dosen) ab heute zum allergrößten Teil erst einmal für Zweitimpfungen verwendet werden muss, um die maximalen Impfungsabstände noch einzuhalten.



9. Juni 2021

Der erste richtig heiße Tag in diesem Jahr – rund 31 Grad Celsius in meinem Schrebergarten in MH-Styrum.

Ich unternehme einen kleinen Spaziergang Richtung Ruhr, um einen geeigneten Bootssteg zum Wässern meines seit einem halben Jahr in der Laube liegenden Kanus zu finden – leider mit negativem Ergebnis, da ringsherum mittlerweile alle geeigneten Stellen als Naturschutzgebiet ausgewiesen oder der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Auf dem Rückweg komme ich am Naturbad Styrum vorbei, das nur wenige hundert Meter von meinem Garten entfernt ist, und worin ich sonst gerne mal für ein Stündchen tunken gehe, wenn es mir im Garten zu heiß ist.

Das kostet zwar auch schon 4 EUR, obwohl das Wasser ungeheizt und meist ziemlich kühl ist, ist aber eine naheliegende Abkühlung – nur eben nicht zu Corona-Zeiten:

Schon im vergangenen Jahr musste man sich am Vortag im Internet einen Termin besorgen. Nun braucht man auch noch einen 3G-Nachweis. Ein spontanes Abkühlen ist so nicht möglich. Da fahre ich doch lieber 24 km hin und zurück mit dem Auto zum (wärmeren) Wolfssee in Duisburg, was mich zwar rund 1 EUR mehr kostet (wegen der Fahrtkosten, das Ufer ist kostenlos zugänglich!), allerdings natürlich nicht gut für die Umwelt ist. Aber über die Umwelt macht man sich in Corona-Zeiten sowieso keine Gedanken mehr – wohl nicht einmal die Grünen, die wohl sonst nicht der allgemeinen Pflicht zum Tragen medizinischer Masken zugestimmt hätten. Achtlos weggeworfene oder verlorene Masken findet man jetzt nicht nur zuhauf im Wald und in den Bergen, nein, dieser Plastikmüll verschmutzt nun auch schon Strände und Ozeane in ganz erheblichem Maße. Kurios: Vor wenig mehr als einem Jahr war man noch stolz darauf, die Billionen an Einweg-Knotenbeuteln in der Umwelt beträchtlich reduziert zu haben. Nun hat man bald die ungefähr gleiche Menge an Masken wie Knotenbeutel zuvor und das ganze Geschirr „aus Togo“ noch dazu. Wenn die Menschheit Corona überstanden hat, werden große Teile der Fauna aussterben, weil ihre Individuen an den Mikroplastikteilchen verenden...

Naja, die Grünen und die Anhänger der SPD sollen ja zu denjenigen gehören, die auch nach der Pandemie noch mehrheitlich gerne Masken tragen wollen. Ich finde ja, man sollte auch beim Waldspaziergang unbedingt einen Helm aufsetzen. Es könnte ja mal passieren, dass ganz unvermittelt ein Ast abbricht und auf den Kopf fällt.

Aber was nützt alle Vorsicht? Ende Mai las ich in der Tageszeitung, dass ein auf einem abgetrennten Radweg mit dem Fahrrad fahrendes Ehepaar von einem vom Zugfahrzeug gelösten Wohnwagen-Anhänger getötet worden ist. Womöglich haben da auch die (Fahrrad-)Helme nichts genützt. Vergangenes Jahr wurde ein argloser weiblicher Bankkaufmannslehrling an seinem ersten Ausbildungstag bei einem Gruppenphoto von einem umkippenden Fahnenmast erschlagen. Auch da hätte ein Helm nichts genützt.

In Essen wurde vor etwa 2 Jahren infolge eine Auto-Wettrennens ein Fußgänger auf dem Gehweg von einem schleudernden Fahrzeug erfasst und aus dem Leben gerissen.

Im vergangenen Jahr wurde eine Autofahrerin bei Köln von einer umstürzenden Lärmschutzwand erschlagen. Ihr mutmaßlicher „Fehler“: Sie fuhr – vermutlich vorsichtig langsam – in der rechten Spur.

Der Bundesverkehrsminister möchte die Zahl der Verkehrstoten von – derzeit eh nur noch etwa 3 Tsd. - jährlich nochmals um 40 Prozent reduzieren, wahrscheinlich weil das europaweit das Ziel ist. Sehr fraglich, ob ihm das gelingen wird! Wer weiß schon, wie hoch der Anteil der Suizide und Unfälle im Rahmen von Straftaten darunter ist? Natürlich, mit Tempo 30 auf der Autobahn könnte man dieses ehrgeizige Ziel wohl noch erreichen. Allerdings passieren auch bei niedrigerem Tempo innerorts insbesondere beim Abbiegen oder gar im Stand beim unachtsamen Öffnen von Türen Unfälle. Wollen wir das?

Deutschland ist sehr sicher, was den formalen Schutz des Lebens anbelangt:

Nirgendwo sonst gibt es langsamere Rolltreppen und Aufzüge, strengere technische Fahrzeugüberprüfungen, sicherere Zebrastreifen. In anderen Ländern lacht man sich tot, wenn man von den mickrigen Schäden an Windschutzscheiben hört, bei denen hier ein teurer Austausch erforderlich ist, den geringen Reifenschäden, die gleichfalls nicht toleriert werden.

Dafür ist die soziale Sicherheit im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten eher gering. Seit Jahrzehnten wird der Grundfreibetrag nicht hinreichend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst, damit in der Folge nicht auch die Sozialhilfekosten entsprechend steigen. Die Folge: Die Mindestbeitragsbemessungsgrenze für freiwillig Versicherte, sozusagen das unterste fiktive Einkommen von Wenig- und Garnichtverdienern, liegt schon nahezu doppelt so hoch wie der Grundfreibetrag, der ja das Existenzminimum sichern soll.



  1. Juni 2021

Meldung aus dem Gesundheitsministerium heute mittag in den DLF-Nachrichten: Drei Viertel der Impfwilligen hätten mindestens eine Impfung erhalten! Wieder einmal hat unser Propagandaministerium eine Lüge rausgehauen – und der DLF hat's nicht gemerkt. Zu Beginn der Woche lag der Anteil derjenigen, die mindestens eine Impfdosis erhalten haben, bei knapp 46 Prozent. Nun sollen es auf einmal schon 60 Prozent sein – und das, wo jetzt fast nur noch Zweitimpfungen stattfinden?

Ich gehe – unter den bestehenden Bedingungen, bei denen sogar für Inzidenzwerte unter 35 noch beim Tanzen 3G erforderlich ist, von einem Impfwilligenanteil von mindestens 80 Prozent aus. Davon sind drei Viertel 60 Prozent. Solche Lügen, wenn sie nur häufig genug wiederholt werden, führen zu dem öffentlichen Eindruck, dass diejenigen, die immer noch keinen Impftermin haben, selbst dran schuld sind – und weder EU noch unser toller Herr Spahn, die für den schleppenden Verlauf der Impfkampagne verantwortlich sind – und letztendlich auch dafür, dass durch diese ganze Testerei, zu der die Menschen praktisch gezwungen werden, immense Kosten für den Steuerzahler entstehen, die bei einer höheren Vergütung für die einzelne Impfdosis sicher hätten vermieden werden können. Bislang wurde jeder Corona-Antigentest mit 18 EUR vergütet, bald sind es immerhin noch 12,50 EUR. Wenn sich jeder Bürger wöchentlich nur einmal testen lässt, liegt man monatlich bei etwa 4 * 60 * 18

Mio. EUR., das sind ungefähr 1 Mrd. Euro – nur für diese Tests, die positive Fälle auch nur mit 80-prozentiger Sicherheit erkennen und bei derzeitigen Inzidenzen von 25 wie das Schießen auf Spatzen mit Kanonenrohren wirken. Einer von 4000 Tests könnte einen Corona-Fall ausfiltern – der Irrsinn hat einen Namen!



  1. Juni 2021

Vor zwei Tagen kündigte ein Impfstoff-Hersteller an, wegen Verunreinigungen im Impfstoff nur 3 statt der ursprünglich zugesagten 9,5 Mio. Dosen für Juni nach Deutschland zu liefern (ARD). Damit stünden für Juni nur noch insgesamt 25 statt der angekündigten 31 Mio. Dosen zur Verfügung!

Aktuell ist wenig mehr als jeder Vierte vollständig durchgeimpft und 48 Prozent der Bundesbürger (knapp die Hälfte) mindestens einmal geimpft.

Mit den nunmehrigen Minderlieferungen erscheint das EU-Ziel vom Mai, bis Mitte Juli mindestens 70 Prozent der Einwohner einmal zu impfen, zunehmend unrealistisch.

Jüngst vereinbarten unter der US-Federführung zudem einige Staatsführer, Milliarden Dosen an das CoVax-Programm zu liefern, die USA alleine wollen ½ Mrd. Dosen hierzu bei Biontech bestellen. Fragt sich nun, wann denn diese Dosen geliefert werden sollen – und ob dies ohne Einfluss auf die Lieferungen nach Deutschland bleiben wird. Biontech ist aktuell immerhin Hauptlieferant für D.

Produziert sich hier wieder Frau Merkel international auf Kosten der Einwohner Deutschlands ? Sie hat ja nichts mehr zu verlieren, weil sie zur nächsten Bundestagswahl eh nicht mehr antritt.

  1. Juni 2021

Nun bahnt sich anscheinend bezüglich der Impfstoffversorgung eine Hiobsbotschaft nach der anderen an.

Vorgestern las ich noch davon, dass Biontech (Hauptlieferant für D) seine Lieferungen für den Juli im Vergleich zum Juni fast halbiert und vielleicht so etwa 15 Mio. Dosen abgeben wird, heute lese ich, dass sich bei Curevac die geplante Markteinführung verzögert, weil die Wirksamkeit des Serums anscheinend unzureichend ist.

Biontech liefert nun für den Juli derartig wenig, dass das EU-Ziel von Ende Mai, im Mitte Juli 70 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal zu impfen, nun zumindest für D weit unterschritten werden wird. Mehr als 60 Prozent sind da keinesfalls mehr drin. Damit haben sich meine Vermutungen vom 13. Juli nun schneller bestätigt als von mir befürchtet.

So, wie es aussieht, könnten im Juli noch weniger Impfdosen verfügbar sein als in diesem Monat – entgegen den Versprechungen des Herrn Spahn, der 50 Mio. Dosen für Juli in Aussicht stellte und damit auch die Aufhebung der Priorisierungen am 7. Juni begründete. Dies hat zur Folge, dass auch im Juli ganz überwiegend Zweitimpfungen durchgeführt werden müssen, um das – meist vorhandene – Maximalintervall von 6 Wochen einzuhalten.

Entgegen den Empfehlungen der StiKo, die von der Impfung gesunder Kinder ab 12 Jahren abrät, üben nun viele Eltern auch Druck auf ihre Hausärzte aus, damit ihre Sprösslinge nun auch schon geimpft werden. Ein Fall ist mir persönlich bekannt – ausgerechnet das Kind einer Krankenschwester! Die Dummen sind dann diejenigen älteren Erwachsenen, die zuvor keiner priorisierten Gruppe angehörten, keinen Hausarzt haben und ohne eine chronische Erkrankung sind. Die können sich nun – bei der noch Monate fortwährenden Impfstoffknappheit - nun schwarz warten. Solidarität wird in der Corona-Pandemie gerne öffentlich eingefordert. Wir leben aber im Kapitalismus – und da ist jedem sein eigenes Hemd am nächsten.

26.6.2021

Neues aus Absurdistan:

Aldi in Olfen am frühen Samstagabend, kaum Betrieb. Wir betreten zu zweit den Laden mit nur einem Einkaufswagen und werden vom Personal aufgefordert, je Person einen Wagen zu verwenden.

Ich verlasse daraufhin den Laden, da es sich nicht lohnt, dann mitzukommen.

Als ich mir die Hände vor dem Eingang desinfizieren möchte, ist der Desinfektor leer. Besteht diese Aktion mit den Einkaufswagen nur, um die Viren noch besser zu verteilen?



  1. Juli 2021

Vor einer Woche bekam ich die erste Biontech-Spritze – ein gutes halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne. Nicht über ein Impfzentrum, sondern über einen Betriebsarzt! Der heutigen WAZ ist jedoch zu entnehmen, dass nun auch in den Impfzentren sich jeder um einen Impftermin bemühen darf. Dies und das erneute Anfachen der Diskussion um die Impfung von Kindern und Jugendlichen in den gestrigen Tagesthemen und auch anderen Medien verwundert mich insoweit, dass ja für den Juli eigentlich eher eine weitere Verknappung der Impfstofflieferungen zu erwarten war.

Nicht nur ich, sondern offensichtlich auch manche Ärzte (WAZ) beklagen die sehr mangelhafte Transparenz der Bundesregierung und insbesondere des Gesundheitsministeriums bezüglich der real erfolgten Lieferungen. Aber was soll man auch anderes von unserem Propagandaminister erwarten? Vielleicht reicht es ja auch, nur jedem Bürger die Illusion zu vermitteln, noch vor der Bundestagswahl einen Impftermin ergattern zu können. Wer's bis dahin nicht schafft, weil er beim Impflotto stets eine Niete zieht, der hat sich halt nur nicht oft und lang genug darum bemüht! Die Langzeitarbeitslosen sind ja bei unserer aktuellen „Vollbeschäftigung“ auch alle selbst schuld an ihrem Schicksal – und die von keiner Insolvenzstatistik erfassten Einzelhändler, die ihr gesamtes Privatvermögen in der Zeit des großen Lockdowns aufgebraucht haben und nun ihr Geschäft aufgeben müssen (Report München berichtete gestern hierüber) ebenfalls.

  1. Juli 2021

Aufenthalt in Marburg. Die Corona-Regeln werden hier sehr unterschiedlich gehandhabt. Manche Restaurants bieten nur 3G-geprüften Personen Einlass und verlangen zusätzlich noch das Ausfüllen eines Kontaktbogens,

andere begnügen sich mit dem Kontaktbogen und einige wollen auch gar nichts haben. Die Kontaktbögen werden von den Gesundheitsämtern seltener erfasst, als ein Hauptgewinn im Lotto vorkommt. So gesehen, scheint die Erfassung der Kontakte ziemlich sinnlos. Die Aussagekraft der Schnelltests ist gleichfalls mäßig. Nur 5/8 der Infizierten werden hierdurch als positiv erfasst.



  1. Juli 2021

Ich kenne niemanden persönlich, der mit Corona gestorben ist, seit heute aber eine Radfahrerin, die kürzlich während einer Deutschland-Tour bei Ingolstadt in einer unübersichtlichen Kurve mit einem entgegenkommenden PKW kollidierte und dabei starb. Ich kenne auch einen Mofafahrer, der in seiner Jugend auf dem Radweg, den er vorschriftsmäßig befuhr, von einem PKW angefahren wurde: mich!

Ich kenne etliche Menschen persönlich, die an Lungenkrebs verstarben, einige, die COPD hatten oder haben, weil sie starke Raucher sind oder waren.

In der heutigen Lokalausgabe der WAZ fand ich einen Artikel zu den angeblichen Langzeitfolgen und der Mortalität des Corona-Virus bei Kindern und Jugendlichen. Bislang sind ganze 7 Kinder mit dem Virus gestorben - allesamt mit ganz schweren Vorerkrankungen! „Long Covid“ und „Pims“ sind und waren Einzelfälle, die von den Medien, auch den öffentlich-rechtlichen, maßlos aufgebauscht wurden. Zur Häufigkeit solcher Symptome wurden oft unbestimmte Mengenbegriffe herangezogen, statt dem Zuschauer Fakten zu präsentieren. Statt Fakten gab es meistens emotionalisierende Bilder, mit denen Stimmung gemacht wurde – auch in sonst eigentlich seriösen Magazinen.

Diese Bundesregierung hat ihre Entscheidungen an der Bildzeitung ausgerichtet und hatte nie ein wirkliches Interesse, die Pandemie auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu bekämpfen. Sonst hätte man von Beginn an mehr Geld für eine wissenschaftliche Begleitung ausgegeben und wäre nicht andauernd nur „auf Sicht“ gefahren. Auf diese Weise ist ein schwerer Schaden an Wirtschaft Gesellschaft und Demokratie entstanden, der keineswegs „verzeihlich“ ist, weil an diesem noch Generationen zu tragen haben werden.

Heute konnte ich vorzeitig einen zweiten Impftermin ergattern, der die allzu häufige, zeitraubende und für den Staat auf Dauer auch kostspielige Nasenbohrerei für meine Teilnahme am öffentlichen Leben Ende Juli beenden wird – mehr als ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne! Ich habe mich nicht impfen lassen, weil ich etwa Angst vor dem Virus hätte, sondern ausschließlich deshalb, weil ich die mit der Impfung verbundenen Risiken im Verhältnis zu den persönlichen Einschränkungen ohne Impfung für gerade noch vertretbar halte.

Ich leugne nicht die Existenz des Corona-Virus nebst seiner Mutanten, aber auch im Rückblick muss man doch sagen, dass bei final etwa 100 Tsd. Corona-Toten in Deutschland wenig mehr als ein Promille der Bevölkerung daran gestorben sein wird, in der Regel eben altersschwache und sowieso todkranke Menschen, die wohl auch eine gewöhnliche Grippe nicht überlebt hätten. Auf der anderen Seite stehen nun aber sicher mehrere Prozent der Bevölkerung, deren Lebenspläne durch die lang anhaltenden Lockdowns und wirtschaftlichen Beschränkungen stark durchkreuzt und deren Existenz – ohne jegliches Selbstverschulden – vernichtet wurde, die jetzt vor einem Scherbenhaufen stehen.



  1. Juli 2021

Zweitimpfung mit Biontech-Wirkstoff unmittelbar nach Ablauf der Mindestwartefrist vorgestern um 9.20 Uhr.

Am ersten Tag der Impfung der übliche „Muskelkater“ im Impfarm – wie beim ersten Mal.

Am Tag danach leicht erhöhte Temperatur (ca. 37,5 Grad sagt mir mein „Stirnthermometer“) und eine gewisse Abgeschlagenheit – die Vorstufe von Kopfschmerzen. Auch leichte Gliederschmerzen. Es fühlt sich etwas an, als hätte ich Blei in den Knochen. Auch ein leichter Husten stellt sich ein. Weil's nicht ganz so schlimm ist, verzichte ich auf Schmerzmittel, lege mich aber zwischendurch für einige Stunden hin – und gehe „mit den Hühnern“ ins Bett.

Am zweiten Tag nach der Impfung entspannt sich die Situation. Die Temperatur ist wieder normal.



  1. Juli 2021

„Der Sommer wird gut“ - für Herrn Lauterbach, der als Bundestagsabgeordneter eine Sekretärin hat, die ihm wohl alle Termine – auch in der Freizeit – organisiert. Der gemeine Mensch hat keine persönliche Sekretärin, die ihm tage- und wochenlang im voraus Karten für kulturelle Veranstaltungen bucht und v. a. erst einmal aufwendigst recherchiert, an welche Stelle man sich zu wenden hat, um einen Platz zu buchen. Aktuell – bei Inzidenzwerten unter 30, „Inzidenzstufe 1“ kommt man in fast keine Veranstaltung rein, ohne sich vorher mit seinen Kontakten angemeldet zu haben. Ein Beispiel dafür sind die diesjährigen „Filmschauplätze NRW“. Vor Corona konnte man ganz impulsiv das Freiluftkino in einem Ort besuchen und musste nur ggfs. eine Sitzgelegenheit mitnehmen, wenn man etwas spät am Abend kam. Keine Einlasskontrolle, freie Platzwahl.

Heute muss man Tage vorher einen Platz reservieren, ohne zu wissen, ob das Wetter überhaupt mitspielt. Da man zwischen den Sitzgelegenheiten zudem auch noch eine Maske aufsetzen muss, wird man in der Regel auch keine neuen Leute kennenlernen.

Das Filmbüro NRW hatte diese neuen Regelungen allerdings nicht kommuniziert – und die veranstaltenden Kommunen auf ihren Websites meist ebenfalls nicht – ein kommunikatives Desaster ersten Ranges!

So war die Enttäuschung derer, die gestern von weit her zur Burg Vondern in Oberhausen zwecks Filmgenusses angereist waren und nicht hereingelassen wurden, sicher groß.

Erschwerend kam im Vorfeld hinzu, dass die städtischen Telephone seit dem Hochwasser in Wuppertal vor etwa einer Woche – dort wurde offensichtlich ein für die Stadt OB wichtiges Glasfaserkabel zu einem Server bei Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät durchtrennt – nicht mehr erreichbar waren. Ob die Stadt Oberhausen durch diesen Leitungsschaden auch ihre Website nicht auf dem Laufenden halten konnte, bleibt Spekulation.

Diese Anmelderei für jeden kulturellen „Furz“ nervt. Abfinden kann sich höchstens damit jemand, der es gewohnt ist, seinen Tag streng durchzutakten und wirklich alles durchzuplanen. Wer macht so etwas? Manager vielleicht. Aber die bekommen das auch sehr gut vergütet! Gewohnheitsmäßige Pauschalurlauber können sich damit vielleicht auch noch abfinden. Die suchen bewusst keine Überraschungen und Abenteuer.

Lässt sich das Corona-Virus nebst Varianten auch derart planbar eindämmen? Das wäre allzu schön, um wahr zu werden. Aktuell verdoppeln sich die Inzidenwerte (etwa 12 zu Zeit) jedoch alle 2 Wochen – trotz zunehmender Durchimpfung der Bevölkerung. Fast jeder Zweite ist mittlerweile durchgeimpft und etwa 60 Prozent haben mindestens die erste Spritze. Allein: Die Wirksamkeit der Impfungen gegen die gerade dominante „Delta-Variante“ liegt vermutlich weit unter 90 Prozent, so dass möglicherweise auch eine fast vollständige Durchimpfung nicht zur Eindämmung reichen könnte.

      23. Juli 2021

Bundesweite Inzidenz von über 13. Vor gut einer Woche habe ich mich für das Open Air „Gladbeck Umsonst & Draußen“ angemeldet. Ob diese Veranstaltung noch stattfinden kann, wird immer fraglicher. Aktuell verdoppelt sich die Inzidenz alle 2 Wochen. Am 13. August müsste sie also schon weit über 30 liegen, möglicherweise auch über 50. Großveranstaltungen sind dann nicht mehr zulässig. Wenn die politischen Entscheidungsträger nicht bald die Regelungen an die realen Verhältnisse anpassen, sind wir spätestens im September wieder im Lockdown – dann mit Bundesnotbremse

und nächtlichen Ausgangssperren (ab 100), über deren Berechtigung das BVG bis heute noch nicht abschließend entschieden hat!

Die umliegenden Länder haben jetzt schon wieder Inzidenzwerte von zum Teil mehreren Hundert. Da wäre es töricht anzunehmen, man könne sich hier von dieser europäischen Entwicklung abkoppeln.

Hauptprobleme scheinen zu sein, dass mit der sehr ansteckenden und nun dominanten Delta-Variante eine Herdenimmunisierung durch Impfung ein praktisch unerreichbares Ziel wird und dass die aktuellen Impfstoffe nur bedingt gegen diese Variante wirken. Außerdem liegt der Hospitalisierungsgrad bei dieser Variante wohl mehr als doppelt so hoch wie beim ursprünglichen Typ.

Allmählich frage ich mich auch, ob ich von meiner Impfung überhaupt noch irgendwie profitieren werde:

Im Lokalteil der heutigen WAZ wird von einer Kneipe in Buer berichtet, deren Wirt nur noch getestete Personen in sein Lokal hineinlässt.

  1. Juli 2021

Heute ist mein Nymphensittich gestorben – im Alter von gut 22 Jahren, also weit über der durchschnittlichen Lebenserwartung von 15-20 Jahren. Dass er so alt geworden ist, tröstet sehr. Ich werde sein Begrüßungspfeifen bei meiner Heimkehr sehr vermissen, seine Freude über frische, stärkehaltige Nahrungsmittel wie gekochten Reis, Nudeln oder Kartoffeln, seinen Appetit auf frische Apfelkerne, die er gerne auch aus der Hand fraß, und nicht zuletzt die Erdnüsse, zu deren Kernen er sich durch die Schale Zugang verschaffte. Auch seinen Balzgesang, der in den letzten Jahren zwar seltener zu hören war, den ich jedoch im vergangenen Frühling einmal wahrnahm. Er hatte einen sehr kräftigen Schnabel, den man bei so einem kleinen und geringgewichtigen Vogel (knapp 85 Gramm wog er) nicht vermuten würde. Meinen Vater hat er einmal derartig in einen seiner dicken Finger gezwickt, dass dieser blutete.

Der Vogel kam morgens auf den Tisch, um sich seine Ration abzuholen. Ich streute dann mit dem Salzstreuer einige Körner aus und dieser leckte so viel davon auf, bis er genug hatte und von dannen zog. Es scheint ihm nicht geschadet zu haben, sonst wäre er wohl nicht so alt geworden. Während meiner Urlaube, in der Pflege, musste er allerdings eine Salzdiät einlegen.

Gerne hätte ich den Sittich mal in meinen Garten mitgenommen und dort frei fliegen lassen. Ich bin sicher: Den hätte ich auch wieder einfangen können, denn er hat immer, wenn er wach war, auf mein Pfeifen auch geantwortet. Dort hätte er sich aber vor den manchmal umherstreunenden Katzen in Acht nehmen müssen.

  1. August 2021

Meldung des Tages: Die Zahl der über Hundertjährigen in Deutschland ist so hoch wie nie! Dies erstaunt insoweit, als doch gerade die Mortalität der alten Menschen infolge des Corona-Virus besonders hoch gewesen ist – und spricht wiederum dafür, dass v.a. wohl

schwer vorerkrankte Menschen mit Corona gestorben sind – selbst unter den Greisen. Die politisch „nicht korrekten“ Aussagen des Tübinger OB Palmer zu Beginn der Pandemie bezüglich einer meist wenig signifikanten Lebensverkürzung Infizierter bestätigen sich jetzt statistisch.

Unter Politikern ist es schick geworden, die StiKo für ihre mangelnde Impfempfehlung bezüglich Jugendlicher zu kritisieren. Herr Lauterbach steht ganz vorne mit seinen populistischen Forderungen. Allein: Diese Personengruppe der Jugendlichen ab 12 Jahren stellt nur etwa 5 Prozent der Gesamtbevölkerung und ist zur Erlangung einer Herdenimmunität, so sie denn überhaupt mit den sehr viel ansteckenderen Varianten noch zu erreichen wäre, nicht wirklich relevant.

Aber es ist ja Wahlkampf und „Bild“ braucht bestimmt noch Schlagzeilen.

Das Thema scheint mir genau so relevant wie der QR-Code des EU-Impfzertifikats: Den wollte ich jetzt schon bei zwei Veranstaltungen vorweisen. Bei beiden war kein Lesegerät vorhanden, mit dem der QR-Code hätte gelesen werden können. Also werde ich auch weiterhin stets meinen Impfpass mit mir führen müssen. Bin mal gespannt, wann ich das mit dem QR-Code mal ausprobieren kann!



  1. August 2021

Jetzt habe ich ein Photo des Impfzertifikats zusätzlich stets auf dem Smartphone. Das wird meistens als Impfnachweis akzeptiert, selten aber eingehend geprüft.

Gestern erhielt ich eine Nachricht von „Sofort-Impfen“, wo ich mich vor rund einem Vierteljahr in eine Warteliste eingetragen hatte! Wow, jetzt schon, mehr als drei Wochen nach meiner Zweitimpfung und dem Ende des Impfstoffmangels! Ärger noch: Seit über einer Woche höre ich nun, dass Hausärzte – die an Sofort-Impfen angeschlossen sind – nun gezwungen sind, abgelaufene Gebinde zu entsorgen. Naja, angesichts der damals recht geringen Anzahl der Hausärzte und der ihr gegenüberstehenden der Impfwilligen auf der Warteliste schien mir damals schon ein Impftermin über dieses Portal wie ein Hauptgewinn im Lotto – und da weiß ich schon, weshalb ich das nicht spiele. Immerhin hat die Teilnahme an dieser Impflotterie mich nichts gekostet.

In den vergangenen Wochen fanden etliche staatlich geförderte Open Air Kulturveranstaltungen statt, zu denen man sich stets vorher registrieren und bei deren Besuch man dann einen 3G-Nachweis vorzulegen hatte.

Zumeist waren diese Veranstaltungen für die auftretenden Künstler besser als nichts, aufgrund des sehr ausgedünnten Publikums war die Stimmung aber längst nicht so ausgelassen wie vor Corona, das Publikum im Schnitt auch sicher beträchtlich älter als zuvor, weil den - meist unverschuldet – Ungeimpften diese Testerei allmählich „auf den Schnürsenkel geht“.



  1. August 2021

Die Verlängerung der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ ist beschlossen. Die Abkehr von der alleinige Indikation der verschiedenen Seuchenschutzstufen durch die Inzidenzwerte wird zwar diskutiert, anscheinend wird der Ernst der Lage von Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur angesichts der stark steigenden Inzidenzwerte von den Entscheidungsträgern aber noch nicht so recht realisiert. Die Wocheninzidenz liegt in NRW - meist doppelt so hoch wie im Bund - aktuell bei 35. Unter Beibehaltung der aktuellen

Inzidenzstufen ist davon auszugehen, dass landesweit schon binnen einer Woche der Wert von 50 überschritten wird. Somit dürften sämtliche Kulturveranstaltungen – auch im Freien – ab Mitte August ausfallen, wenn nicht baldigst die veralteten Regeln an die neue Situation angepasst werden, endlich berücksichtigt wird, dass die Infektionen nun vor allem in der jungen, meist ungeimpften Bevölkerung auftreten, die seltenst schwer an Corona , nunmehr fast ausschließlich in der Delta-Variante, erkrankt. Die mit dem Virus bundesweit Gestorbenen konnte man in den vergangenen Tagen jeweils an einer Hand abzählen – höchstwahrscheinlich alle Personen mit schwersten Vorerkrankungen.

Heute erschien im Kulturteil der WAZ ein halbseitiger Artikel über die „Weißen Nächte“ in Mülheim/Ruhr, ein Theater-Festival, das in diesem Jahr erstmals sich gut über zwei Wochen hinziehen sollte – ab dem 13. August. Ich fürchte, dass es vorzeitig beendet werden wird – wenn es denn überhaupt noch stattfinden kann. Es ist traurig, wie die Kulturszene mutwillig kaputt gemacht wird. Schuld ist daran nicht das Virus, sondern sind unsere politischen Entscheidungsträger, die nicht selbst mit klarem Verstand die verschiedenen Risiken gegeneinander abwägen, sondern sich nahezu ausschließlich von der Hysterie des Boulevards leiten lassen.

Benachbarte Staaten, wie die Niederlande, haben derzeit Inzidenzen von hundert und mehr – bei weitestgehender Normalisierung, z.B. abgeschaffter Maskenpflicht in Einkaufszentren. Bei uns hingegen werden die Zero-Covid-Anhänger noch ernst genommen, obwohl deren Argumente genau so abstrus sind wie die der Q-Annon-Bewegung und der Aluhutträger.

Forderungen nach einer Normalisierung auch bei uns werden, wenn sie von der falschen Seite (AfD) kommen – da kann die Argumentation durchaus auch mal sachlich sein, nach der Bertelsmann-Strategie abgeblockt:

So geschehen in der gestrigen „Kontrovers“-Sendung im DLF, als Herr Lauterbach einfach auf die absolut faktenbasierte Argumentation (!) des AfD-Vertreters ausdrücklich nicht einging und stattdessen mit angeblich neuen Studien aus den USA, die möglicherweise auf deutsche Verhältnisse nicht übertragbar sind, konterte. Wes Brot ich aß, des Lied ich sing'...



  1. August 2021

Die in diesem Jahr staatlich geförderten Mittwochskonzerte an der Freilichtbühne in Mülheim sind nun praktisch alle bis zum Ende der Saison schon ausgebucht. Es stehen auch nur jeweils 250 Plätze zur Verfügung. Vor Corona konnte ich einfach aus dem Garten die etwa 8 km zum Veranstaltungsort mit dem Fahrrad entlang und über die Ruhr fahren, wenn das Wetter danach war und ich Zeit und Lust hatte. Dabei kam ich ausgerechnet stets an der Skulptur „Lebensfreude“ auf der Leineweber-Brücke vorbei. In diesem Jahr brauche ich mich gar nicht mehr darum bemühen.

Der Tanzbetrieb in den Tanzschulen und -lokalen wird vermutlich bald auch schon wieder eingestellt werden, weil die Runde unserer Ministerpräsidenten es einfach nicht schafft, die Kriterien für die verschiedenen Pandemiestufen rechtzeitig an die gewandelten Verhältnisse anzupassen. Zum kommenden Wochenende werden die meisten Ruhrgebietsstädte Wocheninzidenzwerte von über 50 Neuinfektionen auf 100 Tsd. Ew. überschreiten, womit sie Stufe 2 erreichen. Soweit ich das richtig verstanden habe, müssten sich dann sogar noch Geimpfte zusätzlich testen lassen, um in Innenräumen miteinander tanzen zu dürfen. Dies könnte dazu führen, dass wenig mehr als 1 ½ Monate nach Beginn wieder „Schicht im Schacht“ sein wird, obwohl die Anzahl der Corona-Intensivpatienten und -Toten nahezu auf einem Minimum ist.

Was bleibt von der Lebensfreude? Da kann man bald wieder nur noch alleine Sport treiben. Im Sommer geht’s ja noch. Da kann ich in Seen schwimmen, an schönen Herbsttagen auf diesen mit dem Kanu fahren. Wenn ich jedoch an den zurückliegenden 7-monatigen Lockdown mit dem sehr häufig miesen Wetter an trüben Tagen denke, was macht man da? Wenn es in den kommenden Monaten so weitergeht wie im vergangenen Jahr, ist bald die Hälfte der Bevölkerung reif für die Klappsmühle. Besteht der Sinn des Lebens im bloßen Vegetieren?

Wenn man manche Leute auf der Straße so fragt, könnte man den Eindruck gewinnen. Ja, es gibt Menschen, die brauchen keine Kultur, hören keine Musik, gehen nicht ins Theater, nicht ins Kino und lesen? – allenfalls die Bild-Zeitung! Die vermissen natürlich nichts in der Pandemie und sind darüber hinaus froh, dass auf sie, häufig Kettenraucher mit COPD, so viel Rücksicht genommen wird. Warum orientieren sich unsere führenden Entscheidungsträger nahezu ausschließlich an diesen Leuten und ihrem Boulevard-Blatt? Weil sie und ihre Parteien vormals über Dekaden reichlich von der Tabakindustrie gesponsert wurden?



  1. August 2021

Gerade habe ich Eintrittskarten für ein Open Air-Konzert von Banda Senderos am 4. September gebucht – kurz nach Freigabe des Buchungssystems und über 2 Wochen vor der Veranstaltung. In der Pandemie bleibt jede Spontaneität auf der Strecke! Wer weiß schon so viele Tage vorher, ob das Wetter überhaupt mitspielt – noch dazu in diesem geradezu „irischen“ Sommer?

Das Museumsschiff von Jean Tinguely, in Gelsenkirchen nur 2 Tage am Rhein-Herne-Kanal vor Anker liegend, war schon lange vor seiner Ankunft ausgebucht. Ob sich der – lange schon verstorbene - Künstler das auch so vorgestellt hätte? Normalerweise möchte man ja mit so etwas auch Passanten erreichen.

Auch die Straßentheater-Veranstaltungen in Schwerte, Ende August stattfindend, sind fast alle schon ausgebucht. Vor Corona konnte man einfach und impulsiv hinfahren und sich anschauen, was man wollte.

„Gladbeck Umsonst & Draußen“ kam mir am vergangenen Freitag stimmungsmäßig vor wie der Besuch einer Bingohalle im vereinigten Königreich. Aber na klar, wenn man bei solchen Veranstaltungen nur mit 3G-Nachweis reinkommt, dann muss man sich über eine Altersstruktur der Besucher nahezu wie im Altersheim nicht wundern. Die jüngeren Leute, meistens völlig unverschuldet noch nicht vollständig geimpft, haben diese ständige Testerei einfach satt.

Und es wird immer ärger! In BW muss man neuerdings für „jeden Furz“ einen 3G-Nachweis vorlegen – und die Tests dürfen nunmehr höchstens 1 Tag alt sein (vorher 48 h). Das verkauft man dann dem Volk als „neue Freiheiten“.

Nach der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen fragt niemand öffentlich. Es gibt keine signifikanten Belege dafür, dass durch Corona langfristig nennenswerte Zahlen an nicht stark vorerkrankten Menschen zu Schaden gekommen sind! Leider wird im Nachhinein auch nicht mehr zu ermitteln sein, wie viele der mit Corona Gestorbenen an schweren Lungenkrankheiten (COPD, Lungenkrebs, beide letztendlich immer tödlich) litten – höchstens mittelbar, weil anzunehmen ist, dass letztere Todesursachen im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren scheinbar drastisch „abgenommen“ haben.

Die Schäden durch die Isolationsmaßnahmen an Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sind jedoch unzweifelhaft immens. Profitiert haben von der Pandemie in erster Linie die Pharmaindustrie, privatwirtschaftlich organisierte Krankenhauskonzerne und international agierende Online-Versender, die praktisch keine Steuern abführen – und mindestens Teile der korrupten Unionsparteien, die sich wohl nicht nur mit Masken-Deals zu Lasten des Steuerzahlers bereichert haben.



29. August 2021

Vom Impfstoff Astra Zeneca verfallen in Deutschland unzählige Dosen, weil dieser Impfstoff unbeliebt ist und das Gesundheitsministerium mit dem Hersteller ein Weitergabeverbot vertraglich vereinbart hat, während in anderen Teilen der Welt, in weiten Teilen Asiens und v.a. Afrikas immer noch Impfstoffknappheit herrscht – ein Skandal ersten Ranges! Oberhausener Hausärzte wollten auf kurzem Dienstweg vom Ablauf bedrohten Impfstoff kostenlos nach Afrika abgeben und scheiterten mit diesem Plan an der deutschen Administration.

Derweil bereitet der Staat schon eine Drittimpfung der Bevölkerung vor. Außerdem sind Nichtgeimpfte bald vollständig vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. In Clubs hat man praktisch nur noch mit 2G-Status (geimpft, genesen) Zutritt, weil die dritte Alternative in Form eines PCR-Tests (um die 70 EUR) allenfalls Millionären offen steht.

Diese Woche hat die Mehrheit unserer Bundestagsabgeordneten aus SPD und Union für eine Verlängerung des Pandemie-Ausnahmezustands bis Ende November 2021 gestimmt – Rechtsgrundlage für die Corona-Schutzverordnungen der Länder, die u.a. auch das Tragen von Masken in öffentlichen Innenräumen und Verkehrsmitteln vorschreiben.

Diesmal scheint allerdings endlich einmal die gesamte Opposition gegen eine weitere Verlängerung gestimmt zu haben – auch die Grünen!

Ich kann diese sch... Maske bald nicht mehr sehen! Schon in diesem kühlen und feuchten Sommer beschlägt meine Brille derartig, dass ich – stark kurzsichtig – mit Brille noch weniger sehe als ohne. Ich bin also gezwungen, die Brille abzunehmen und komme mir beim Einkaufen vor wie halbblind. Wo bitte gibt es diese tollen Mund-Nase Masken, die dies vermeiden sollen? Mir scheint, das sind keine Brillenträger, die dieses dumme Gewäsch von der Existenz derartiger Masken von sich geben. Es gibt sie einfach nicht!



  1. September 2021

Noch knapp 3 Wochen bis zur Bundestagswahl. Angeblich hat die SPD mit ihrem skandalumwitterten Kanzlerkandidaten Olaf Scholz wieder Oberwasser. Alzheimer scheint schon weit verbreitet zu sein und Cum-Ex und Wirecard vergessen. Andererseits werden auch die zahlreichen Maskenaffären der Union den Konservativen wohl nicht schaden.

Das Verfahren wegen unverhältnismäßig hoher Einkaufspreise von FFP2-Masken (fast 9 EUR je Maske) bei der Beschaffung durch das bayerische Gesundheitsministerium – hier hatte die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier ihre Finger mit im Spiel – wurde kürzlich durch die Staatsanwaltschaft in München (auf Weisung des bayerischen MP Söder?) klammheimlich eingestellt (WAZ).

Auf Drängen Bayerns wurde Anfang des Jahres die Tragepflicht medizinischer Masken bundesweit eingeführt. Abgeschafft wird sie wohl zumindest so lange nicht, wie offiziell die pandemische Lage fortbesteht. Dafür „verdienen“ einfach zu viele CSU-Politiker dran.



  1. September 2021

Seit gestern gehört Griechenland nicht mehr zu den Corona-Risiko-Ländern, so dass die Wiedereinreise nach Deutschland sich nun wieder vereinfacht. Hier auf Kreta trägt zumeist nur noch das Hotel- und Gaststättenpersonal Maske. Es ist auch ziemlich lästig, beim Frühstück, mit teilweise klebrigen Fingern, die Maske immer wieder auf- und absetzen zu müssen. Ein kürzlicher Museumsbesuch zur Mittagszeit war auch nicht gerade ein Genuss. Brille, Lesebrille und dann noch die Maske. Da fehlt dann wirklich die Muße, sich noch langwierige englische Texttafeln durchzulesen und man rennt eigentlich nur noch im Schweinsgalopp durch die Ausstellungsräume. In Dänemark muss man die Maske jetzt schon nicht mehr tragen. Wann endet dieser hypochondrische und hysterische Wahnsinn im übrigen Europa? Viel wäre gewonnen, wenn manche Leute die Hustenetikette besser beherrschten. Erst husten und dann die Armbeuge zum Mund führen, wie ich es am Flughafen sah, ist wie Blinken nach dem Spurwechsel und bringt nichts.

Regelmäßiges Händewaschen ist sicher auch besser als allgegenwärtige Desinfektionsfläschchen auf Esstischen, die kaum genutzt werden.

Viele Corona-Maßnahmen geraten zu Ritualen, vergleichbar dem Scharren von Hunden nach dem Koten.



  1. Oktober 2021

Eine neue Studie der Uni Duisburg Essen zeigt, dass es im vergangenen Jahr in Deutschland keine Übersterblichkeit gab! In Schweden, wo die Corona-Maßnahmen sehr moderat waren, lag die Übersterblickeit bei lediglich 3 Prozent. Dabei hat man sich vor einem Jahr noch das Maul über die toleranten Schweden zerrissen. Die Fakten sprechen für die schwedische Corona-Strategie, mit der vorwiegend die vulnerabelsten Personengruppen isoliert wurden.



  1. November 2021

Politiker und Massenmedien fordern immer stärker bereits jetzt eine Auffrischungsimpfung („Booster“) für weite Teile der Bevölkerung, obwohl die allermeisten Menschen in Deutschland erst vor wenig mehr als einem Vierteljahr ihre zweite Spritze erhielten, bislang anscheinend fast ausschließlich stark vorerkrankte Menschen am Corona-Virus starben – Gegenteiliges lässt sich aufgrund der dürftigen statistischen Daten nicht beweisen – und bislang immer noch nur der geringste Teil der Weltbevölkerung überhaupt durchgeimpft ist.

Wieviel Geld erhalten die führenden Medienvertreter und (Gesundheits-)Politiker von der Pharmaindustrie? Wie anders ist es zu erklären, dass das Bundesgesundheitsministerium mit Astra-Zeneca Geheimverträge abgeschlossen hatte, nach denen die Weitergabe der Impfstoffe an Drittländer untersagt wurde (Magazine in ARD und ZDF berichteten hierüber)?

Momentan sieht es sehr danach aus, dass bald auch diese „Booster“-Impfung quasi für alle verpflichtend wird, sofern sie noch am öffentlichen Leben teilhaben wollen.

Die „pandemische Lage“, die bis Ende November gelten soll, wurde Ende Oktober zwar nicht direkt noch weiter verlängert, jedoch haben sich die Ministerpräsidenten und die noch amtierende Kanzlerin auf eine „Übergangsregelung“ verständigt, die die bestehenden Regelungen weitgehend bis März 2022 einschließlich verlängert, u.a. die weitgehende Fortführung der Maskenpflicht. Nicht einmal die Wiederzulassung von Alltagsmasken wurde erwogen!

Vorgestern las ich eine Traueranzeige. Meine direkte Nachbarin Anna-Alina, nur 28 Jahre jung, war – bereits am 6. des Vormonats - gestorben. Wenig später traf ich einen Teil der Hinterbliebenen im Hausflur an.

Vor drei Jahren wurde bei ihr Darmkrebs diagnostiziert und am Ende hatte sie ein Karzinom an der Leber. Sie hinterlässt ein ganz kleines Kind. Das arme Kind!

Im September bereits war meine über 80-jährige direkte Gartennachbarin Ursula gestorben, nach einem (zweiten) Schlaganfall und einer Krankenhaus-Odyssee bis ins Emsland. Sie war starke Raucherin und hatte einen gutartigen Tumor an ihrem Fuß, der sich aber nicht restlos entfernen ließ, ohne den Fuß gleich mit zu amputieren. Da lagen ihr die Ärzte immer in den Ohren – aber dann hätte sie nicht mehr autofahren können und keine Lebensfreude mehr gehabt.

2021 war ein schreckliches Jahr! Es begann mit der Fortsetzung des insgesamt über 7-monatigen Lockdowns, war übermäßig nass und kühl (v.a. in den Monaten Mai und Juli mit den Starkregenereignissen Mitte Juli), ein sehr schlechtes Gemüsejahr mit optimalen Bedingungen für Schnecken,

und war begleitet für mich vom Verlust zahlreicher bekannter und vertrauter Wesen:

Mein Nymphensittich Luis, ca. 21 Jahre alt (Ende Juli), Nachbarn im Garten und zu Hause (Herr Drochtert starb am Tag der deutschen Einheit mit 80 Jahren infolge eines Schlaganfalls) starben – aber nicht einer meiner Bekannten am Corona-Virus!

Die Wirtschaft in Deutschland liegt nun am Boden – und erholt sich lange nicht so schnell, wie es die alte Bundesregierung, die ihre Prognosen nun nach unten anpassen muss, sich erhoffte. Die Industrie klagt über weltweite Lieferprobleme und einen Mangel an Facharbeitern. Letzteres liegt schlicht daran, dass man in den vergangenen Jahren halt unzureichend aus- und fortgebildet hat.

Zeitgleich bahnt sich nun - mit dem Ende der Pandemie – die nächste Flüchtlingswelle, die sich über nun über volle 2 Jahre angestaut hat, an – vergleichbar mit dem Zeitraum von vor 7 Jahren. Das Ventil der geburtenstarken Regionen in Afrika und Asien nach Europa – und v.a. Deutschland, das diese Menschen wird aufnehmen müssen, öffnet sich über

Deutsche Gerichte befördern – gut gemeint und unfreiwillig – die Weiterreise der Migranten nach Deutschland, weil in praktisch allen Ländern Europas außer Deutschland eben die Lebensbedingungen für diese „Flüchtlinge“ nicht menschenwürdig sind, beispielsweise

Da niemand in Europa an diesen Immigranten interessiert ist, wird sich die grundsätzliche Situation für diese Menschen dort auf absehbare Zeit nicht entscheidend bessern – es sei denn, Deutschland zahlt dafür.

Fatal für die schon reichlich vorhandenen Bedürftigen in Deutschland, die es ja auch gibt: Wenn das Existenzminimum für sie steigt, erhöht dies zugleich die Attraktivität für potentiell nach Europa ziehende Armutsmigranten weiter. So wurde kürzlich also der Hartz-lV-Satz um gigantische 0,7 Prozent angehoben – bei einer offiziellen Inflationsrate von 4,5 Prozent und weitaus höheren Preissteigerungen bei Produkten des täglichen Grundbedarfs. Beispiele:

Artikel vor Corona heute (EUR):

Nudeln, 1 Pfund 0,39 0,65

Magerquark, „ 0,49 0,79

Eier, Freil., 10 1,69 1,99

Butter, ½ Pf. 1,19 1,35

Olivenöl, 0,75l 4,59 4,99

Zucker, 1 kg 0,69 0,79

Preise für Obst und Gemüse schwanken saisonal zu stark, um einen Vergleich anstellen zu können.

In den Nachrichten beklagen Politiker und Herr Wieler vom RKI, dass erst rund 2 Mio. Menschen in D sich eine Auffrischungsimpfung abgeholt haben. Allein: In NRW wurden die Ü70 erst ab Mai 2021 geimpft, weil es zu Beginn der Impfkampagne sehr stark mit dem Nachschub haperte! Wie sollen diese Leute sich schon ihre „Booster-Impfung“ abgeholt haben, wenn der letzte Piks kein halbes Jahr zurück liegt? Das scheint mir sehr scheinheilig!

Noch mehr: Warum merken die Journalisten in den Medien nicht, wie die alte Bundesregierung und das RKI sie verarschen und vom eigenen Versagen zu Beginn des Jahres 2021 ablenken?



  1. November 2021

Nachtrag: Die Butter kostet seit einer Woche bereits 1,65 EUR – und korreliert damit weiterhin recht gut mit dem Literpreis für Euro-Super-Kraftstoff.

Mittlerweile überschreitet die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen fünfzigtausend – gut das 2,5-fache des Maximalwertes im vergangenen Lockdown! Das ist zwar immer noch so wenig, dass eine vollkommene Durchseuchung weit mehr als ein Jahr in Anspruch nähme, aber anscheinend hinreichend viel, um das Gesundheitswesen wieder an den Rand seiner Kapazität zu bringen.

Herr Lauterbach erwägt schon wieder einen Lockdown – und in den Niederlanden sind die Pläne für einen solchen schon sehr konkret.

Im Landkreis Rottal-Inn, wo meine bayerischen Verwandten leben und die Durchimpfungsquote bei nur 52 Prozent liegt, gibt es Wocheninzidenzwerte je 100 Tsd. Ew. von über tausend!

Über die Qualität der Corona-Kranken auf den Intensivstationen erfährt man wenig mehr als dass etwa ein Drittel derselben geimpft und der Rest ungeimpft ist. Da drängt sich der Verdacht auf, dass man keine weiteren Informationen herausgeben möchte, weil das einfach die beste Werbung für weitere Impfungen ist, da ja etwa zwei Drittel der Bevölkerung geimpft ist.

Das aber ist einfach zu holzschnittartig und undifferenziert! Wenn klar wäre, dass nahezu ausschließlich Personen mit schweren Vorerkrankungen (COPD, Lungenkrebs, Adipositas, Diabetes, usw. ) die Intensivbetten belegten, was auf der Hand liegt, wie könnte man da die überwiegend jüngeren ungeimpften Menschen motivieren, sich für eine Impfung zu motivieren?



  1. November 2021

Das Bundes-Gesundheitsministerium wirbt in ganzseitigen Anzeigen in Tageszeitungen für Auffrischungsimpfungen – für alle Bevölkerungsschichten. Zugleich findet der Chef der WHO solche Impfungen ziemlich unsinnig, solange weltweit die Mehrheit der Menschen nicht einmal die erste Dosis erhalten hat, und oft noch nicht einmal die vulnerabelsten Gruppen.

Die Menschen in Deutschland haben das debattieren verlernt! Typisches Beispiel:

Auf mein Argument, dass es nach einer neueren Studie im vergangenen Jahr in Deutschland keine Übersterblichkeit gegeben habe, entgegnet man mir, da habe man eine andere Meinung! Meine Fakten werden also als Meinungen diffamiert, denen man ganz einfach andere Meinungen entgegenstellen kann – ungeheuerlich! Wenn der Gesprächspartner dann merkt, dass er mit seiner Meinung gegen Fakten (keine „alternativen“ sondern echte!) nicht anargumentieren kann, dann folgt die Bertelsmann-Strategie: Sofortige Beendigung der Diskussion! Diese Strategie wendet der Untertan sowohl gegenüber Corona-Leugnern als auch den -Skeptikern gleichermaßen an. Das Selbstdenken überlässt er den politischen Amtsträgern. Die wissen das doch besser! Korruption und Vetternwirtschaft – gibt’s einfach nicht in Deutschland! Statistiken: Die sind doch viel zu kompliziert für den normalen Menschen und ausschließlich für Wissenschaftler und Politiker bestimmt. Wer sich damit befasst, soll doch besser gleich in die Politik gehen. Wir lauschen besser dem unterhaltsamen Gequassel in den Talk-Shows und nehmen selbst die Kritik von Fachleuten – den Vorsitzenden der Weltgesundheitsorganisation wird man wohl dieser Gruppe zuzählen müssen – einfach nicht zur Kenntnis, sondern glauben lieber den Worten des Bankkaufmanns Spahn, der sich in seiner Amtszeit als Gesundheitsminister nicht einmal in kaufmännischen Dingen als sonderlich kompetent erwiesen hat.



  1. November 2021

Die pandemische Lage spitzt sich wieder zu. Eine Situation wie genau vor einem Jahr – als die Bevölkerung allerdings noch komplett ungeimpft war und wir schon im dann endlich über 7-monatigen Lockdown steckten. Die exponentielle Ausbreitung des Virus ist rasant, Inzidenzwerte um die 170 in GE und in Hochburgen Deutschlands von über 1000 und eine Auslastung der Intensivkapazitäten alleine durch Corona-Fälle von nunmehr fast 10 Prozent in GE lassen befürchten, dass es schon im Dezember wieder einen Lockdown geben wird. Betriebs-Weihnachtsfeiern, auf die sich nach langer Zeit die Beschäftigten gefreut hatten, werden schon wieder reihenweise abgesagt, Weihnachtsmärkte stehen zur Disposition, für Tanzveranstaltungen sind 2G+ - Regelungen im Gespräch, nach denen immunisierte Personen noch zusätzlich einen Antikörper – oder noch beträchtlich teurer – gar einen PCR-Test vorlegen sollen. Ganz offensichtlich wirken die Impfungen – insbesondere gegen die nun vorherrschende Delta-Variante des Virus – nicht so lange anhaltend, wie man sich das ursprünglich erhofft hatte. Bei vielen Menschen scheint nach einem halben Jahr die Wirksamkeit des Serums sich auf rund die Hälfte reduziert zu haben. Herr Spahn fordert jetzt schon eine dritte Impfung nach 5 Monaten. Werden wir bald bei Impf-Intervallen von einem Vierteljahr liegen? Ich möchte mich so oft nicht impfen lassen, wenn ich nach jedem Stich dann einen Tag habe, an dem ich müde und abgeschlagen bin. Das halte ich bei meinem geringen individuellen Risiko für nicht mehr verhältnismäßig. So lange diese dritte Impfung nicht gesellschaftlich zwingend wird, oder ich sie für Reisen benötige, werde ich hierauf verzichten, denn bald kommt bestimmt die Gamma-Mutante, gegen die dann auch diese Immunisierung machtlos ist. Wohin soll das noch führen? Wir kennen das doch alle von den bisherigen Grippe-Impfkampagnen: Da lag in manchen Wintern die Wirksamkeit der Impfstoffe weit unter 50 Prozent. Wer gesundheitlich labil ist, soll sich gerne monatlich gegen alle erdenklichen Krankheiten spritzen lassen!

Wer reich ist, für den mag es auch sinnvoll sein, sich gegen alle möglichen Gefahren zu versichern. Zumindest die Assekuranz profitiert davon – und zahlreiche Versicherungsmathematiker, die dort angestellt sind. Das schafft Arbeit und Wachstum, belebt die Wirtschaft! Die Unionsparteien alleine haben, wie ich gestern in einem Beitrag in „Frontal“ im ZDF hörte, seit 2008 von der nach Art eines Strukturvertriebs operierenden DVAG fast 5 Mio. Euro Parteispenden erhalten. Wieviel sie seit 2019 von der Pharmaindustrie erhielten, verbleibt einstweilen noch im Dunkeln und wird wohl nie zur Gänze ans Licht der Öffentlichkeit gelangen, sofern die Einzelbeträge unterhalb der Publikationspflicht verbleiben. Ein Beispiel dafür ist Jens Spahns Spenden-Gala Ende Oktober 2020 in Leipzig, welche nur durch eine Indiskretion überhaupt bekannt geworden war.

  1. November 2021

Das Jahr neigt sich allmählich seinem Ende zu. Zeit, einmal Bilanz zu ziehen. Während der lang anhaltenden Lockdowns habe ich viele Freunde verloren und konnte kaum neue Kontakte knüpfen – ist ja auch sehr schwierig mit dieser Sch...-Maske.

Es war für mich ein Jahr der herben Verluste – ganz ohne Corona:

Zwar kenne ich persönlich mittlerweile einige Menschen, von denen ich weiß, dass sie mit Corona infiziert waren, aber immer noch niemanden, der daran gestorben ist oder auch nur unter Langzeitfolgen litte. Diese Erfahrungen korrelieren äußerst gut mit den amtlichen Statistiken und diskreditieren die Panikmache in den Massenmedien.



  1. November 2021

Ab morgen gilt in NRW eine verschärfte Corona-Schutzverordnung. Nach dieser können Ungeimpfte praktisch nur noch einkaufen und arbeiten. Für Letzteres benötigen sie dann aber wenigstens einen aktuellen Antikörper-Test. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt 3G.

Für Kontaktsportarten gilt von nun an 2G+. Das bedeutet, dass Geimpfte oder Genesene zusätzlich noch einen aktuellen Antikörper-Test vorweisen müssen. Das bedeutet praktisch, dass Tanz-Aktivitäten in den kommenden Monaten mal wieder praktisch zum Erliegen kommen werden, weil es für die meisten Leute einfach zu nervig ist, jedes Mal vorher ein Testzentrum aufzusuchen.



  1. November 2021

Vor wenigen Tagen wurde die Verbreitung einer neuen Corona-Mutante aus Südafrika bekannt. Diese, „Omikron“ benannt, hat sich natürlich längst in allen Teilen der Welt verbreitet und ist auch in Deutschland fast schon bestätigt. Da hier nach wie vor kaum sequenziert wird, typischerweise scheint dies auch hauptsächlich mit Proben an Universitätsstandorten zu geschehen – allen Beteuerungen zum Trotz, fallen solche neuen Mutanten natürlich stets immer erst dann auf, wenn die umliegenden Nachbarländer längst Alarm geschlagen haben. Die neue Mutante soll noch um ein Vielfaches ansteckender sein als alle bisher entdeckten und überdies die bisherigen Impfseren dagegen wenig wirksam. Über ihre Gefährlichkeit wird einstweilen nur spekuliert.

Alle Zeichen deuten – mal wieder - auf einen baldigen, möglicherweise lange anhaltenden Lockdown – für alle und nicht nur die Ungeimpften! Das ist eine bittere Pille! Nach 2 Jahren der Pandemie, mehreren lang anhaltenden Lockdowns und der Durchimpfung von rund ¾ der Bevölkerung, was eigentlich ein guter Wert sein sollte, glaubte man, allmählich Licht am Ende des Tunnels zu sehen – und nun das: Gehe zurück auf Los. Es ist wie bei Monopoly und dem Besuch der „Häfen“ (österreichisch)!

Wann werden wir die Corona-Schleife endlich verlassen und zur Normalität zurückkehren? Die Spahn'sche „Neue Normalität“ haben mittlerweile alle normalen Menschen satt.

No Risc, No Fun!

Wenn europäische Unternehmer genau so vorsichtig wären wie unsere entscheidenden Politiker in der Pandemie, dann befände sich dieser Erdteil auf dem Entwicklungsstand einer vorindustriellen Agrarregion nach der Idee des Morgenthau-Plans.

Wir müssen endlich einmal akzeptieren, dass das Leben endlich ist und wir diesbezüglich eben nicht aus mit dem Nacktmull vergleichbarer Biomasse bestehen.

Da immer neue Virus-Varianten zu erwarten sind und die Entwicklung von Impfstoffen immer mit zeitlicher Verzögerung erfolgen wird, müssen die Intensivbetten-Kapazitäten für die Corona-Fälle dauerhaft vervielfacht werden – ggfs. durch Schaffung zentraler Corona-Behandlungszentren, in denen diese Patienten weniger personalintensiv und mit sehr viel Maschinenunterstützung und Automation betreut und überwacht werden könnten. Das würde die Krankenhäuser entlasten und dann käme man auch bei höheren Zahlen einweisungsbedürftiger Corona-Fälle nicht in die Verlegenheit, Selektionsverfahren („Triage“) durchführen zu müssen.

Langfristig wird man um den Ausbau der medizinischen Infrastruktur nicht herum kommen, möchte man vermeiden, dass dringende anderweitige Behandlungen, beispielsweise an Tumoren, fahrlässig aufgeschoben werden.